Fahrlässige Brandstiftung im Vorjahr: Holzwickederin nun auch wegen Betrugs verurteilt

dzGerichtsverfahren

Mit betrügerischen Online-Geschäften prellte eine 29-jährige Holzwickederin mehrere Opfer. Die Frau, die eine Haftstrafe wegen fahrlässiger Brandstiftung verbüßt, bleibt noch länger in Haft.

von Sylvia Mönnig

Holzwickede

, 19.03.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zahlreiche Eintragungen wegen Betrugsdelikten befanden sich bereits in ihrem Strafregister und doch konnte es die 29-Jährige offenbar nicht lassen: Im Sommer 2018 bot sie über Portale wie Ebay oder Facebook den Tausch oder den Verkauf teurer Smartphones an.

In sechs Fällen gingen ihr arglose Personen auf den Leim, schickten ihr ihre Handys oder Geld und erhielten im besten Fall leere Flaschen, Würstchen oder auch ein Feuerzeug. Insgesamt entstand den Betroffenen so ein Schaden von über 4200 Euro.

Gewerbsmäßiger Betrug wurde der Holzwickederin nun in einem Prozess vor dem Amtsgericht Unna zur Last gelegt. Sie wollte sich zunächst gar nicht äußern, lenkte nach einem Gespräch mit ihrem Verteidiger jedoch ein und ermächtigte ihn, die Vorwürfe in ihrem Namen einzuräumen. Weitere Angaben zu den Taten gab es nicht.

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Nach einer Verurteilung im Dezember 2019 sitzt die 29-Jährige nunmehr in Haft. Das Landgericht Dortmund verurteilte die Frau wegen fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft.

Der Hintergrund dieser Verurteilung sorgte im Mai 2019 für Aufsehen: Im Streit mit ihrem Ex-Freund und im alkoholisierten Zustand zündete sie in der Wohnung am Frankfurter Weg mehrere Kleidungsstücke auf einem Sofa an. Dabei, so das Fazit der Strafkammer, rechnete sie nicht mit einem unkontrollierten Brand, der Verletzte und sogar Tote hätte fordern können.

Tatsächlich brachte sie nicht nur ihren beiden Kinder und sich selbst in Lebensgefahr, sondern auch acht Personen, die sich außerdem in dem Moment in dem Wohnhaus aufhielten. Ihr älterer Sohn und ein couragierter Nachbar wurden verletzt. Sie saß danach zunächst in U-Haft.

Zeit im Gefängnis verlängert sich erheblich für die Verurteilte

Die Zeit im Gefängnis, so die Einschätzung ihrer Betreuerin, habe zu einer positiven Entwicklung geführt. Die Holzwickederin sei vom Alkohol ganz weg und bemühe sich in der Haft um eine Ausbildung. Ausreichend Zeit dürfte sie dafür haben. Das Unnaer Schöffengericht verurteilte sie unter Einbeziehung der Entscheidung aus Dortmund zu drei Jahren und vier Monaten Gesamtstrafe.

Bei der Strafzumessung sprach das Geständnis, das dem Gericht eine umfangreiche Beweisaufnahme ersparte, für sie. Die zahllosen einschlägigen Vorstrafen und die laufende Bewährung zum Zeitpunkt der Taten wirkten sich hingegen verschärfend auf die ausgesprochene Strafe aus.

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