„Förder-Dschungel“: Holzwickede bekommt 450.000 Euro für die Digitalisierung von Schulen

dzFörderung vom Land

Mehr als sechs Monate hat die Gemeinde auf Gelder aus dem NRW-Fördertopf des Digitalpakts gewartet. Jetzt ist die Förderung bewilligt. An den Schulen soll sich zeitnah etwas tun.

Holzwickede

, 20.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Verwaltungsspitze hat Grund zur Freude: Das Fördergeld, das sie beim Land Nordrhein-Westfalen für die Digitalisierung der Holzwickeder Schulen beantragt hat, ist bewilligt worden. Das Geld soll in die digitale und infrastrukturelle Ausstattung der Schulen fließen.

Bei der bewilligten Summe handelt es sich um 448.020 Euro. Die Gemeinde stockt die Schulinvestitionen allerdings aus eigener Tasche auf 1,1 Millionen Euro auf. In mehreren Schritten sollen die Holzwickeder Schulen jetzt fit für digitalen Unterricht gemacht werden.

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Die Förderung zu bekommen, so erläutert der Erste Beigeordnete Bernd Kasischke, war alles andere als einfach. Er spricht von einem „Förder-Dschungel“, bezeichnet das Verfahren als „überbürokratisch und nicht kommunenfreundlich“. „Es gab sehr hohe Hürden“, sagt er.

Der Antrag für die Förderung zum Digitalpakt war sehr aufwendig

Wie Kasischke erklärt, lag der Teufel diesmal im Detail: Das Land habe im Vorhinein wissen wollen, wofür die Gemeinde das Geld im Einzelnen verwenden möchte. Zum Hintergrund: Dass bei Förderungen die Verwendung gewissermaßen vorgegeben ist und sich Land und Bund dessen vergewissern, ist nicht unüblich.

Dadurch, dass es in Holzwickede einen einheitlichen Medienentwicklungsplan gibt, der die Ziele für alle Schulen in der Gemeinde zusammenfasst, wurde es beim jüngsten Antrag etwas komplizierter: „Wir mussten quasi noch einmal viele kleine Medienentwicklungspläne für jede einzelne Schule erstellen“, sagt Kasischke.

Die Förderung sieht zwei Säulen vor: Zum einen geht es um die digitale Grundstruktur. Im ersten Schritt sollen etwa die Paul-Gerhard-Schule und die Aloysiusschule mit ausreichend Netzwerkkabeln, Servern und WLAN-Access-Points ausgestattet werden.

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Für die Arbeiten sind öffentliche Ausschreibungen notwendig

Die zweite Fördersäule beinhaltet die Anschaffung von Endgeräten, Druckern und Präsentationsgeräten. „Wir sind sehr froh, dass wir jetzt tätig werden können“, sagt Kasischke. Sowohl die Baumaßnahmen als auch die Gerätebestellungen müssten öffentlich ausgeschrieben werden. Bis sich an den Schulen etwas tut, kann es also noch etwas dauern.

Die Frage, ob eine frühere Bewilligung der Fördermittel den Schulalltag in der Corona-Krise vereinfacht hätte, beantwortet Kasischke mit einem Nein: „Mit 50 Geräten mehr und der nötigen Software wäre es nicht getan. Die Schulen hätten konzeptionell schon mehrere Jahre auf das digitale Arbeiten ausgerichtet sein müssen.“

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