Schnitzel vom Band: So wird das Essen für Bofrost und Krankenhäuser verarbeitet

dzWirtschaft

FVZ Convenience verarbeitet im Holzwickeder Norden seit Jahrzehnten Fleischgerichte. Ein Blick hinter die Kulissen offenbart den heißen Weg des Fertigfleisches, bis es tiefgefroren im Karton landet.

Holzwickede

, 28.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer im Krankenhaus eine Frikadelle auf den Tisch bekommen hat oder sich gelegentlich ein Schnitzelbrötchen an der Raststätte kauft, der hatte ziemlich sicher schon einmal ein Produkt von der Holzwickeder Firma FVZ Convenience zwischen dem Gaumen und der Zunge.

FVZ Convenience

Fleischverarbeitung in Holzwickede

  • Bei FVZ in Holzwickede arbeiten rund 250 Mitarbeiter, einschließlich Zeitarbeiter.
  • Die Produktionsstätte kam 2019 auf einen Absatz von 19.500 Tonnen Fleisch und Gemüse und erwirtschaftete einen Umsatz in Höhe von 90 Millionen Euro.
  • Neben Edeka und dem Legoland beliefert FVZ mit Fertigfleisch auch Krankenhäuser, Großhändler und Firmen wie Bofrost.

Die Firma verarbeitet seit 1992 an der Natorper Straße Fertigfleisch und liefert ihre gefrorenen Gerichte in die gesamte Bundesrepublik.

Wer in die Nähe der Produktionshallen kommt, der vernimmt an manchen Tagen schon aus der Ferne Fleischgeruch. Drinnen erwartet den Besucher dann in jeder Halle eine neue Note für die Geschmacksnerven. Bei FVZ, was für Fleischverarbeitungs-Zentrale steht, gehen nämlich täglich in mehreren Produktionslinien Fleischprodukte übers Band.

Von Schnitzeln über Spareribs und Mini-Schweinshaxen bis hin zu Rindfleischfrikadellen: Die Auswahl der Produkte lässt vermuten, dass nicht nur die FVZ-Maschinen flexibel arbeiten müssen, sondern auch die 250 Mitarbeiter, die im Schichtdienst den Ablauf kontrollieren – oder etwa Paprikas füllen.

Ein Schnitzel braucht beim Fleischverarbeiter FVZ Convenience in Holzwickede zwischen 45 und 60 Minuten, bis es vom ersten Arbeitsschritt auf dem Band tiefgefroren im Karton landet.

Ein Schnitzel braucht beim Fleischverarbeiter FVZ Convenience in Holzwickede zwischen 45 und 60 Minuten, bis es vom ersten Arbeitsschritt auf dem Band tiefgefroren im Karton landet. © Carlo Czichowski

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Seit Jahrzehnten verarbeitet FVZ auch Gemüse

Seit dem Einzug der Firma an der Natorper Straße gehören nämlich auch vegetarische Gerichte zum Angebot. In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach fleischlosen Gerichten immer mehr gestiegen. Der Betrieb FVZ Convenience, der bis 2013 noch FVZ Westfood hieß, sieht sich mit einer kleinen Auswahl an vegetarischen Gerichten also auch für die breite Masse gut aufgestellt.

FVZ in Holzwickede

Von Westfood zu Convenience

  • Gegründet wurde der Betrieb als FVZ Westfood. Bis 2003 war Westfood ein Joint Venture (Englisch für Firmenkooperation) der Unternehmen Westfleisch und Nordfleisch.
  • Im Jahr 2003 wurde Nordfleisch von der Firma Vion übernommen, 2013 übernahm Vion dann auch die Anteile des Unternehmens Westfleisch. Seit 2013 ist FVZ damit eine hundertprozentige Tochter der Vion Food Group und heißt seitdem FVZ Convenience.

Der Prokurist Norbert Biegner und der Technische Leiter Thomas Ortscheid erklären, worauf es bei der Fleischverarbeitung ankommt. „Uns macht vor allem Qualität aus, die aber bezahlbar ist“, sagt Biegner.

Bis zu 150.000 Schnitzel gehen bei FVZ täglich übers Band

Die Zufriedenheit ihrer Kunden sei ihnen nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen wichtig: Bei 50.000 bis 150.000 Schnitzeln, die an einem Tag übers Band laufen, stünden Verlässlichkeit und Sorgfalt an erster Stelle, wenn man eine möglichst einheitliche Qualität der Produkte gewährleisten möchte.

Die andere Sache ist Schnelligkeit: „Vom ersten Produktionsschritt bis in den Karton braucht ein Schnitzel etwa 45 bis 60 Minuten“, erklärt Ortscheid. Dann hat es aber einen langen Weg übers Band und viele Arbeitsschritte hinter sich gebracht, wo es erst paniert, anschließend gegart und schließlich eingefroren wurde, ehe es eben auf Krankenhaustischen, im Regal an der Tankstelle oder im Wagen vom Bofrost-Mann landet.

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