Mit Video-Interview: Frank Lausmann (CDU) will im zweiten Anlauf auf den Chef-Sessel

Bürgermeisterwahl Holzwickede

Die CDU Holzwickede schickt mit Frank Lausmann eines ihrer prominentesten Gesichter ins Rennen ums Bürgermeisteramt. Im Gespräch erklärt er, warum es bei seinem zweiten Versuch klappen soll.

Holzwickede

, 05.08.2020, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im heimischen Garten fühlt Frank Lausmann sich besonders wohl. Der CDU-Bürgermeisterkandidat würde neben seinem Liegestuhl künftig gerne auf dem Chef-Sessel im Rathaus Platz nehmen

Im heimischen Garten fühlt Frank Lausmann sich besonders wohl. Der CDU-Bürgermeisterkandidat würde neben seinem Liegestuhl künftig gerne auf dem Chef-Sessel im Rathaus Platz nehmen. © Carlo Czichowski

Als Frank Lausmann vor 20 Jahren in Holzwickede CDU-Vorsitzender geworden ist, hat seine Bundespartei zeitgleich Angela Merkel zur Chefin gewählt. Während Merkel schon in ihrer vierten Legislaturperiode das Kanzleramt ausführt, wartet Lausmann bisher vergeblich auf den Chefposten der Holzwickeder Gemeindeverwaltung.

In ihrer Funktion als Parteivorsitzende, so scherzt Lausmann, habe er Merkel dagegen „überlebt“. Bei der Kommunalwahl tritt der 49-Jährige zum zweiten Mal als Bürgermeisterkandidat der CDU an – und will auch in diesem Punkt mit Merkel gleichziehen.

Video
Bürgermeisterwahl: Frank Lausmann im Interview

Lausmann ist mit 17 in die Junge Union eingetreten

Seine politische Karriere in der CDU begann sehr früh. Im Alter von 17 Jahren ist er 1988 in die Junge Union eingetreten. Einige Jahre später zog er in den Holzwickeder Gemeinderat ein, ist bis heute Ratsherr, zudem auch Vizebürgermeister und Vorsitzender des Verkehrsausschusses. Sein lokalpolitisches Lieblingsressort, wie er selbst sagt.

Der CDU-Vorstand steht geschlossen hinter, beziehungsweise hier teilweise auch neben, Frank Lausmann (5.v.l.) und hat ihn einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten vorgeschlagen. Am 13. September hofft er auf die Stimmen der Wähler.

Der CDU-Vorstand steht geschlossen hinter, beziehungsweise hier teilweise auch neben, Frank Lausmann (5.v.l.) und hat ihn einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten vorgeschlagen. Am 13. September hofft er auf die Stimmen der Wähler. © CDU Holzwickede

Aus diesem Sachgebiet stammt auch einer der wichtigsten Punkte, mit denen er im Wahlkampf überzeugen will: Der Bau der sogenannten Ortsumgehung. Es ist aus seiner Sicht ein Projekt, das viele Fragen der Zukunft beantworten könnte.

Die verkehrliche Neuregelung, auf die die Gemeinde seit vielen Jahren wartet und die momentan durch Klagen gewissermaßen aufgeschoben wird, ist aus seiner Sicht ein Schlüsselprojekt, das es unbedingt zu beenden gilt: „Wir waren noch nie so nah an der Ortsumgehung wie jetzt“, sagt Lausmann, der sich im Falle eines Wahlsieges für eine zeitnahe Umsetzung einsetzen möchte.

„Natürlich möchten wir auch ein tolles Rathaus“, aber...

Den Wählern gibt er ein Versprechen: Wie er erklärt, möchte er sich für eine von Vernunft geprägte Finanzpolitik einsetzen. Geld wolle er nur für jene Projekte ausgeben, die er in seinen Augen für besonders wichtig hält.

Ein Negativbeispiel ist für ihn der Umbau des neuen Rat- und Bürgerhauses, bei dem die CDU bekanntermaßen dagegen gestimmt hat. Lausmann erklärt die Haltung seiner Partei so: „Natürlich möchten wir auch ein tolles Rathaus“, so der Bürgermeisterkandidat der CDU. Die Frage sei nur, ob es in dieser Form nötig ist.

Den Verkehr aus der Gemeindemitte über eine Ortsumgehung verlagern: Das ist eines der Ziele, mit denen Frank Lausmann bei der Bürgermeisterwahl überzeugen möchte.

Den Verkehr aus der Gemeindemitte über eine Ortsumgehung verlagern: Das ist eines der Ziele, mit denen Frank Lausmann bei der Bürgermeisterwahl überzeugen möchte. © www.blossey.eu

Unter anderem die Zahl der Räume ist aus seiner Sicht eben nicht notwendig. Dabei fühlt er sich von den aktuellen Entwicklungen der Corona-Krise bestätigt. Seine These: Im Rathaus der Zukunft werden Verwaltungsbeamte zunehmend auch im Home Office tätig sein müssen, um etwa in Krisenzeiten unabhängiger zu sein.

Lausmann: Im persönlichen Gespräch „habe ich meinen Pfund“

Die Art des Wahlkampfs in der Corona-Zeit spielt ihm nicht gerade in die Karten: „Ich bin ein analoger Kandidat“, sagt Lausmann. In den Dialog tritt er lieber im Angesicht seines Gesprächpartners, schätzt statt einer Begegnung im Chatroom persönliche Gespräche. „Da habe ich meinen Pfund“, findet er.

Ganz ohne Internet geht es aber doch nicht: Um den Wahlkampf in den Sozialen Netzwerken, so erläutert er, kümmern sich die technikaffineren Kandidaten aus der Jungen Union.

Ein guter Bürgermeister, so ist sich Lausmann sicher, muss nicht unbedingt der beste Verwaltungsexperte sein. Sollte er gewählt werden, wäre es ihm wichtig die Menschen in der Gemeinde zusammenzubringen. Dabei setze er auf eine sachliche Streitkultur: „Wir streiten um den besten Weg, den wir am Ende alle gemeinsam gehen.“

Dieses Porträt ist Teil einer Serie zur Kommunalwahl 2020, in der wir alle vier Bürgermeisterkandidaten für die Gemeinde Holzwickede vorstellen.
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