Geben und nehmen: Holzwickeder können auch künftig Lebensmittel per Kiste teilen

dz„Foodsharing“

Essen teilen – das meint die dem Englischen entlehnte Initiative „Foodsharing“, um gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. In Holzwickede stand die Idee kürzlich auf der Kippe, wird aber eine Zukunft haben.

Holzwickede

, 12.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Marion Miranda hatte zuletzt eine Foodsharing-Aktivistin eine Lebensmittelbox an der Hauptstraße 158 nahe Landweg betreut. Mittlerweile ist sie aber mit ihrer Familie nach Schwerte gezogen, wo ihre „Buffy“ genannte Box dann wohl auch einen Standort finden wird.

Stand die Idee geteilter Lebensmittel so zwischenzeitlich auf der Kippe, hat sich in der Zwischenzeit gezeigt, dass es neben Miranda noch weitere Aktive in der Gemeinde gibt, die der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen.

So soll gegen Ende des Monats eine neue Lebensmittelbox in der Gemeindemitte etabliert werden. Der Grünen-Ortsverband hatte in den vergangenen Wochen bereits angekündigt, die Materialkosten für eine Box zu übernehmen. Es fehlte noch ein geeigneter Standort.

Standort für neue Lebensmittelkiste ist gefunden

Den will nun die Freie Evangelische Gemeinde an der Hauptstraße 23 bis 25 stellen. Im Hinterhof, der über die Parkstraße und die dortigen Parkplätze zu erreichen ist, darf das Behältnis für gesammelte Lebensmittel aufgestellt werden.

In Sabine Kwiatkowski trägt dann eine weitere Aktivistin die Verantwortung für den Standort. „Die Box muss regelmäßig kontrolliert und gesäubert werden und ich bin dann auch Ansprechpartnerin dafür“, sagt die Geschäftsführerin der Holzwickeder Grünen. Sie betont, dass das ehrenamtliche Engagement für die Initiative nicht in Zusammenhang zur Parteiarbeit steht. Die Initiative will unabhängig, nicht kommerziell und werbefrei sein.

„Foodsharing ist und darf nicht politisch sein“, sagt Kwiatkowski. Über die Kostenübernahme der Warenkiste werde das Engagement der Partei nicht hinausgehen.

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Den Bedarf für eine Lebensmittelkiste sieht Sabine Kwiatkowski in jedem Fall gegeben. Ihr Anspruch ist, dass sich künftig täglich frische Lebensmittel in der Kiste finden, die entnommen oder getauscht werden dürfen.

Wer will, kann haltbare Waren in die Kiste legen. Die Aktiven fragen aber auch Händler an, inwieweit man gegen Ladenschluss überschüssige Lebensmittel abholen kann. „Wenn Sie eine Packung mit drei Paprika haben und eine ist matschig, muss der Handel alle entsorgen. Das wollen wir durch Abholung vermeiden und die Lebensmittel retten, die noch gut sind“, so Kwiatkowski.

Gerade in den Sommermonaten würden auch Gartenbesitzer vermehrt ihr angebautes Obst und Gemüse teilen und tauschen. Foodsharing sei keineswegs nur für Bedürftige gedacht, sondern auch als Möglichkeit, um Essen in einer Gemeinschaft auszutauschen.

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