Gastrohero ist innerhalb von fünf Jahren zum Branchenriesen gewachsen

dzUnternehmen für Gastronomiebedarf

Fünf Jahre. Länger haben drei Unternehmer nicht benötigt, um im Eco Port zu einem der größten Anbieter für Gastro-Bedarf heranzuwachsen. Das schnelle Wachstum kommt nicht von ungefähr.

Holzwickede

, 18.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor fünf Jahren gründeten Andreas Korsus, Jens Schütte und Mark Baukmann ein Unternehmen, das in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt hat und mittlerweile am Hauptstandort im Eco Port rund 140 Mitarbeiter beschäftigt: Gastrohero.

Der Online-Händler für professionellen Gastronomiebedarf belegte 2016 Platz zwei im Gründerszene-Ranking, wies die zweithöchste Wachstumsrate unter 50 Unternehmen auf. „Wir waren ein schnell wachsender B2B-Standort, noch bevor Ende 2016 ein Investor dazukam“, sagt Andreas Korsus, der bei Gastrohero als Geschäftsführer für Marketing und IT zuständig ist, während Baukmann den Vertrieb und die Finanzen und Schütte die Logistik und das Personal verantworten.

Das ist die Idee

Erst die Analyse

Durch eine Markt-Analyse ist den Gründern klar geworden, dass ein digitales Produktangebot für das Gastro-Gewerbe fehlt. „Wenn Außendienstler vor Ort auftauchen, kommt das während der Betriebszeiten oft zur Unzeit, oder es wird gerade kein Produkt benötigt“, sagt Andreas Korsus. In Deutschland gehört Gastrohero zu den führenden Anbietern von Produkten rund um den Gastronomiebedarf. Privatkunden können auf den Seiten des Unternehmens keine Produkte erwerben.

„B2B“ – dahinter verbirgt sich die englische Kurzform für „Business-to-Business“ und das bezeichnet im Grunde bereits das Geschäftsmodell der Gastrohelden: Das Unternehmen bietet seine Produktpalette nicht für Privatpersonen an, sondern nur für Unternehmen.

Fritteusen, Kühltheken und -schränke für verschiedene Produkte wie Wein oder Berufssparten wie Bäckereien, Spülschränke, Ablufthauben, Möbel, Geschirr – das Angebot umfasst rund 47.000 Produkte und so ziemlich alles, was in Restaurants, Großküchen, Hotels oder Kindergärten eine Verwendung findet. „Ein Gastro-Kühlschrank, der über den Tag ständig auf- und zugemacht wird, hat natürlich ganz andere Leistungsanforderungen“, begründet Korsus, warum die Produkte nicht an Privatpersonen verkauft werden.

So machen sie das

Rund um die Uhr erreichbar

Die Gastroheros vertreiben ihre Produkte in einem Online-Shop und bieten neben der klassischen Telefonberatung auch einen Chat oder den Kontakt über WhatsApp. „Das passt gut ins Gastro-Gewerbe, weil ein Restaurantbetreiber im laufenden Betrieb Fragen stellen kann, wenn er zwischendurch mal Luft hat, sich dann wieder um Gäste kümmert, um später wieder mit uns zu chatten“, sagt Andreas Korsus. Mitunter läuft die komplette Einrichtungsplanung digital ab. „Wir fahren bei Bedarf aber auch raus, oder die Kunden kommen zu uns. Je nach Auftrag“, sagt Korsus.

Korsus hat sich bereits als Schüler für das Geschäft im Digitalen interessiert und einen ersten Online-Shop für Kontaktlinsen und Zubehör aufgebaut. „Das war, nachdem die Dotcom-Blase geplatzt war. Es gab damals keinen wirklichen Plan, es war eher ein spielerisches und freies Lernen“, sagt Korsus über das Start-up, das letztlich aber auch rund 30 Mitarbeiter beschäftigte und noch immer online ist. Über dieses erste Start-up habe man Fehler machen können, die sich später vermeiden ließen.

Für die Arnsberger Korsus, Schütte und Baukmann hat sich das bei der Gründung von Gastrohero ausgezahlt. „Wir haben alle an verschiedenen Orten studiert, kannten uns aber von früher. Gestartet sind wir im Dortmunder Technologiezentrum, konnten uns dort dynamisch entwickeln“, sagt Korsus. Schnell wurde der Standort aber zu klein. „2013 haben wir unsere Weihnachtsfeier noch zu fünft gefeiert“, sagt Korsus. Zusammen mit weiteren Standorten in Köln, Zürich und Oensingen beschäftigt Gastrohero aktuell rund 170 Mitarbeiter, bildet seit 2014 auch aus. In diesem Jahr auch erstmals den noch jungen Ausbildungsberuf Kaufmann im E-Commerce.

So geht es ihnen

Zweistelliger Millionen-Umsatz

Das Unternehmen hat aktuell rund 170 Mitarbeiter, von denen gut 140 am Standort im Eco Port beschäftigt sind. Aktiv ist Gastrohero in fünf europäischen Ländern. Das Produktportfolio umfasst rund 47.000 Artikel. In Hamm betreibt das Unternehmen ein Lager mit einer Fläche von 18.000 Quadratmetern. 2016 belegte das Unternehmen beim Gründerszene-Ranking mit einer Wachstumsrate von 1345 Prozent bundesweit den zweiten Platz. Aus 2016 stammen auch die letzten offiziellen Umsatzzahlen in Höhe von 35 Millionen Euro. Aktuelle Zahlen nennt Gastrohero nicht. „Wir wachsen und setzen auch in diesem Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag um“, sagt Korsus. Seit 2014 bildet das Unternehmen aus.

2015 folgte dann der Umzug nach Holzwickede. „Wir haben uns viele Standorte angeschaut, der Eco Port passte aus verkehrlicher Sicht am besten“, sagt Korsus. Grundsätzlich sei man mit dem Standort an der Robert-Bosch-Straße zufrieden, aber an einer Sache mangelt es dann doch: „Mit Parkplätzen kann man hier jeden glücklich machen“, sagt Korsus. Durch den angrenzenden Flughafen ist die Parkzeit an vielen Stellen auf vier Stunden begrenzt, um Dauerparker abzuschrecken. Für Arbeitnehmer vor Ort bedeutet das: Alle vier Stunden wartet der Gang vor die Tür.

Auch wenn Holzwickede nicht Nabel der Welt ist und Gastrohero auch einen Standort in Köln betreibt: Pläne, den Eco Port in den kommenden Jahren zu verlassen, gibt es laut Korsus keine. „Der Standort passt zu uns, wir wollen von hier aus unseren Service ausbauen und festigen“, sagt der Gastrohero-Geschäftsführer. Dafür immer gesucht: Fachpersonal. Elf Stellen am Hauptsitz im Eco Port offeriert Gastrohero aktuell auf seiner Webseite.

Zur Homepage von Gastrohero

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