Flüchtlingshäuser an der Bahnhofstraße abreißen – dafür mehr zentrumsnahe Wohnungen

dzBezahlbarer Wohnraum

Über die Zukunft der Flüchtlingsheime an der Bahnhofstraße ist man sich in Holzwickede nicht einig. Die SPD spricht sich in einem Antrag dafür aus, sie abzureißen und neue Wohnungen zu bauen.

Holzwickede

, 27.01.2020, 10:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zukunft der Flüchtlingshäuser an der Bahnhofstraße ist weiterhin ungewiss: Die Gemeinde befindet sich mit der Baufirma, die nach Auffassung der Verwaltungsspitze für die Mängel in den Holzbauten verantwortlich ist, derzeit in einem Rechtsstreit. Wenn es nach dem Willen der Sozialdemokraten geht, sollten die Flüchtlingshäuser, die einst für rund eine Million Euro gebaut wurden, neuen Wohnungen weichen.

„Seit längerer Zeit ist bekannt, dass bezahlbarer Wohnraum in Holzwickede nicht gerade im Überangebot vorhanden ist. Wir hören immer wieder von Menschen, die gerne in unserer Gemeinde eine Wohnung mieten würden, die auch ihren finanziellen Ressourcen entspricht, aber leider oft genug dabei ohne Erfolg bleiben“, heißt es in einem Antrag der SPD.

Günstige Wohnungen nahe des Bahnhofs

An der Bahnhofstraße könnte nach Vorstellungen der SPD eben ein Teil dieses Bedarfs abgedeckt werden, wenn man dort günstige Wohnungen bauen würde. Die UKBS hatte angekündigt, in diesem Jahr nicht in neue Wohnungen in Holzwickede investieren zu wollen. Als Grund dafür wird laut SPD die schlechte Grundstücksbevorratung der Gemeinde angeführt.

Die SPD fordert daher, dass die Verwaltung das Vorhaben forciert, die Gebäude abzureißen, weil die anderen Flüchtlingsheime auf dem Gemeindegebiet ausreichen. Die SPD beantragt zudem „eine notwendige Bevorratung durch Kauf von Grundstücken, wenn keine eigenen vorhanden sind, die geeignet sind, um Projekte mit bezahlbarem Wohnraum zu realisieren“.

Bezahlbarer Wohnraum auch für Flüchtlinge mit Bleiberecht interessant

Außerdem beschäftigt sich die SPD mit der Frage nach der Integration der Menschen, die als Flüchtlinge in die Gemeinde gekommen sind und derzeit in den bekannten Einrichtungen eine erste Unterkunft gefunden haben. „Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Menschen auch dauerhaft hierbleiben wird, somit stellt sich auch in diesem Zusammenhang die Frage nach bezahlbarem Wohnraum“, schreibt die SPD in ihrem Antrag.

Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch hatte noch vor wenigen Tagen im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt, dass ein Abriss der Flüchtlingshäuser an der Bahnhofstraße keinen Sinn macht, solange der Rechtsstreit mit der Baufirma noch anhält: „Dann haben wir keinen Grund zum Streiten mehr“, sagte Nettlenbusch, der gemeinsam mit dem Rest der Verwaltungsspitze noch darauf hofft, dass man die Kosten für die Beseitigung der Mängel an den Holzhäusern erstattet bekommt.

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