Feuerwehr lobt Bußgeld-Erhöhung: Missachten der Rettungsgassen-Pflicht wird teurer

dzVerkehr

Wenn bei Unfällen keine Rettungsgasse gebildet wird, steht auch die Holzwickeder Feuerwehr vor einem Problem. Dass die Strafe dafür angehoben wurde, begrüßen die ehrenamtlichen Brandschützer.

Holzwickede

, 05.01.2020, 14:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich ist es gar nicht viel Aufwand, und einen großen Nachteil hat man dadurch - im Stau stehend - auch nicht wirklich: Gemeint ist das Bilden einer Rettungsgasse. Und dennoch missachten viele Autofahrer immer wieder diese wichtige Pflicht. An den Unfallstellen sorgt das regelmäßig für Verzögerungen, die in manchen Fällen sogar über Leben und Tod entscheiden können.

Dass ab dem 1. Januar die Strafe fürs Nichtbilden einer Rettungsgasse angehoben wurde, begrüßen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Holzwickede daher sehr. Autofahrer müssen seit Neujahr nämlich deutlich tiefer in die Tasche greifen, wenn sie der Rettungsgassen-Pflicht nicht nachkommen.

Wer keine Gasse bildet, zahlt bis zu 120 Euro mehr

Wer keinen Platz macht oder sogar selbst die Rettungsgasse nutzt, um schneller aus dem Stau zu kommen, muss ab jetzt bis zu 320 Euro Strafe zahlen. Hinzu kommen ein einmonatiges Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

Zum Vergleich: Bis zum 31. Dezember zahlten Verkehrssünder dafür noch bis zu 200 Euro und erhielten zusätzlich zwei Punkte. Ob sich durch die Erhöhung des Bußgeldes im Bewusstsein der Menschen wirklich etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Für die Freiwillige Feuerwehr in Holzwickede ist es aber eine gute Maßnahme.

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Wie Marco Schäfer, Pressesprecher der Holzwickeder Wehrkräfte, berichtet, bekommen auch die ehrenamtlichen Brandschützer aus Holzwickede häufig mit Rettungsgassen-Muffeln zu tun. In etwa 50 Prozent der Einsätze, bei denen die Feuerwehr auf die Autobahn ausrückt, ist für sie hinter vielen Autos kurzzeitig kein Durchkommen mehr.

Fahrer des Einsatzautos trägt viel Verantwortung

Damit hat dann vor allem der Fahrer des Einsatzfahrzeuges zu kämpfen: „Sie stehen ohnehin unter einer unfassbaren Belastung“, sagt der Pressesprecher der Feuerwehr und fügt an: „Sie sind dafür verantwortlich, den Wagen so schnell und sicher wie möglich zum Einsatzort zu fahren.“

Das sei keine einfache Aufgabe, wenn sie ständig vom Verkehr ausgebremst werden. Hinzu komme, dass die Feuerwehrfahrzeuge meist mehrere Hunderttausen Euro Wert sind. Auf den Fahrern liegt daher eine besondere, oft unterschätzte Verantwortung.

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Wie Schäfer erzählt, gibt es aber auch viele Menschen, die sich „sehr vorbildlich“ verhalten. Dass die Strafe angehoben wurde, beurteilt er als den richtigen Schritt in die richtige Richtung: „Wichtig ist, dass sie erwischt werden und dass es richtig weh tut“, sagt Schäfer.

Seiner Erfahrung nach kommt es in den meisten Fällen darauf an, das gewissenhafte Autofahrer mit gutem Beispiel voran gehen, beziehungsweise fahren. Wenn die Ersten an den Rand fahren, so die Erfahrung der heimischen Brandschützer, folgen ihnen die meisten sofort. Schäfer spricht dabei von einer Art Gruppenzwang.

Feuerwehr lobt Bußgeld-Erhöhung: Missachten der Rettungsgassen-Pflicht wird teurer

Vize-Feuerwehrchef Marco Schäfer (Bild) hält die Anhebung des Bußgeldes für die Missachtung einer Rettungsgasse für richtig. © Marcel Drawe

Wie Schäfer erläutert, sind den Brandschützern bei Einsätzen auf der Autobahn aber nicht nur fehlende Rettungsgassen ein Dorn im Auge: Ein weiteres, teilweise schockierendes Problem stellen laut Schäfer vor allem Gaffer auf der gegenüberliegenden Spur dar.

„Haben schon die dollsten Sachen erlebt“

„Da haben wir schon die dollsten Sachen erlebt. Einmal haben wir beobachtet, wie ein Paar auf den Seitenstreifen gefahren und stehengeblieben ist. Dann haben sie ihr Kind durch das Schiebedach klettern lassen, damit es mit dem Handy filmen kann“, erzählt Schäfer.

So ein Verhalten sei aber eher die Ausnahme: „Und das ist auch richtig so. Ziel muss es sein, die schwarzen Schafe zu erwischen.“ Erst dann könne ein Umdenken der Allgemeinheit bezweckt werden.

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