Dass es sich bei der Emscher um fließendes Gewässer handelt, ist in Holzwickede derzeit nicht überall zu erkennen. Über die Gründe für den geringen Wasserpegel kann man allenfalls spekulieren.

Holzwickede

, 02.09.2019, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Sorge blickt die Emschergenossenschaft auf den aktuellen Pegel der Emscher. Seit Tagen ist sie so trocken wie selten zuvor. Wenige Zentimeter ist sie hoch. Vom Quellgebiet bis ins Zentrum der Gemeinde ist die Lage alles andere als rosig: „Das ist fast gar nichts“, sagt Ilias Abawi, Pressesprecher der Emschergenossenschaft.

Nach seinen Angaben stehen die Verbände der heimischen Flüsse in den nächsten Jahren vor schwierigen Herausforderungen. So auch die Emschergenossenschaft und der Lippeverband.

Messstellen zum Emscher-Pegel gibt es in Holzwickede zwar nicht, ein Blick auf den Wasserstand in Dortmund-Schüren ermöglicht allerdings eine Einordnung: Dort war die Emscher am Wochenende magere elf Zentimeter hoch. Normalerweise sei sie mehr als doppelt so hoch, wie Abawi verrät. Im übrigen auch deutlich höher als in Holzwickede.

Der Flusslauf auf Höhe der Baustelle gegenüber des Sparkassengebäudes, wo derzeit die Tiefgarage zum geplanten Mehrfamilienhaus entsteht, ist besonders trocken: Wo die Emscher sonst fließt, finden Spaziergänger momentan vielmehr feuchte Erde wieder.

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Ein Holzwickeder wendete sich jüngst mit einem Schreiben an unsere Redaktion und äußerte die Vermutung, dass der niedrige Emscher-Pegel möglicherweise mit der Baustelle zusammenhängt. Dort werde nämlich übermäßig viel Grundwasser abgepumpt. Die Emscher, die ihr Wasser teilweise aus dem Grundwasser speist, sei deshalb derartig trocken, vermutet er.

Das konnte die Emschergenossenschaft zwar nicht bestätigen, rund um die Frage, warum es um den heimischen Fluss so schlecht steht, kann aber auch Abawi nur mutmaßen. Eine mögliche Erklärung ist für ihn der Klimawandel, dessen Folgen seit dem vergangenen Sommer immer spürbarer werden.

„Wir müssen uns auf gravierende Veränderungen einstellen. Wenn das so weiter geht, haben wir hier in ein paar Jahren südeuropäische Verhältnisse“, prognostiziert Abawi ein für die Flusslandschaft im Ruhrgebiet eher düsteres Bild.

Nicht nur klimatisch sei die Situation extrem, auch die Wasserstände der Flüsse unterliegen nach Angaben von Abawi starken Schwankungen. Vor allem in Sachen Niederschlägen habe sich einiges geändert: „Es regnet im Sommer derzeit sehr selten und kurzweilig, dafür aber ziemlich heftig“, erklärt Abawi. Das reiche aber nicht, um die heimischen Flüsse mit genügend Wasser zu füllen.

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