Filme mit Lego: Willkommen in den „Howiwood“-Studios

dzFerienprojekt

In ein kleines Hollywood – oder viel mehr in „Howiwood“ verwandelten sich in dieser Woche der Treffpunkt Villa und die Gemeindebibliothek. Hier lernten Kinder, wie aufwendig es ist, einen Trickfilm zu produzieren.

von Sebastian Pähler

Holzwickede

, 19.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Rahmen eines Ferienprojektes konnten Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 14 Jahren lernen, wie man mit Lego-Steinen einen Trickfilm produziert. Die Weltpremiere des Gruselstreifens soll an Halloween, 31. Oktober, in der Gemeindebibliothek Holzwickede stattfinden.

Stück für Stück und Foto für Foto zum Bewegtbild

Mit sehr viel Sorgfalt bewegt Villa-Mitarbeiter Jens Hübner den Arm eines düsteren Zauberers im Miniaturformat. Nur ein paar Millimeter, sonst sieht es später im Film nicht flüssig aus. Hamza und Ayman schauen ihm dabei über die Schulter. Die beiden Achtjährigen führen Regie.

Wie soll sich der Lego-Zauberer bewegen? Wohin soll er gucken? Dann passt alles und der siebenjährige Ilias betätigt den Auslöser am Computer. Ein Foto von der Szene ist gemacht.

Damit daraus später eine Bewegung wird, sind noch viel mehr Fotos nötig. Hübner bewegt den Arm ein Stück weiter, auch das Skelett im Setting bewegt er ein bisschen und Ilias macht wieder ein Bild.

Das ist der Trick am „Trick-Film“: Da das menschliche Auge nur eine begrenzte Anzahl von Bildern pro Minute wahrnehmen kann, erscheint eine schnelle Folge von Fotos wie eine fließende Bewegung.

Filme mit Lego: Willkommen in den „Howiwood“-Studios

Der dunkle Lego-Lord und seine finsteren Gesellen machen den Trickfilm zum Gruselstreifen. © Sebastian Pähler

„Es geht auch um Medienkompetenz“, erläutert André Linhoff. „Die Kinder lernen, wie so ein Trickfilm von der Idee bis zum fertigen Film funktioniert und wie viel Arbeit da drin steckt“, so der Projektleiter.

Seit 2012, lange bevor es den ersten „Lego-Movie“ im Kino gab, macht der Sozialpädagoge schon Trickfilmprojekte mit Kindern und Jugendlichen. Lego-Bausteine benutzt er aus Passion und „weil man damit so kreativ seien kann.“

Hinter den Kulissen des Lego-Filmprojektes

Das Lego-Trickfilmprojekt ist ein Projekt der LAG Kunst und Medien in Kooperation mit dem Treffpunkt Villa und der Gemeindebibliothek Holzwickede, gefördert vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW.

Aus der Bibliothek kam auch die Idee zur Zusammenarbeit mit dem Treffpunkt Villa. Daher wurde im Laufe der Woche sowohl im Jugendtreff als auch in der Bücherei gedreht.

„Ich habe nicht damit gerechnet, wie kompliziert es ist, Lego zu transportieren“, berichtet Kerstin Dreisbach-Dirb. Die Sozialarbeiterin vom Treffpunkt kannte Linhoff und hatte ihn für das Projekt eingeladen. Da die Aufführung am 31. Oktober, also Halloween um 18 Uhr in der Bibliothek stattfinden soll, war seine einzige Vorgabe das Thema Horror.

Die Kinder waren davon begeistert. Auf mehreren Tischen wurden dann verschiedene Legomodelle aufgebaut. Die Teilnehmer konnten sich dann aussuchen, mit welchen sie arbeiten wollten. So entstanden drei Gruppen, die parallel an verschiedenen Szenen arbeiteten.

Filme mit Lego: Willkommen in den „Howiwood“-Studios

Ein richtiges Filmteam sind die Teilnehmer des Trickfilm-Projektes geworden. Einige Kinder haben sich auf die Technik konzentriert, andere auf Vertonung, Story oder Regie. © Sebastian Pähler

Kinder geben den Stummen Lego-Figuren ihre Stimmen

Am Freitag galt es schließlich die Geschichte, die auf einem Friedhof, in der Schule und in einem Gruselschloss spielt, zu vertonen. Dafür Sprachen die Kinder die Texte ihrer Figuren ein und André Linhoff synchronisierte sie mit den Bildern.

Auch Hintergrundgeräusche wie das Zwitschern von Vögeln und Pausengeräusche für die Schule hatten die Teilnehmer ausgesucht, damit der fertige Film auch die richtige Atmosphäre hat. Und für eine beatboxende Statue wurde bei der Vertonung auch gesorgt.

„Ich fand das Projekt ganz toll“, stellte etwa Miriam fest. Die Elfjährige war das einzige Mädchen unter neun Jungs, dass an dem Projekt teilnahm. „Mich hat interessiert, wie so ein Lego-Trickfilm gemacht wird und finde es super, dabei mitmachen zu können“, stellte sie fest. Stolz auf ihre Arbeit waren auch die anderen Teilnehmer die nun gespannt auf die Premiere warten.

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