Dass Corona kein Grund ist, um sich das Ja-Wort nicht zu geben, haben die Holzwickeder 2020 bewiesen. © dpa
Hochzeiten in Holzwickede

Gegen den Trend: In Holzwickede triumphiert die Liebe über das Coronavirus

In Unna und Fröndenberg geht die Zahl der Vermählungen im Jahr 2020 deutlich zurück, in der Gemeinde zeigt sich ein gegenläufiger Trend. Die Gründe sind nicht so einfach zu greifen.

2020 war ein Jahr voller Rückschläge und Einschränkungen. Nur eine Sache vermochte in Holzwickede dem Coronavirus zu trotzen: die Liebe. Denn während in Unna und Fröndenberg die Zahl der Eheschließungen im vergangenen Jahr deutlich sank, konnte das Holzwickeder Standesamt einen gegenteiligen Trend für die Gemeinde beobachten.

„Wir haben 2020 bis zu 25 Prozent mehr Eheschließungen gehabt“, sagt Standesamtmitarbeiterin Sabine Lütkefent. Zwar seien auch einige Termine verschoben oder ganz abgesagt worden, die Holzwickeder haben sich jedoch trotzdem mehrheitlich das Ja-Wort gegeben.

124 Paare sagen Ja

Was die Gemeinde allerdings hat, was Unna und Fröndenberg nicht bieten können, darüber vermag sie nur zu spekulieren. „Wir haben schöne Räumlichkeiten wie das Schloss Opherdicke, wo es aufgrund der Größe lange noch möglich war zumindest mit wenig Gästen zu feiern.“

Manche Paare waren laut Lütkefent auch ganz froh, den großen Feiern zu entkommen und sich ganz heimelig zu vermählen. 124 Paare gaben sich im vergangenen Jahr das Ja-Wort. Zum Vergleich: 2019 waren es gerade mal 99 Paare.

Hochzeit nur mit Trauzeugen

Dabei durften zuletzt nur noch die Trauzeugen bei der Vermählung anwesend sein. Große Feiern, kirchliche Hochzeiten, das alles war 2020 nicht möglich. „Aber am Ende ist es ja auch die standesamtliche Hochzeit, die zählt“, sagt Lütkefent. Das andere sei nettes Beiwerk, aber was zähle, sei der Termin im Standesamt, und den schienen sich die Holzwickeder auch von Corona nicht zerstören lassen zu wollen.

Für 2021 ist die Nachfrage nach wie vor groß, wie Lütkefent weiter erzählt. „Die Nachfrage ist ungebrochen. Viele Termine fürs erste Halbjahr sind bereits vergeben.“ Die Holzwickeder, so scheint es, hoffen darauf, dass sich die Lage zum Sommer hin entspannt und sie wie gewünscht heiraten können.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
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Lisa Dröttboom

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