Floyd side of the Moon bei einem Live-Konzert. Eigentlich sollte die Rockband im Januar in der Rausinger Halle auftreten. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Auftritt in den Oktober verschoben. © Floydside
Kultur

„Es hat was von Entzug“: Corona stellt die Geduld von Künstlern auf die Probe

Der Auftritt von Floyd side of the Moon, die eigentlichen im Januar auf der Kleinkunstbühne Rausingen gastieren sollten, wäre der erste Gig seit dem Corona-Ausbruch gewesen. Aber sie müssen sich gedulden.

Seit mehreren Monaten stand die Band Floyd side of the Moon nicht mehr öffentlich auf einer Bühne. Für die Musiker, die in ihrer Pink-Floyd-Tribute Show die Musik der gleichnamigen britischen Rockband covern, ist die aktuelle Zeit alles andere als leicht.

Durch die Corona-Krise ist die Band in diesem Jahr kaum aufgetreten. Am 8. Januar wäre eigentlich ihr erster Gig nach dem ersten Corona-Lockdown im März gewesen. Der Ort des Konzertes lautet Holzwickede. Wegen der pandemischen Lage hat der Fachbereich Kultur in der Verwaltung – als Veranstalter – den Auftritt in der Rausinger Halle schon vor Wochen verschoben.

Im Gespräch mit dieser Redaktion äußert sich Keyboarder Marius Ader nach der Absage des Konzertes in Holzwickede über die Stimmung bei Floyd side of the Moon und die Perspektive, die Künstler in der Krise haben.

Worauf haben Sie sich beim Auftritt in Holzwickede am meisten gefreut?

Mario Ader: „Natürlich freut man sich als Band am meisten darauf, wieder vor leibhaftigem Publikum auftreten zu können, um das mühsam im Proberaum Erarbeitete mit anderen teilen zu können. Die Redensart ´Der Applaus ist das Brot des Künstlers´ hatte wohl noch nie mehr Gültigkeit als im Moment. Die Gelegenheit, endlich wieder Geld mit der Ausübung seines Berufes zu verdienen, freut einen Musiker natürlich auch sehr.“

Wäre es der erste Gig seit Ende des Sommers für Sie gewesen?

Ader: „Im Grunde wäre es sogar der erste Auftritt seit Ende Februar gewesen.“

Das heißt, Sie hatten den Sommer über keine Auftritte?

Ader: „Einmal haben wir es im Sommer mit einem Autokinokonzert versucht, was aber nicht so unser Fall war, da das Publikum noch nicht einmal hupen durfte. Wie lange die Pause noch andauern wird, kann derzeit keiner genau vorhersagen. Wir haben die Coronapause dazu genutzt, ein Konzept für Hybridkonzerte (Online gestreamtes Konzert mit wenigen echten Zuschauern unter Coronabedingungen) zu entwickeln und anzubieten, so dass wir auch während der Pandemie auftrittsfähig wären. Aber auch das ist im Moment ja verboten.“

Konzert
  • Das Konzert von Floyd side of the Moon, einer Pink-Floyd-Tribute-Show, wurde auf Freitag, 8. Oktober, verschoben.
  • Einlass ist um 19.30 Uhr, der Auftritt beginnt um 20 Uhr. Veranstaltungsort bleibt die Rausinger Halle, Rausinger Straße 30.
  • Alle vorab erworbenen Tickets behalten weiterhin ihre Gültigkeit.

Wie schwer ist die aktuelle Zeit für Sie als Künstler?

Ader: „Natürlich sind die Zeiten besonders schwer, gerade wenn, wie bei Floydside of the Moon hauptsächlich Profimusiker am Start sind. Leider hat die Politik, wahrscheinlich aufgrund einer fehlenden Lobby, bislang nur Hilfspakete geschnürt, die nicht wirklich passend sind für professionelle Livemusiker. Man kann nur hoffen, dass dort noch nachgebessert wird, sonst wird es für die Veranstaltungsindustrie eine sehr bittere Zukunft geben.“

Wie groß ist die Sehnsucht nach dem Publikum?

Ader: „Kurz gesagt: Sehr, Sehr groß! Es hat schon ein bisschen was von einem Entzug, wenn man so lange auf das Feedback des Publikums verzichten muss.“

Glauben Sie, dass das Jahr 2021 deutlich besser wird als 2020?

Ader: „Nein. Es bleibt abzuwarten, wie viele Veranstalter die Pandemie überhaupt finanziell überleben werden. Außerdem glaube ich, dass zumindest noch in 2021 viele Menschen, die noch nicht geimpft sind, es sich reiflich überlegen werden, auf ein Konzert zu gehen, so lange Corona noch ein Thema ist. Schön wäre es, wenn all diese Umstände der Politik langsam klar würden, um den an sich hohen Kulturstandard in Deutschland zu retten.“

Tickets für die Pink-Floyd-Tribute Show kosten im Vorverkauf 20 Euro. Karten gibt´s im Bürgerbüro, in der Gemeindebibliothek und in der Seniorenbegegnungsstätte. Die Vorverkaufsstellen können momentan allerdings wegen der Corona-Pandemie eingeschränkte Öffnungszeiten haben, oder gar ganz geschlossen sein.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski
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