Wassertrommeln bilden Einstieg in lehrreichen Vortrag über das Leben in Gambia

dzFrauengesprächskreis

Traditionelle Instrumente aus afrikanischen Ländern durfte zuletzt der Frauengesprächskreis im Deutsch-Britischen Club ausprobieren. Die Instrumente waren letztlich Einstieg, um neue gesellschaftliche Einblicke zu bekommen.

Holzwickede

, 04.10.2019, 11:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Frauen aus dem DBC, die sich immer mittwochs im Gemeindehaus an der Unnaer Straße in Opherdicke treffen, zeigten unter der Woche großes Interesse an den Ausführungen von Referent Jürgen Poller.

Der Holzwickeder ist Vorsitzender des Vereins GEKO (Gemeinnütziger Verein für Entwicklungshilfe und Kooperation). Erst am vergangenen Wochenende ging über den Verein eine Hilfslieferung mit Krankenhausbetten und medizinischem Material von Unna aus gen Gambia.

Poller erklärte zunächst die mitgebrachten Wassertrommeln aus Ghana, die aus zwei unterschiedlich großen und getrockneten Kürbishälften bestehen, wobei die größere Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Auch eine Djembé aus Westafrika hatte Poller dabei. Nachdem sich die Damen an den Trommeln ausprobieren durften, wechselte das Thema aber schnell zu Informationen zum Leben in Gambia.

Informationen aus erster Hand zum Leben in Gambia

Die hatte Poller aus erster Hand, denn er kennt die Zustände in dem kleinen westafrikanischen Land südlich des Senegal. Über GEKO konnte er sich selbst ein Bild von dem Krankenhaus machen, das der Verein unterstützt. Poller erklärte den Damen des DBC ganz nüchtern, dass man nur Sachspenden liefere und kein Geld. Aus dem simplen Grund, dass Korruption eben ein Problem vor Ort sei.

Und auch wenn man Fieberthermometer liefere, komme es vor, dass solche Geräte am Ende nicht im vorgesehenen Krankenhaus landen, nennt der GEKO-Vorsitzende ein Beispiel. „Man kann nie 100 Prozent sicher sein, dass alle Spenden da ankommen, wo sie sollen“, sagt Poller.

Er sagt das in keiner Weise wertend. Wenn der Holzwickeder Einblicke in die medizinische Versorgung vor Ort, ins Schulsystem und Kinderarbeit gibt, dann stellt er nüchtern dar, wie die Gegebenheiten eben sind.

Die Gesellschaft unterscheidet sich sehr von der hierzulande

„Das gesellschaftliche System ist eben auch ganz anders. Die Familien bestehen nicht nur aus Mutter, Vater, Kind. Da gehören immer auch Großeltern, Tanten, Onkel dazu. Liegt jemand im Krankenhaus, kampiert die Familie nicht selten währenddessen auf dem Krankenhausgelände“, sagt Poller.

Bei GEKO setze man mittlerweile vermehrt auf Hilfe zur Selbsthilfe. „Vor Ort gibt es große Patientensäle im Krankenhaus. Für mehr Privatsphäre haben wir Trennwände organisiert. Statt aber in Deutschland zwei für 2000 Euro zu kaufen, haben wir dafür gesorgt, dass die Wände vor Ort produziert werden. Dadurch konnten um die 40 Wände realisiert werden und es wurde Arbeit vor Ort geschaffen“, so Poller.

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