Durchstich am Bahnhof: Entwicklungsgesellschaft dämpft Erwartungshaltung

dzBahnhof Holzwickede

Ein neues Konzept, ein erstes Ausschreibungsverfahren: In die Umgestaltung des Bahnhofs kam zuletzt wieder Bewegung. Ein großer Wunsch könnte indes an der Gesamtstrategie der Deutschen Bahn scheitern.

Holzwickede

, 27.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als im Oktober das zuständige Planungsbüro der Holzwickeder Politik ein neues Konzept zur Umgestaltung von Bahnhof und umliegender Areale im Fachausschuss präsentierte, hatte nicht jeder Verständnis dafür, dass der so lange geplante Durchstich unter den Gleisen zwischen Bahnhof- und Stehfenstraße erst im zweiten Schritt folgen sollte.

Zunächst einmal sieht das Konzept vor, die Mittelinsel zu überplanen – mit einem neuen Dach und einem kleinen Bahnhofsgebäude. Vor Jahresfrist ist hierzu bereits eine EU-weite Ausschreibung an den Start gegangen, werden Architektur- und Ingenieurbüros gesucht, die Entwürfe vorlegen sollen.

Ob es im zweiten Schritt mit dem Durchstich klappt – das liegt in großen Teilen an der DB Netz AG. Die Bahngesellschaft ist Eigentümer der Randflächen an der Grenze zu Rewe- und Aldi-Parkplatz, auf der aktuell zwei bereits stillgelegte Gleisanlagen ruhen.

Durchstich hängt an benötigten Flächen

Ein Durchstich wäre wohl nur realistisch, würde DB Netz die Flächen abtreten. Die Verhandlungen darüber führt die Bahnentwicklungsgesellschaft NRW (BEG) – eine Tochter des Landes sowie der Deutschen Bahn AG.

Im Oktober hieß es hier, dass das Thema möglicherweise bis Jahresende nochmals auf den Tisch komme. Auf Nachfrage dieser Redaktion wiegelte man vor den Feiertagen jedoch ab.

Auch aufgrund aktueller Entwicklungen im Mutterkonzern sei das Thema Flächenabgabe derzeit hochsensibel. Die Deutsche Bahn wird über den Bund massiv subventioniert, Milliarden von Euro sollen eigentlich in die Infrastruktur gesteckt werden, doch bekommt der Konzern das Geld sprichwörtlich nicht auf die Schiene. Geplante Investitionen stauen sich massiv.

Ein Blick auf die Gesamtstrategie der Bahn ist nötig

Von der BEG heißt es auf Nachfrage, dass die Bahn derzeit sehr restriktiv mit eigenen Flächen umgehe. Kommt der Befehl von oben, wäre es am Beispiel Holzwickede auch denkbar, dass für die beiden aktuell stillgelegten Gleise auch ein neues gelegt und genutzt würde.

Auch bei der BEG ist man sich durchaus darüber bewusst, dass sich am Beispiel Holzwickede ein Interessenskonflikt auftut. Die Pläne von Gemeinde und dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen Lippe (NWL) stehen ja nicht im Widerspruch zu dem, was auch die Bahn leisten soll: Ausbau der Infrastruktur. Auf welchem Wege das in den nächsten Jahren passiert, bleibt indes vorerst offen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Umweltschutz
Deo, Seife, Spülmittel: Kurs im Treffpunkt Villa gibt Anleitungen zum Selbermachen
Hellweger Anzeiger Brückenabriss Kurze Straße
Bequemer Bringdienst: Für Schüler geht´s per Taxi direkt zum Schulzentrum
Hellweger Anzeiger Notwendiger Sanierungsschritt
Nackte Tatsachen – Rathaus verliert vorübergehend sein grünes Kleid