Starke Frauen bei gut besuchter Sommerlesung auf Haus Opherdicke

dzLiteratur-Sommer Hellweg

Nicht von ungefähr kam der Titel „Starke Stimmen – Starke Frauen“, der Lese-Veranstaltung, die im Literatur-Sommer am Samstag auf Haus Opherdicke stattfand. Denn die Frau stand im Mittelpunkt.

von Sebastian Pähler

Opherdicke

, 11.08.2019, 11:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Dinge kann Literatur: Auf der einen Seite lässt sie uns verbunden fühlen, wenn wir von anderen lesen, denen es genauso geht wie uns. Auf der anderen Seite erweitert sie unseren Horizont, indem sie uns Einblicke in Menschen ermöglicht, die eben ganz anders sind als wir. Bei der Lesung „Starke Stimmen - Starke Frauen“, im Rahmen des Festivals „Literatur-Sommer Hellweg“ auf Haus Opherdicke konnten die Besucher beides erleben, mal aufgrund, mal trotz ihres Geschlechts.

Die neue Frau

Titel und Thema der Lesung waren durchaus kein Zufall. „Das passt zu dem, was wir in Haus Opherdicke in den letzten Monaten kulturell veranstaltet haben“, so Landrat Michael Makiolla. Denn in dem Holzwickeder Wasserschloss läuft derzeit die Ausstellung „Die neue Frau“. Es stellen Künstlerinnen aus, die, so Makiolla, sonst nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient hätten.

Viele Stimmen

Auch die Protagonistinnen des Festivals waren unter dieser Prämisse ausgewählt worden. Denn in ihren Texten ging es in erster Linie um Frauen, mit einem besonderen Blick auf die Gesellschaft. So nahm etwa Tanja Raich das Publikum im Hof von Haus Opherdicke mit auf einen literarischen Ausflug in die Küstenstadt Jesolo. „Das könnte auch Rügen sein“, umschrieb die gebürtige Südtirolerin die Atmosphäre in dem Urlaubsort. In ihrem Roman „Jesolo“ berichtet sie von einer Frau, die alles erreicht hat und sich plötzlich fragt, ob das überhaupt ist, was sie will.

Starke Frauen bei gut besuchter Sommerlesung auf Haus Opherdicke

Auch Sohn Ole lauschte angekuschelt an seine Mutter Sarah Meyer-Dietrich den Geschichten, die von einer Kindheit im Ruhrgebiet inspiriert waren. © Sebastian Pähler

Im idyllischen Park von Haus Opherdicke trafen die Zuschauer auf das Mutter- und Tochter-Duo Inge und Sarah Meyer-Dietrich. Während Inge etwa in ihrem Roman „Leben und Träume der Mimi H.“ das Leben einer Dortmunder Näherin zu Beginn des 20. Jahrhunderts skizzierte, sezierte Tochter Sarah in „Ruhrpottkind“ das Lebensgefühl jener, die in dieser Region am Ende des Jahrhunderts Kinder waren.

Starke Frauen bei gut besuchter Sommerlesung auf Haus Opherdicke

Ins Dortmund im Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert nahm Inge Meyer-Dietrich das Publikum mit. © Sebastian Pähler

In „Kampfsterne“ schilderte Autorin Alexa Hennig von Lange, wie es drei Paaren Mitte der 80er Jahre trotz allem Wohlstand nicht gelingt, das Glück zu finden. Und Poetry-Slamerin Svenja Gräfen befasste sich in „Freiraum“ mit dem Schicksal eines lesbischen Paares, dessen Umzug aufs Land nicht die erhoffte Freiheit, sondern nur andere Zwänge mit sich brachte.

Starke Frauen bei gut besuchter Sommerlesung auf Haus Opherdicke

Mit Swing im Stil der 20er, 30er, 40er und 50er Jahre begeisterten die „Zucchini Sistaz“ das Publikum im ehemaligen Kuhstall. © Sebastian Pähler

Musikalisch umrahmten die „Zucchini Sistaz“ aus Münster das Programm, die mit Swing die Gäste begeisterten. Ihr eigenes literarisches Werk, ein Kochbuch ausschließlich mit Zucchini-Rezepten, war beim Festival noch nicht fertig. An Lesekost mangelte es aber nicht.

Starke Frauen bei gut besuchter Sommerlesung auf Haus Opherdicke

Recht groß war das Interesse an der weiblichen Perspektive. Im Hof des Wasserschlosses lauschten die Besucher unter anderem Tanja Raich. Angst, etwas am zweiten Leseort im Park zu verpassen, musste niemand haben, denn zwischendurch wechselten die Autorinnen. © Sebastian Pähler

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