Nach 35 Jahren ist nun Schluss: Der Frauenabendkreis in Holzwickede verabschiedet sich

dzFrauenbendkreis

Traktorfahrten, Wanderungen und gesellige Gesprächsabende: Der Frauenabendkreis in Holzwickede kann auf 35 Jahre voller Erinnerungen zurückblicken. Nun verabschiedet er sich.

Holzwickede

, 06.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein offizieller Schlussstrich, wenn auch kein richtiger Abschied: Der Frauenabendkreis in Holzwickede löst sich auf. „Unsere Zeit ist einfach vorbei“, sagt Doris Hausmann, die das Treffen seit der ersten Stunde leitet. Am kommenden Sonntag, 9. Februar, wird es einen abschließenden Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Opherdicke geben.

„Vermissen werde ich nichts“, stellt sie klar. „Ich gehe ja immer noch zur Frauenhilfe. Da gehörten wir ja dazu und da gehen auch einige andere hin. Und ich treffe ein paar beim Kartenspielen. Ich sehe ja alle noch.“ Stattdessen blicke sie dankbar auf die vergangenen 35 Jahre zurück.

Immer andere Themen

„Unser erstes Treffen war am 7. Februar 1985“, erzählt sie. Ein Datum, das ihr in Erinnerung geblieben ist. Wohl auch, weil sie seitdem jedes Treffen des Frauenkreises in Notizbüchern dokumentiert hat. „Wir hatten uns zuvor schon zum Handwerken getroffen, aber das reichte uns nicht. Wir wollten über Themen reden, die uns bewegt haben.“

Jeden ersten Donnerstag im Monat kamen die Frauen zusammen. „Als wir angefangen haben, waren wir alle zwischen 40 und 45 Jahre alt.“ Rund 350 Treffen sind es in 35 Jahren geworden, ein jedes hatte ein eigenes Thema als Tagesordnung: Familie, die eigenen Kinder, Kirchliches, Reiseberichte, die Wahrheit über den Unnaer Esel und viele medizinische Themen waren in der Zeit mitunter Gesprächsthema.

Im Laufe der Jahre hätten sich natürlich auch die Themenschwerpunkte geändert. „Jetzt gehen wir alle auf die 80 zu. Manche sind sogar schon drüber.“ Auch deswegen sei nun Schluss.

Ein christliches Vorwort musste sein

„Man kann einfach nicht mehr.“ Früher habe man Ausflüge unternommen, sei mit dem Traktor gefahren oder zum Flughafen spaziert. „Das geht heute natürlich alles nicht mehr. Da gehen wir einmal um den Block und bestellen uns dann eine Pizza“, erzählt Haumann und lacht.

Nach 35 Jahren ist nun Schluss: Der Frauenabendkreis in Holzwickede verabschiedet sich

Zum Abschiedsessen des Frauenabendkreises Holzwickede trafen sich die Frauen im Refugio in Unna. © Marcel Drawe

Doch auch wenn es Ausflüge, Spiele- und Bastelabende gab, vorrangig sei der Frauenabendkreis immer eine Gesprächsrunde gewesen. „Wichtig war mir immer, dass jedes Treffen mit einem christlichen Vorwort angefangen hat“, sagt Haumann. Das habe sie selbst passend rausgesucht. „Wir waren immer eine christliche Gruppe.“ Dabei betont sie noch einmal, dass mit dem offiziellen Ende der Gruppe nicht auch die Arbeit in der Kirchengemeinde endet. Sie wollen auf jeden Fall weiter helfen.

Weniger Beteiligung an Treffen

Der Frauenabendkreis hat klein angefangen, erzählt sie weiter, sei aber rasch auf 25 bis 30 Frauen angewachsen. Auf dem Papier hat sich die Zahl bis heute nicht verändert. „Wir sind immer noch 25.“ Allerdings kämen zu vielen Treffen auch oft nur noch ein Dutzend.

Deswegen „sei ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören“, sagt Haumann. „Wir können einfach nicht mehr.“ Der Gottendienst am Sonntag steht deshalb unter dem Motto „Alles hat seine Zeit“. Die Frauen des Abendkreises werden dabei mitwirken und auch mithilfe alter Fotos auf die vergangenen 35 Jahre zurückblicken.

Gebührender Abschied

Pfarrer Philipp Reis sieht dem Gottesdienst traurig entgegen. „Das lässt mich alles nicht kalt.“ Erst neulich habe er den Männerabendkreis verabschieden müssen, nun folgt der nächste. „Ich kann das verstehen. Wir sind in einer Zeit des Umbruchs, auch für die Kirche.“ Einfach falle es ihm trotzdem nicht.

Eigentlich wollte sich der Frauenabendkreis still und heimlich verabschieden, das wollte Reis aber nicht zulassen. „Er hat ein würdiges Ende verdient und soll sich nicht klanglos verabschieden. Es ist eine Wertschätzung für all die Arbeit und ein Danke für das Einbringen in die Gemeinde.“

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