Erst Corona, dann die Wirtschaft: Sammel-Aktion von Pater-Beda-Kreis fällt flach

dzAktionskreis Pater Beda

Die Altkleidersammlung im September fällt aus. Das ist heftig für den Pater-Beda-Aktionskreis. Der bangt in Holzwickede nun aber auch um die wöchentliche Papiersammlung.

Holzwickede

, 31.07.2020, 11:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pater-Beda-Sammlung war in Holzwickede etabliert: Zweimal im Jahr konnten die Holzwickeder gut erhaltene Kleidung zum Platz von Louviers bringen, damit sie noch garantiert einem guten Zweck diente.

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Der heimische Arbeitskreis war auch nie zu streng, wenn zwischendurch mal Anfragen kamen, ob man Säcke abgeben könne. Die wurden dann so lange eingelagert, bis die nächste Sondersammlung vor der Tür stand.

Der Markt ist völlig eingebrochen

Doch Corona macht in diesem Jahr einen heftigen Strich durch die Rechnung, die jahrelang aufging: Zum einen sorgen sich viele Institutionen um die Einhaltung von Hygiene-Standards, zum anderen ist der Markt für Altkleider völlig eingebrochen. Die GWA, mit welcher der Pater-Beda-Aktionskreis eng zusammenarbeitet, hat die Abnahme von Waren aus Sondersammlungen zum 1. August eingestellt. Die Sammlung in den grünen Containern läuft jedoch weiter.

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Bereits seit 2018, so erklärt GWA-Sprecher Andreas Hellmich auf Anfrage, sei der Markt sehr angespannt. Corona habe dies verstärkt. Das Problem: Fünf Prozent der Ware bleibt in Deutschland, der Rest geht ins europäische Ausland oder noch weiter weg. Corona-bedingte Einfuhr- und Transportbeschränkungen treffen die Branche hart. Denn die Verwerter haben so keine Abnehmer mehr für die gesammelten Textilien. Ihre Lager sind voll. Die GWA entschied daher, keine Sondersammlungen und die daraus resultierenden Mengen mehr abzunehmen.

Aktionskreis heftig getroffen

„Das trifft uns heftig“, sagt Wilfried Brinkmann von der Holzwickeder Steuerungsgruppe der Pater-Beda-Sammlung. „Das macht mir Sorge, denn es beginnt ja nur mit Textilien“, sagt er mit Blick auf die regelmäßige Altpapiersammlung. „Ob es auf das Papier übergreifen wird, ist noch nicht absehbar. Aber es kann durchaus sein.“

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Im Gegensatz zur Sondersammlung der Altkleider wird das Altpapier wöchentlich immer freitags von 17 bis 18 Uhr im Container neben der Glocke eingesammelt. Zehn Kubikmeter kommen allwöchentlich zusammen und werden zu einem vor Jahren mit der GWA ausgehandelten Festpreis verkauft. Höhen und Tiefen nahm der Pater-Beda-Kreis daher gelassen zur Kenntnis. Doch nun muss die Preisabsprache wohl angepasst werden - und wo man dann landen wird, weiß Brinkmann noch nicht. Nur soviel: „Für zwei Cent lohnt sich der Aufwand nicht mehr.“ Denn die Arbeit ist mühsam. „Einen Keller leer zu schleppen ist besser als jede Mucki-Bude“, sagt Brinkmann. „Daher muss sich das auch lohnen.“

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