Moderner und flexibel einsetzbar: Freiwillige Feuerwehr präsentiert neue Drehleiter

dzNeuheit im Gerätehaus

Ab sofort ist die neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr dann offiziell im Einsatz. Sie eröffnet den Brandschützern völlig neue Möglichkeiten.

Holzwickede

, 06.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stolze 650.000 Euro kostete das neue Feuerwehrfahrzeug samt Drehleiter, das am Samstag von heimischen Geistlichen geweiht und den Holzwickedern am Gerätehaus an der Bahnhofstraße vorgestellt wurde.

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Die ehrenamtlichen Brandschützer konnten das neue Gefährt der Marke MAN schon seit Mitte September auf ihrem Fuhrpark begutachten. Vize-Feuerwehrchef Marco Schäfer und Maschinist Udo Fernholz kommen noch immer nicht aus dem Staunen heraus. Sie sind regelrecht begeistert von der jüngsten Neuanschaffung, die am Wochenende von Bürgermeisterin Ulrike Drossel an die Einsatzkräfte der Gemeinde offiziell übergeben wurde.

Moderner und flexibel einsetzbar: Freiwillige Feuerwehr präsentiert neue Drehleiter

Pfarrer Bernhard Middelanis und Pfarrerin Claudia Brühl-Vonhoff weihten die neue Drehleiter. © Marcel Drawe

Fahrzeug hat optisch und funktional viel zu bieten

Kein Wunder, denn das neue Fahrzeug hat optisch wie auch funktional viel zu bieten, wo die alte Drehleiter, die immerhin über 23 Jahre „gute Dienste“ tat, eben nicht mehr gegen anstinken kann. Messbar wird das allein am Korb der neuen Drehleiter. Er ist technisch mit allem ausgestattet, was das Herz des Feuerwehrmanns wohl höher schlagen lässt.

Moderner und flexibel einsetzbar: Freiwillige Feuerwehr präsentiert neue Drehleiter

Die neue Drehleiter ist auf die letzten Meter abknickbar. Das wird in Zukunft so manchen Einsatz erleichtern, weil sie dadurch noch mehr Stellen erreichbar macht. © Marcel Drawe

Die Drehleiter ist mit drei Kameras bestückt. Sie ist flexibler einsetzbar als zuvor und kann deutlich mehr an Gewicht tragen. So lässt sie sich am oberen Ende abknicken. Dadurch erreichen die Brandschützer in komplizierten Einsatzlagen auch Stellen, wo mit dem Vorgänger oft Endstation war. Hinzu kommt, dass damit Hindernisse besser überwunden werden können.

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© Marcel Drawe


Drehleiter

Das neue Fahrzeug in Zahlen

  • Gewicht: 15,5 Tonnen
  • Länge: Ca. 11 Meter
  • Breite: 2,5 Meter
  • Höhe: 3,30 Meter
  • PS: 290

Drehleiter-Korb kann 500 Kilogramm tragen

Ein weiterer Vorteil liegt in der Lastkraft der neuen Drehleiter. Der Korb kann ein Gewicht von knapp 500 statt 270 Kilogramm tragen. Bis zu drei Menschen können damit künftig gleichzeitig aus Mehrstöckigen Häusern gerettet werden. „Das wird mit der Zeit immer wichtiger. Auch stark adipöse Patienten können dadurch auf einer Liege abtransportiert werden“, sagt Schäfer. Das sei vorher nicht möglich gewesen.

Beim Stichwort Modernität hat sich in fast allen Bereichen des Fahrzeugs vieles getan. Die Leuchten sind deutlich heller und dadurch auffälliger. Getreu nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“ trägt das zur Sicherheit während der Fahrt zum Einsatzort bei.

Fünffache Belastung für den Fahrer

Das ist nicht ganz unwesentlich: Der Fahrer steht laut Schäfer nämlich unter einer rund fünfmal so großen Belastung wie beim eigentlichen Einsatz. Er ist verantwortlich dafür, dass bei der Fahrt zum Einsatzort niemand zu Schaden kommt.

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Über einen drehbaren Computer kann Maschinist Udo Fernholz die komplette Drehleiter steuern. In den kommenden Wochen sollen noch weitere Brandschützer in Sachen Steuerung auf Kurs gebracht werden. © Marcel Drawe

Für ihn hat sich daher in Sachen Steuerung einiges zum Positiven hin verändert: So verfügt das neue Fahrzeug über ein Automatik-Getriebe. Das Martinshorn ist per Fußdruck neben der Bremse ein- und ausschaltbar. Vorher musste er es im Konsolenbereich bedienen. Da ist eine gewisse Ablenkungsgefahr nicht von der Hand zu weisen. „Der Fahrer soll sich nur noch auf den Verkehr konzentrieren müssen“, erklärt Schäfer.

Neues Auto in 70 Sekunden bereit für den Einsatz

Außerdem soll die Feuerwehr künftig vor Ort auch handlungsschneller werden: Mit dem neuen Fahrzeug soll Laut Hersteller eine Rüstzeit, also die Zeit, in der es am Einsatzort aufgebaut wird, von 70 Sekunden möglich sein. Auch das läuft heutzutage größtenteils automatisch ab, muss aber durchaus noch geübt werden. Bisher dauerte die Rüstzeit noch etwas länger. Bei Notfällen zählt manchmal immerhin buchstäblich jede Sekunde.

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Bürgermeisterin Ulrike Drossel hat neue Drehleiter offiziell an den Zugführer vom Löschzug 1, Werner Kohlmann, übergeben. © Marcel Drawe

Allgemein wird es mit Blick auf die vielen technischen Neuerungen eine Zeit lang brauchen, bis die Feuerwehrleute eingewiesen sind. In den kommenden Wochen finden daher noch Schulungen statt.

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