Emschergenossenschaft will eigene Fluss-Führer ausbilden

dzKurs an Volkshochschule

Das ist ein VHS-Kurs der anderen Art: Ende des Monats startet eine Kooperation der Emschergenossenschaft mit der hiesigen Volkshochschule. Interessierte können sich dabei zu Emscherguides ausbilden lassen.

Holzwickede

, 15.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Rahmenbedingungen für Interessierte an dem Kurs der VHS Unna-Fröndenberg-Holzwickede bedürfen vor allem einer gewissen Mobilität: Wer Emscherguide werden will, reist innerhalb eines halben Jahres von der Emscherquelle bis zur -mündung.

Sieben Veranstaltungen umfasst der Lehrgang zwischen dem 29. Februar und dem 18. Juli, für den die Emschergenossenschaft nicht nur mit der hiesigen VHS sondern auch mit den Volkshochschulen in Essen, Gelsenkirchen und Dinslaken kooperiert. Am 29. Februar startet der Lehrgang auf dem Holzwickeder Emscherquellhof, wo der Ursprung der Emscher auf dem Lehrplan steht.

Experten vermitteln Wissen rund um die Emscher

VHS-Kurs „Emscherguide“

Sieben Veranstaltungen in sechs Monaten

Der Lehrgang umfasst etwa 60 Unterrichtsstunden, die immer samstags von 10 bis 18 Uhr stattfinden werden. Die einzelnen Termine sind:
  • 29. Februar: Emscherquellhof, Holzwickede
  • 14. März: Phoenix See, Dortmund-Hörde
  • 28. März: Hof Emschertal, Castrop-Rauxel
  • 25. April: Kläranlage Bottrop
  • 6. Juni: BernePark, Bottrop-Ebel
  • 20. Juni: Emscher-Haus, Essen
  • 18. Juli: Hof Emschermündung, Dinslaken
Die VHS-Kursgebühr beträgt 90 Euro pro Person. Bei allen Terminen sind Getränke und ein Mittagsimbiss inklusive. Anmeldungen nehmen die beteiligten Volkshochschulen noch bis zum 20. Februar entgegen: www.vhs-zib.de
Abschluss ist dann im Juli in Dinslaken auf dem Hof Emschermündung. Dann sind zum Abschluss unter anderem touristische Perspektiven ein Thema und werden feierlich die Zertifikate verteilt.

In den Modulen dazwischen klären Experten der Emschergenossenschaft über wasserwirtschaftliche Prinzipien hinter dem Dortmunder Phoenixsee auf, erläutern die Kläranlage in Bottrop, blicken im Essener Emscher-Haus auf die Geschichte der Genossenschaft und informieren über den aktuellen Stand der Dinge beim Emscherumbau.

Stellt sich natürlich die Frage, was Teilnehmer außer Wissenszuwachs von dem Kurs haben, der schließlich 90 Euro Gebühr kostet. „Es gibt viele Hobby-Historiker oder Regio-Guides, die Vorträge halten, bei denen die Emscher eine Rolle spielt“, sagt Genossenschaftssprecher Ilias Abawi. Auffällig sei, dass dabei mitunter oft falsche Zahlen und Fakten in die Welt gebracht werden.

„Ich habe das selbst schon erlebt, dass dann mit Wikipedia-Wissen gearbeitet wird. Da werden beispielsweise veraltete Fertigstellungstermine beim Emscherumbau genannt“, so Abawi. Da man hier quasi in den letzten Zügen stecke, bis Ende 2021 das Mammutprojekt beendet haben will, sei es zudem an der Zeit über neue Mitmach-Projekte für die Bevölkerung nachzudenken.

Die Emscher war einst Köttelbecke und als dreckigster Fluss Europas verschrien. In den vergangenen Jahren wurde der Flusslauf weitgehend renaturiert.

Die Emscher war einst Köttelbecke und als dreckigster Fluss Europas verschrien. In den vergangenen Jahren wurde der Flusslauf weitgehend renaturiert. © EGLV

„Der erste Schritt war, die Betriebswege für Radfahrer und Fußgänger zu öffnen. Mittlerweile gibt es weitere Projekte wie den Mitmach-Weinberg in Dortmund-Barop. Nun haben wir uns gedacht, dass wir durch den Lehrgang aktuelle Zahlen und Infos aus erster Hand geben können“, so Abawi.

Zertifizierte Guides sollen Wissen vermitteln

Was die Kursteilnehmer mit dem Wissen anfangen, liege bei ihnen. Aber für Abawi sei denkbar, dass die Emschergenossenschaft bei passenden Anlässen einen zertifizierten Emscherguide kontaktiert. Bei Veranstaltungen wie dem Emscherfood-Festival könnte ein Guide beispielsweise geführte Touren zu den Emscherquellen im Hixterwald anbieten.

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