Seltener Anblick: Fasan spaziert durch Rausingen – und markiert Abgesang auf Feldvögel

dzLebensräume fehlen

Lange Schwanzfedern, buntes Gefieder, stattliche Größe: Fasane sind leicht zu erkennen. Wenn man sie denn sieht: Ihr Anblick wird seltener. Das gilt nicht nur für diesen Feldvogel.

Holzwickede

, 19.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Grunde gehört er gar nicht in die hiesigen Gefilde: Der Fasan wurde einst zur Jagd auch in Deutschland angesiedelt. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Tiere lag ursprünglich im asiatischen Raum.

Unter der Woche war ein Hahn auf einem Feld in Rausingen an der B1 zu beobachten. „Man sieht sie nicht mehr so häufig. Ich war unter der Woche bei Wiederholt mit dem Rad unterwegs und habe ihn auch gesehen“, sagt Siegfried Kolbe aus der Agon Schwerte. Die Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz im Nabu-Kreisverband Unna setzt sich für Naturschutz ein und beobachtet auch Vögel in und um Schwerte.

Zahl der Feldvögel in der Region nimmt rapide ab

Kolbe und seine Mitstreiter stellen allgemein fest, dass es gerade Feldvögel wie der Fasan aber insbesondere auch ursprünglich heimische Arten wie das Rebhuhn und der Kiebitz in der Region immer schwerer haben, geeignete Habitate zu finden.

So sei das Rebhuhn im Dortmunder Raum gar nicht mehr heimisch. „Vielleicht gibt es noch welche im Bereich des Flughafens – keine Landwirtschaft, keine Pestizide, Hunde und Menschen. Das wäre denkbar“, sagt er.

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Den Feldvögeln macht heutzutage nicht nur ein Faktor das Leben schwer, es kommen gleich mehrere zusammen: Felder weichen Gewerbegebieten; bestehende landwirtschaftliche Flächen werden intensiver genutzt, Pestizide, Gülle, asphaltierte Wirtschaftswege, fehlende Grünstreifen und Hecken, der Klimawandel – Erich Kretzschmar zählt mehrere Gründe auf, die beim Verschwinden der Arten zusammenkommen.

Kretzschmar ist Mitautor des Buches „Dortmunder Vogelwelt“, das Ende vergangenen Jahres erschien und mehr als 300 verschiedene Arten nachweist. Es bietet aber auch historische Erkenntnisse zu Vorkommen vor 100 Jahren und Bestandsentwicklungen.

Der Klimawandel beeinflusst die Brut des Kiebitz‘

So ist die Erkenntnis für den Kiebitz auf Dortmunder Stadtgebiet erschreckend: Im Laufe von nur 15 Jahren ist er nahezu vollständig verschwunden. Selbst in und um das namensgebende Naturschutzgebiet „Kiebitzwiese“ in Fröndenberg macht sich der Vogel rar.

Kretzschmar nennt einen Grund: „Da macht sich der Klimawandel bemerkbar. Der Kiebitz muss bei Brutbeginn ein Feld noch überblicken können“, sagt der Experte. Getreidearten würden heutzutage aber früher und schneller wachsen. Alle Bedingungen könnten perfekt sein, steht das Getreide schon zu hoch, dann brütet der Vogel nicht.

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