Das Feuerwehrgerätehaus in der Gemeindemitte braucht einen Anbau. Die Arbeiten verzögerten sich zuletzt – der Baugrund machte Probleme. Klar ist auch, dass der Anbau teurer als erwartet wird.

Holzwickede

, 26.08.2019, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Wirt Höing trafen sich am 4. März 1894 einst 33 Mitglieder der Freiwilligen Bürger-Feuerwehr Holzwickede zur ersten Generalversammlung – die Geburtsstunde koordinierter Brandbekämpfung in der Gemeinde. 125 Jahre später hätte Löschzug 1 dieses Jubiläum gerne am Feuerwehrgerätehaus an der Bahnhofsstraße gefeiert. Daraus wird aber nichts, denn: Wenn schon feiern, dann auch im entsprechenden Ambiente.

Und das ist erst gegeben, wenn das Feuerwehrgerätehaus Mitte durch einen Anbau modernisiert wurde. Dass das im Jahr des 125. Geburtstages nicht mehr passieren würde, das hatte Enrico Birkenfeld als Leiter der Wehr schon zu Jahresbeginn angekündigt.

Investitionen in Millionenhöhe für modernes Feuerwehrgerätehaus

Mittlerweile ist klar, dass eine Jubiläumsfeier auch Anfang 2020 wie einst erhofft nicht realistisch ist – der Baustart für den Anbau verzögert sich und wird aktuell für Mitte Oktober angepeilt. Und das ist nicht die einzige schlechte Nachricht: Das Projekt wird auch teurer als erhofft. Momentan geht man in der Gemeindeverwaltung von 1,6 Millionen Euro an Gesamtkosten aus. Eingestellt im Haushalt waren für die Modernisierung des Gerätehauses zunächst 750.000 Euro.

„Man muss die ursprüngliche Summe als Platzhalter sehen, die im Vorjahr für den Haushalt erarbeitet wurde“, sagt Holzwickedes Erster Beigeordneter Bernd Kasischke. So seien in den 750.000 Euro keine Kosten für den Abriss der einstigen Flüchtlingsunterkünfte enthalten und auch die Aufbereitung des Bodens ist nicht berücksichtigt.

Das wiederum sei ein unerwarteter Kostentreiber gewesen. So musste der Boden hinter dem Gerätehaus bis in eine Tiefe von gut 1,80 Meter ausgetauscht werden – der ursprüngliche Grund quellte bei Feuchtigkeit auf und hätte so nicht bebaut werden können. Obwohl sich auch der Boden der bestehenden Fahrzeughalle an einigen Stellen wölbt, sei das Problem laut Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch nicht vorhersehbar gewesen. „Wir wussten nie, woher die Wölbungen rührten. Jetzt wissen wir es“, sagt Nettlenbusch.

Anbau wird teurer: Gemeinde investiert 1,6 Millionen Euro in Gerätehaus der Feuerwehr

Das Hauptaugenmerk bei der Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses Mitte liegt hinter Fahrzeughalle und Verwaltungsgebäude. © Marcel Drawe

Problematisch für die Statik des Bestandsgebäudes seien die Wölbungen nicht, versichert der Bauamtsleiter. Dennoch behalte man das Problem künftig durch halbjährliche Untersuchungen im Blick, um im Falle eines Falles reagieren zu können. Reagieren musste man im Zuge der Planungen auch an anderer Stelle: Nicht nur musste der Boden aufgearbeitet werden, auch wandert der Anbau von der Fahrzeughalle ans Verwaltungsgebäude.

Bauunternehmen hat das Auftragsbuch voll

Mittlerweile ist der Anbau angepasst, der Baugrund ist bereitet – eigentlich könnte es losgehen. Aber da müsste auch das ausführende Unternehmen mitspielen und da hakt es. Ein Wechsel in der Geschäftsführung habe hier zwar nichts am Auftrag an sich geändert, wohl aber am Termin. Die aktuelle Auftragslage lasse einen Baustart vor Oktober nicht zu, lautete die Begründung des neuen Geschäftsführers.

„Wir hatten überlegt, zu einem zweiten Bewerber zu wechseln, der aber um einiges teurer gewesen wäre. Am Ende schlucken wir nun die Kröte und beginnen später“, sagt Nettlenbusch. Im optimalen Fall wäre der Anbau im Spätsommer oder Herbst des kommenden Jahres fertig.

Anspannung beim Blick auf das Großprojekt Rathausumbau

Vom Kostenanstieg im genannten Maße sei man zwar selbst überrascht gewesen, gibt Bernd Kasischke zu, unruhig werde man aber nicht. „Niemand muss Angst haben, dass deshalb beispielsweise an den Schulen gespart wird. Wir haben nun immerhin eine seriöse Zahl und werden zusätzliche investive Mittel bereitstellen“ – sprich: einen zusätzlichen Kredit aufnehmen. Hierfür sei die Zeit durch niedrige Zinsen auch weiterhin günstig.

Kopfschmerzen bereitet aktuell jedoch die Konjunktur auf dem Bau und die damit einhergehende Preisentwicklung. Ein Anbau für das Feuerwehrgerätehaus an der Bahnhofstraße ist schließlich nicht ansatzweise mit dem Um- und Anbau des Rathauses zu vergleichen. Zur Erinnerung: 19,53 Millionen Euro hat man sich hier als Obergrenze für das Gesamtprojekt gesetzt. „Es ist jetzt nicht so, dass ich nachts hochschnelle – aber klar: Natürlich ist man beim Thema Rathaus angespannt“, sagt Uwe Nettlenbusch mit Blick auf die derzeitige Preisentwicklung am Bau.

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