Nach 40 Jahren: Freundschaft zwischen Holzwickede und Louviers nicht selbstverständlich

dzFreundeskreis Holzwickede-Louviers

An der Freundschaft zu Frankreich hat der Freundeskreis Holzwickede-Louviers die Allgemeinheit im März durch die Französischen Kulturtage teilhaben lassen. Nun sollen die Mitglieder auf vier freundschaftliche Jahrzehnte blicken dürfen.

Holzwickede

, 06.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es waren 13 Gründungsmitglieder um Peter Griesel, den ersten Vorsitzenden des Vereins, die 1979 die Freundschaft zur Partnerstadt Louviers stärken wollten. Über vier Jahrzehnte wuchs die Zahl der Mitglieder auf mittlerweile knapp 360. Der Freundeskreis ist der größte Kulturverein der Gemeinde und hat sich innerhalb der deutsch-französischen Gesellschaft über NRW hinaus einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet.

„Als wir uns unter Peter Griesel, der leider viel zu früh verstorben ist, gründeten, stand die Versöhnung zwischen den einstige Erzfeinden im Vordergrund. Eltern, Großeltern – die Kriegsgeneration lebte noch und wir rannten damit offene Türen ein“, sagt der heutige Vorsitzende Jochen Hake.

Im freundschaftlichen Verhältnis nicht bequem werden

Er selbst war Anfang 20, als er am 5. Dezember 1979 mit seiner heutigen Frau Ute zum Gründungsmitglied wurde. „Ich wurde damals quasi ins kalte Wasser geworfen. Ich reiste zufällig nach Frankreich als die Städtepartnerschaft vor der Unterzeichnung stand. Da bekam ich dann den Auftrag, in Louviers beim Bürgermeister anzuklopfen und nachzufragen, ob das auch wie geplant klappe“, sagt Hake und lacht. Deutsche Gründlichkeit eben.

Seine Liebe zum Nachbarland und zur Sprache wuchs in der Oberstufe, die auch seine spätere Frau teilte. „Als junger Mann in Paris waren ältere Herren im Umgang vielleicht zurückhaltender, sonst war der Austausch mit Franzosen immer herzlich“, erinnert sich Hake an Zeiten, als ein freundschaftliches Verhältnis beider Länder noch keine Selbstverständlichkeit war.

Nach 40 Jahren: Freundschaft zwischen Holzwickede und Louviers nicht selbstverständlich

Jochen Hake bei der Eröffnung der Französischen Kulturtage im März: Der Vorsitzende kann auf ein starkes Team aus Ehrenamtlern setzen. Anders wäre ein Mammutprogramm wie zu den Kulturtagen auch nicht zu stemmen. © Greis

Hier sieht Hake auch die Herausforderung der Zukunft, für den Partnerschaftsverein im Kleinen und beide Nationen im Großen: „Ein echter Konflikt ist zwischen Deutschland und Frankreich nicht mehr denkbar. Dadurch dominiert aber eine gewisse Selbstverständlichkeit.“

Im Kleinen müsse der Verein daher überlegen, wie eine Mitgliedschaft auch für die junge Generation interessant bleibe. Im Großen wiederum gehe es um den Zusammenhalt – aller europäischen Länder. „Sonst geraten wir zwischen die Mühlsteine der drei verbliebenen großen Nationen“ , sagt Hake und denkt an die Supermächte USA, China, Russland.

Feier und Festschrift als Dank für die Vereinsmitglieder

Wenn für die Vereinsmitglieder und Ehrengäste am Samstagmorgen im Forum des Schulzentrums eine Festmatinée ansteht, wird das Verhältnis innerhalb der EU sicher ein Thema sein. Als Festredner ist in Andreas Wolter der dritte Bürgermeister der Stadt Köln und Präsident des Deutsch-Französischen Ausschusses im Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) angekündigt. Musikalisch begleitet die französische Chansonssängerin Véronique Elling das Programm.

Zur Sache

Gründungsmitglieder werden geehrt

  • Sechs von 13 Gründungsmitglieder im Freundeskreis Holzwickede-Louviers sind heute noch oder wieder aktiv im Verein.
  • Diese Mitglieder werden am Samstag für ihre Zeit und ihre Rollen im Verein geehrt.
  • Zudem stehen am Samstag weitere Ehrungen für langjährige Mitglieder an.

Nachdem die Vereinsmitglieder im März innerhalb von zwei Wochen zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen der Französischen Kulturtage auf die Beine stellten, dient die Festmatinée nun vereinsintern dem Rück- und Ausblick.

Wer sich für den Freundeskreis interessiert, bekommt aber über eine fast 50 Seiten starke Festschrift einen Einblick ins Vereinsleben. Neben den wichtigsten Daten aus 40 Jahren finden sich hier interessante Porträts über Gründungsmitglieder und Rückkehrerinnen sowie Reiseberichte von erstmaligen Frankreich-Fahrern oder einer anspruchsvollen Fahrt gen Louviers per Fahrrad.

Die Festschrift liegt zur Festmatinée am Samstag aus, soll in der Folge aber auch bekannten Stellen in der Gemeinde, zum Beispiel in Schulen und im Bürgerbüro, ausgelegt werden.

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