„Fröhlich kleiner werden“: Pfarrerin Anja Josefowitz über die Zukunft der Kirche

dzInterview

Der evangelischen Gemeinde in Holzwickede steht eine neue Kraft zur Verfügung: Pfarrerin Anja Josefowitz aus Unna übernimmt die halbe Stelle, die durch den Weggang von Andreas Müller frei wurde.

Holzwickede

, 02.01.2020, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anja Josefowitz pendelt seit kurzem mehrmals die Woche zwischen Unna und Holzwickede hin und her. Sie hat in der Emscherquellgemeinde eine Arbeitsstelle angenommen und stößt in das Pfarrerteam der Evangelischen Kirchengemeinde in Holzwickede. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt sie, worauf sie sich bei ihrer Arbeit in Holzwickede freut und wie sie die Zukunft der Kirche beurteilt.

Worauf freuen Sie sich bei der Arbeit in Holzwickede am meisten?

Anja Josefowitz: Ich freue mich auf die Begegnungen mit den Menschen in der Kirchengemeinde Holzwickede und Opherdicke, auf gemeinsame Wegstrecken in dem Vertrauen darauf, dass Gottes guter Geist uns begleiten wird.

Was ist am Pfarrerberuf so reizvoll?

Josefowitz: Gemeinsam mit anderen Menschen authentisch unseren christlichen Glauben leben zu können und dafür Formen und Sprache zur Verfügung zu stellen, wie zum Beispiel bei Feiern von Gottesdiensten anlässlich schöner als auch schwerer Anlässe. Ach, und so vieles mehr – ich liebe meinen Beruf, den ich mehr als Dienst verstehe als einen Beruf.

Wo waren Sie bisher tätig?

Josefowitz: Vor knapp 50 Jahren habe ich in Dortmund das Licht der Welt erblickt und dort meine Kindheit und Jugend verbracht. Als C-Kirchenmusikerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Dortmund-Wickede habe ich dann mein Theologiestudium finanziert, das ich in Bochum und Münster absolviert habe. Die Zeit in Dortmund-Wickede war stark von sozial-diakonischer Arbeit geprägt, was mich nachhaltig beeinflusst hat. Ebenso ist die Musik für mich ein stetiger Begleiter bis zum heutigen Tag. Zum Vikariat bin ich in die Evangelische Kirchengemeinde Unna-Hemmerde eingewiesen worden. In der dann später fusionierten Kirchengemeinde Hemmerde-Lünern habe ich dann insgesamt zehn Jahre als Pfarrerin gewirkt, bevor ich dann vor zehn Jahren auf die Diakoniepfarrstelle des Evangelischen Kirchenkreises Unna gewählt worden bin. Und nun ein neuer beruflicher Abschnitt! Mit dem Beginn der diesjährigen Adventszeit verstärke ich neben meinem Dienst als Diakoniepfarrerin mit einem Dienstumfang von 50 Prozent das Pfarrteam um Claudia Brühl-Vonhoff und Philipp Reis in der Ev. Kirchengemeinde Holzwickede und Opherdicke für die kommenden drei Jahre.

Was haben Sie am Theologiestudium am meisten gemocht?

Josefowitz: Theologisch habe ich mich in den vergangenen Jahren besonders mit ethischen Fragestellungen beschäftigt und freue mich darauf, diese Impulse auch in die Gemeindearbeit einbringen zu können.

Warum sollten Gläubige in die Kirche gehen? Geht Gottesdienst nicht auch zuhause?

Josefowitz: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen...“ – so heißt es in einem Kanon. Gottesdienstfeiern – das geht nur gemeinsam, im Freien zum Beispiel auf Gut Opherdicke oder auch an anderen Orten in Holzwickede und Opherdicke. Aber eben auch in unseren schönen Kirchen. Für mich sind das besondere sakrale Räume, die eine Begegnung mit Gott ermöglichen können. Ich möchte diese Gebäude nicht missen!

Vor welcher Herausforderung sehen Sie die evangelische Kirche in den kommenden Jahren?

Josefowitz: Fröhlich kleiner zu werden – dabei authentisch das, was wir glauben, zur Sprache zu bringen und somit einem weiteren Relevanzverlust des christlichen Glaubens in unserer Gesellschaft entgegen zu wirken.

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