Dass ein Brandstifter im Kleingarten sein Unwesen treibt – das gab es im KGV „Am Oelpfad“ noch nie, wurde im Juni aber Realität. Vier Lauben brannten lichterloh. Danach startete der „Aufbau Ost“.

Holzwickede

, 30.08.2019, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im östlichen Teil des Kleingartengeländes – hier liegt Detlef Lorenz‘ Rückzugsort bereits seit Anfang der 1990er-Jahre. Ehefrau Heidi hat hier bereits seit den Anfängen des Kleingartenvereins „Am Oelpfad“ vor gut 40 Jahren eine Parzelle. Detlef Lorenz hat quasi „eingeheiratet“.

Vorgefallen ist in all der Zeit nie etwas. Bis zu jener Pfingstnacht im Juni, als die Feuerwehr gegen 1.30 Uhr ausrückte, weil vier Gartenlauben in Flammen standen – darunter die von Heidi und Detlef Lorenz.

Als er am Morgen von Vereinskassierer Hermann Volke angerufen wurde, dachte der Kleingärtner zunächst: „Der will dich doch verarschen.“ Doch Volke meinte es ernst. Der Dachstuhl mit Zwischendecke, ein Schuppen mit hochwertigen Werkzeugen, die Inneneinrichtung mit Küchenzeile und Sofa – alles verbrannt.

Wie Holzwickeder Kleingärtner gemeinsam ihre Lauben wieder aufbauen

Nach dem Brand im Juni waren die vier betroffenen Lauben teils komplett zerstört. © Marcel Drawe

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Außerordentliche Mitgliederversammlung

Kleingärtner informieren zu Lauben-Versicherung

  • Der Kleingartenverein nimmt den Brand im Juni zum Anlass, um Versicherungen für seine Pächter anzupassen.
  • Der Vorstand lädt daher seine Mitglieder am Sonntag, 1. September, um 16 Uhr zu einer außerordentlichen Versammlung in das Vereinsheim der Kleingartenanlage ein.
  • Aus den Erkenntnissen der Laubenbrände will der Vorstand den Vereinsmitgliedern wichtige Informationen zu der Versicherung der Gartenlauben gegen.

Weil Gutachter von Polizei und Versicherung die Ursache für das Feuer einem Brandstifter zuordneten, der bis heute nicht gefasst wurde, bleiben die betroffenen Kleingärtner zumindest nicht auf den Kosten sitzen.

Ganz ohne finanzielle Eigenleistung geht es aber nicht, denn die Versicherungssummen waren nicht mehr zeitgemäß. „Der Gutachter hat für einen Neuaufbau 26.000 Euro pro Laube angesetzt. Da muss jeder noch was draufzahlen“, sagt der KGV-Vorsitzende Horst Breer.

Drei von vier Gartenlauben werden wieder aufgebaut

Dazu waren am Ende drei der vier betroffenen Pächter bereit. Neben Detlef Lorenz stehen derzeit auch Ralf Mikolajczak und Guiseppe Monteleone fast täglich in ihren Parzellen und bauen ihre Lauben wieder auf. Ein vierter Pächter, dessen Gartenhäuschen komplett niederbrannte, verzichtet indes darauf.

Nahezu ausgelastet

Ausgezeichnete und beliebte Kleingartenanlage

  • „Davon können andere Vereine nur träumen“, sagt der KGV-Vorsitzende Horst Breer und meint damit die derzeit 83 von 84 verpachteten Parzellen in der Kleingartenanlage „Am Oelpfad“.
  • Hier haben nicht nur Holzwickeder ihren Rückzugsort, auch aus dem Raum Dortmund, Iserlohn und Unna finden sich hier Kleingärtner.
  • Schon elf Mal wurde der KGV mit der „Roten Azalee“ für die schönste Anlage im Bezirksverband Hamm/Kreis Unna ausgezeichnet.

„Die Fläche bleibt nun auch frei und wird der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Eine Wildhecke, Steinhaufen, Bienenhotel – da ist viel denkbar. Wir schauen mal, was wir da machen“, sagt Horst Breer. Das wird dieses Jahr aber nicht mehr passieren.

Eiliger hat es das Trio um Detlef Lorenz. Ehrensache ist dabei, dass man sich untereinander hilft – sei es mit Werkzeug oder Manneskraft. Auch die Laubennachbarn um Hermann Volke gehen den Brandopfern bei Bedarf zur Hand. Das Geld von der Versicherung zu nehmen und den Garten aufzugeben, für Detlef Lorenz war das nie eine Option. „Ohne Garten geht nicht. Zu Hause habe ich nur einen kleinen Balkon“, sagt er.

Nachdem die Polizei zunächst ermittelte und auch die Versicherung die Schäden begutachtete, konnten die Kleingärtner erst Mitte Juli mit dem Wiederaufbau beginnen. Alle drei Parzellen sind äußerlich auf dem gleichen Stand: Die Dachaufbauten sind bereit, gedeckt zu werden. Aktuell wartet man auf das nötige Material.

Wie Holzwickeder Kleingärtner gemeinsam ihre Lauben wieder aufbauen

Die Wände im Innenbereich seiner Laube will Detlef Lorenz im Landhausstil mit Profilholz im Landhausstil verkleiden. © Marcel Drawe

Der Innenbereich von Detlfef Lorenz‘ Laube ist derweil noch im Rohzustand. Nach dem Brand wird er hier einiges ändern: Statt wie früher Rauputz-Tapete will der Kleingärtner Profilholz an die Wände bringen und sein Häuschen im Landhausstil herrichten.

Auch wenn der Anlass ein trauriger war, den der Vorsitzende Horst Breer noch immer nicht nachvollziehen kann – „Brandstiftung kam bei uns in 40 Jahren nicht vor. Das ist schon krank“ – so zeigt sich durch das Unglück am Ende aber: Ein gestandener Kleingärtner gibt seine Parzelle nicht so schnell auf – und er kann sich auf die Gemeinschaft vor Ort verlassen.

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