Sie können die Zeit auch genießen: Aber wenn Jesu Geburt gefeiert wird, dann stehen den Pfarrern der Gemeinde arbeitsreiche Tage ins Haus. Manchmal kehrt die Ruhe erst nach Weihnachten ein.

Holzwickede

, 22.12.2018, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die katholischen und evangelischen Pfarrer der Gemeinde, die Gemeindereferenten, Laienprediger, Kirchenchöre und alle Helfer, die sich an und vor Weihnachten in Gottesdiensten und bei Veranstaltungen einbringen, dürften Advent und Weihnachten die dichteste Zeite des Jahres sein. An erster Stelle müssen natürlich die Pfarrer genannt werden – schließlich ist es ihr Job, ihren Gemeindemitgliedern den Sinn der Weihnachtszeit in ihren Gottesdiensten nahezubringen.

Davon gibt es in der Gemeinde alleine vom 24. bis 26. Dezember 20 an der Zahl, die von drei evangelischen und zwei katholischen Pfarrern vorbereitet und abgehalten werden. Auch Laienprediger wie Björn Hauff oder die katholischen Gemeindereferenten Silke Klute und Bernhard Rath sind in die Abläufe der Gottesdienste involviert.

Erst, wenn die Weihnachtskerzen ausgeblasen sind, kommen die Pfarrer zur Ruhe

Philipp Reis, Bernhard Rath, Claudia Brühl-Vonhoff, Bernhard Middelanis, Silke Klute und Andreas Müller (v.l.) erleben als evangelische und katholische Pfarrer sowie als Gemeindereferenten an Weihnachten eine arbeitsreiche Zeit voller Termine und Vorbereitungen.greis © Greis

Ein Sehnsuchtsort

Die Botschaften in den Gottesdiensten sind natürlich so zentral wie unveränderlich: „Das Kind in der Krippe sollte natürlich immer das Thema sein“, sagt die evangelische Pfarrerin Claudia Brühl-Vonhoff. Weihnachten zu feiern, ist für sie schön und schwer zugleich. „Wir sind in dieser Zeit alle empfindsamer für die Lage der Welt und auch als Mensch innerhalb der Gesellschaft.“ Geborgenheit und Heimat seien dann besonders wichtig für die Menschen. „Weihnachten ist eben dieser eine Sehnsuchtsort im Jahr“, pflichtet ihr Kollege Andreas Müller bei.

Diese Sinnlichkeit steht schließlich in direktem Zusammenhang zu dem Ereignis, dass die Mitglieder der evangelischen und katholischen Gemeinden feiern. Die Menschwerdung Gottes durch die Geburt Jesu Christi. „Wenn Gott Mensch wird, dann wird er das mit allen Sinnen“, sagt der katholische Pfarrer Bernhard Middelanis. Für ihn ist die Weihnachtszeit auch eine des kritischen Nachdenkens. Diesen Bedarf spüre er in seiner Gemeinde.

Dem wolle man dann auch in den Predigten gerecht werden. „Alles geht auf Weihnachten zu, man lebt auch seelisch-geistig darauf zu. Da ist es schon mein Anspruch auch etwas Gehaltvolles und Treffendes zu sagen“, so Middelanis. Brühl-Vonhoff fügt an: „Weihnachten ist auch ein gewisser Druck beim Schreiben da. Es kommen mehr Menschen als sonst in die Kirche, die man auch erreichen will.“ Predigten schreibt sie aber sehr gerne. „Das ist ja nicht nur Mühe oder Stress, sondern auch für uns eine gute Zeit, um zu reflektieren.“

Eine ganz neue Zeit bricht Weihnachten für Philipp Reis an. Der ehemalige Holzwickeder Vikar ist Nachfolger von Christian Bald und hält seine ersten Weihnachtsgottesdienste am Heiligabend um 15 und 17 Uhr in der Evangelischen Kirche in Opherdicke ab. „Meine ersten Gottesdienste in Opherdicke sind für mich besonders. Ich freue mich auf eine volle Kirche. Ich bin aufgeregt und werde sicher auch etwas nervös sein“, sagt Reis.

Besonders sind natürlich in jedem Jahr die Krippenspiele. Auch weil die Geistlichen ein stückweit Kontrolle abgeben. Bernhard Middelanis nennt hier auch gerne den Wortgottesdienst für Kleinkinder zum Mitmachen. Genau könne man nie wissen, was da an Heiligabend ab 15.30 Uhr in der Liebfrauenkirche passiere. „Bei aller Anspannung, wenn es um die Krippenspiele geht; nach den Gottesdiensten, in den Gesprächen mit den Menschen, dann kommt auch für uns richtige Weihnachtsfreude auf“, sagt Silke Klute. „Danach und auch während der Gottesdienste in glückliche Gesichter zu sehen, ist immer wieder schön“, fügt Middelanis an.

Die Erkältung wartet

Mit einem Schuss Ironie erklärt indes Andreas Müller, wann die Zeit der Ruhe für ihn ansteht: „Weihnachten ist, wenn Weihnachten vorbei ist.“ Brühl-Vonhoff ist indes froh, dass sie sich die Termine so gut mit ihren Kollegen teilen kann. „Ich kann mir schon Zeit für die Familie nehmen, auch mal einen Gottesdienst besuchen.“ Dennoch wissen die Pfarrer um die Auswirkungen der arbeitsreichen Zeit: „Die Anspannung fällt erst danach ab. Und die Erkältung im Januar ist meist auch völlig normal“, sagt Andreas Müller mit einem Lachen.

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