„Der harte Kern“ macht Schluss: Fröhliche Seniorenrunde löst sich nach 45 Jahren auf

dzFröhliche Seniorenrunde

Über 45 Jahre lang existierte die Fröhliche Seniorenrunde im Holzwickeder Süden, die ihren Ursprung in der Anfang der 2000er-Jahre geschlossenen Kirche hatte. Nun löst sie sich auf.

Holzwickede

, 25.12.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Stück weit traurig und dennoch zufrieden waren die sechs Seniorinnen, die in der vergangenen Woche noch ein letztes Mal im Haus von Margot Albrecht zusammenkamen. Sie haben nämlich beschlossen: Mit der Fröhlichen Seniorenrunde im Holzwickeder Süden ist jetzt Schluss.

Gründe für eine betrübte Stimmung gab es wegen der Auflösung der Gruppe aber nicht: „Das ist der harte Kern“, sagt Albrecht. Bei ihrer Aussage klingt eine gehörige Portion Stolz mit durch. Denn die Fröhliche Seniorenrund blickt auf eine knapp 45-jährige Geschichte.

Weniger Mitglieder nach Schließung der Kirche im Süden

Angefangen hat alles mit einer Gruppe, die eng mit der einstigen Kirche im Süden verbandelt war. Nach 38 Jahren wurde das Gotteshaus, das in den 1960er-Jahren gebaut wurde, geschlossen. Für die Seniorenrunde ging es aber weiter, auch wenn die Gruppe fortan kleiner war.

Sie engagierte sich in der Gemeinde, unternahm gemeinsam verschiedene Kurzreisen und traf sich regelmäßig zu Kaffee und Kuchen. Sinn der Gruppe war es, sich über alltägliche Dinge zu unterhalten und gemeinsam zu lachen.

1995 übernahm dann die aus Berlin zugezogene Margot Albrecht die Zügel der Seniorenrunde. „Ich war in Sachen Kirchenarbeit sehr unerfahren“, erinnert sie sich. Jetzt, rund 25 Jahre später, fehlt der inzwischen 80 Jahre alten Seniorin zunehmend die Kraft, die fröhliche Runde aufrecht zu erhalten. Nach reiflicher Überlegung und gemeinsamer Absprache soll jetzt Schluss sein.

Einige Seniorinnen auch im Chor ohne Namen aktiv

Zahlreiche Ausflüge, Sommerfeste und Karnevalsfeiern, bei denen die Seniorinnen stets auf den bunten Fundus von Albrechts Kostümen zurückgriffen, werden ihnen nun fehlen. Ein Teil der Seniorenrunde war darüber hinaus auch im Chor ohne Namen aktiv, der unter anderem bei Gemeinde- und Schützenfesten für lebhafte Auftritte sorgte.

Im Laufe der Jahre wurde die Seniorenrunde immer kleiner. „Wir mussten viele Mitglieder auf ihrem letzten Gang begleiten“, sagt Albrecht. Seit 2018 sind in recht kurzer Zeit acht fröhliche Seniorinnen aus der Gruppe weggebrochen, wie sie erzählt.

In der vergangenen Woche trafen sie sich zu ihrer Weihnachtsfeier und schwelgten nochmal in Erinnerungen. Der „harte Kern“ um Albrecht wird aber auch nach der Auflösung noch Kontakt halten. Zu privaten Anlässen wollen sie sich weiter treffen und die Seniorenrunde für einen Moment lang wieder aufleben lassen.

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