Längere Landebahn und größere Flieger gleich mehr Verkehr

dzPläne des Flughafens

Der Dortmunder Airport will seine Landebahn um 300 Meter verlängern. Mag eine niedrigere Anflughöhe die Gemeinde nicht betreffen, so sind doch Auswirkungen auf Holzwickedes Straßen zu befürchten.

Holzwickede

, 21.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Flughafen Dortmund will bekanntlich gegen Jahresende einen Antrag bei der Luftfahrtbehörde in Münster stellen, um seine Landebahnschwellen um 300 Meter gen Unna-Massen zu versetzen. Dadurch würde sich die Landebahn von 1700 auf 2000 Meter verlängern.

Baulich würde sich dadurch wenig ändern – die Bahn ist bereits 2000 Meter lang, wird für Landungen aber nicht vollends genutzt. Die Verlängerung ist nötig, damit eine Maschine wie der Airbus 321neo auch bei Schlechtwetter landen kann. Auf dieses Flugzeugmodell wird Wizzair als wichtigster Kunde in den kommenden Jahren setzen. 65 Prozent der Linienflüge laufen über die Fluggesellschaft.

Während man sich in Unna gegen die Pläne sträubt, mehr Lärm fürchtet, ist das für Holzwickede weniger ein Problem. Der Umstand, dass der A321neo im Vergleich zum aktuell häufig von Fluggesellschaften genutzten A320 bis zu 20 Prozent mehr Passagiere befördert, ist jedoch problematisch: mehr Fluggäste, mehr An- und Abfahrten, mehr Parker, mehr Verkehr.

Und was die Flugbewegungen angeht, hat der Flughafen noch Kapazität nach oben: 45.000 Flüge sind jährlich erlaubt. Aktuell steht der Airport bei 30.000, davon sind bis zu 16.000 Linienflüge.

Die Problematik wurde unter der Woche im Umweltausschuss deutlich, als Airport-Prokurist Dietmar Krohne die Pläne vorstellte. Kern seiner Ausführungen war zwar ein Gutachten, dass die Lärmbelastung bei maximal 0,5 Dezibel über den jetzigen Werten sieht – laut Lärmschutzgesetz würde es erst ab einer Lärmsteigerung von zwei Dezibel kritisch – im Ausschuss wurde er aber auch auf die Verkehrsproblematik angesprochen. „Mehr Passagiere werden die Verkehrslage in Holzwickede verschlimmern“, sagte etwa Frank Niehaus (BBL).

Flughafen nicht an Verkehrschaos auf Straßen interessiert

Dem begegnete Krohne mit dem geplanten A40-Anschluss Holzwickede Ost. „Das ist ja ein Zeichen, dass auch wir den Flughafen ganz anders anbinden wollen. Von einer vollen Nordstraße und Falschparkern haben auch wir nichts“, sagte Krohne.

Mit Blick auf eine bessere Anbindung des Flughafens an den Holzwickeder Bahnhof verwies Krohne auf Gespräche zwischen Gemeinde und Deutscher Bahn in einer laufenden Projektgruppe.

Bürgermeisterin Ulrike Drossel bekräftigte die neutrale Sicht der Gemeinde auf die Pläne des Flughafens. Man stehe aber im Austausch mit dem Airport, um Lösungen für die Parkproblematik zu finden.

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