Haus Opherdicke soll eine „richtige“ Gastronomie bekommen: ein Bistro mit Blick ins Ruhrtal. Der Kreis Unna sucht dafür gerade einen Betreiber. Und das ist nicht die einzige Neuigkeit am Schloss.

Holzwickede

, 04.07.2019, 12:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das bisherige Kulturcafé, dessen Öffnungszeiten an die Kunst-Ausstellungen im Haupthaus gekoppelt waren, ist nach der Extraschicht am vergangenen Wochenende geschlossen worden, der Pachtvertrag mit der Betreiberin ist Ende Juni ausgelaufen. Die Kuchen, kleinen Snacks und Getränke kamen bei den Gästen zwar prima an, doch manch ein Besucher musste in der Vergangenheit eben ob der eingeschränkten Öffnungszeiten enttäuscht werden.

Wiedereröffnung des Cafés im September

Der Kreistag hat auf Empfehlung der „Burgenkommission“ zur Weiterentwicklung von Haus Opherdicke nun beschlossen, dass das bisherige Café zu einem Bistro ausgebaut werden soll. Als Betreiber wird ein Profi aus der Gastronomiebranche gesucht. Bis ein Pächter gefunden ist, will der Kreis als Eigentümer des Wasserschlosses den Betrieb selbst organisieren – nach einer Umbauphase ab Anfang September.

Haus Opherdicke

Kreis sucht Mitarbeiter für Gastronomie im Café

Die Vergabe der Konzession müsse im Zuge einer Ausschreibung erfolgen, heißt es seitens der Kreisverwaltung. Der neue Pächter soll außerdem mit dem exklusiven Recht geködert werden, bei allen Veranstaltungen in den Räumlichkeiten von Haus Opherdicke das Catering vorzunehmen, also Essen und Trinken anzubieten. Die Bandbreite der Veranstaltungen ist durchaus groß, denn neben Ausstellungen und Konzerten finden auf Opherdicke etwa auch Tagungen oder politische Zusammenkünfte statt.

Catering bei Veranstaltungen

Der Kreis Unna möchte von dem „Catering-Kuchen“ freilich auch ein Stück haben und für das Einräumen dieses Rechts „einen noch festzulegenden jährlichen Betrag vom Vertragspartner“ erheben. Außerdem hält sich der Kreis in der nun beschlossenen Vorlage die Option offen, den Betrieb des Cafés auch weiterhin selbst durchzuführen, falls sich im Vergabeverfahren herausstellen sollte, dass organisatorische oder wirtschaftliche Gründe dafür sprächen.

Im ehemaligen Schafstall sollen ein Lager für Kunst und eine Holzwerkstatt entstehen.

Im ehemaligen Schafstall sollen ein Lager für Kunst und eine Holzwerkstatt entstehen. © Udo Hennes

Schafstall wird zum Kunstlager umgebaut

Außerdem hat der Kreistag beschlossen, den früheren Schafstall von Haus Opherdicke zur Unterstützung der Kunstausstellungen umzubauen. Der Grundriss sieht unter anderem einen Lagerraum, einen Technikraum und einen Aufenthaltsraum vor. Außerdem soll die Einrichtung einer Holzwerkstatt im Schafstall-Komplex auch den museumspädagogischen Angeboten zugute kommen. Und: Durch den Umbau ergibt sich die Möglichkeit, die Kellerräume des Haupthauses komplett für das Bistro zu nutzen.

Kreis investiert 757.500 Euro

Bis zum Frühjahr 2020 soll alles fertig sein. Der Kreis lässt sich das Projekt einiges kosten, die Kalkulation geht von einem Gesamtbetrag von 757.500 Euro aus. Eine Förderung aus dem Programm „Heimat.Zukunft.Nordrhein-Westfalen“ wurde bei der Bezirksregierung Arnsberg beantragt, wird aber wohl abgelehnt, wie es in der Verwaltungsvorlage zum Thema heißt. Ein schriftlicher Bescheid stehe noch aus. Es dürfte aber darauf hinauslaufen, dass sämtliches Geld aus dem Haushalt des Kreises bezahlt wird.

Haus Opherdicke

Französische Chansons, Kurzfilme und Lesungen im Sommer

  • „Die Neue Frau – Künstlerinnen als Avantgarde“ – so heißt die aktuelle Ausstellung, die noch bis Sonntag, 18. August, auf Haus Opherdicke gezeigt wird. Drum herum gibt es in den Sommerferien ein abwechslungsreiches Programm.
  • Zum Beispiel ist eine Zeitreise in die 1920er-Jahre geplant: Das Duo Tirzah Haase und Armine Ghuloyan bringt in einer „Hommage an die Weiblichkeit“ unter anderem französische Chansons zu Gehör. Los geht es am Donnerstag, 18. Juli, um 20 Uhr, im Spiegelsaal.
  • „Die schönsten Filme von Lotte Reiniger“, einer für ihre Scherenschnittfilme berühmten Filmpionierin, sind bei einem Kurzfilmabend am Donnerstag, 25. Juli, ab 20 Uhr im Spiegelsaal zu sehen.
  • Eine Autorinnenführung mit Lynn Busch beginnt am Samstag, 27. Juli, um 15 Uhr. Die Kunsthistorikerin führt anlässlich ihres Textes „Renée Sintenis und das Phänomen Neue Frau als Etablierungsmöglichkeit auf dem Kunstmarkt“ im Ausstellungskatalog durch die Gruppenausstellung.
  • Noch ein Filmabend steht am Donnerstag, 1. August, ab 20 Uhr auf dem Programm: Gezeigt wird „Warum Frauen Berge besteigen sollten. Eine Reise durch das Leben und Werk von Dr. Gerda Lerner“ von Regisseurin Renata Keller.
  • Und der #LiteraturSommerHellweg mit Lesungen und Musik auf dem Schlossgelände soll am Samstag, 10. August, den krönenden Abschluss des Rahmenprogrammes bilden.
  • Sämtliche Veranstaltungen sind im regulären Eintrittspreis (4 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familienkarte 8 Euro, Kinder unter 14 Jahren frei) enthalten – mit Ausnahme von #LiteraturSommerHellweg. Um telefonische Anmeldung an der Museumskasse wird gebeten unter Tel. (02301) 9 18 39 72.
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