Eltern-Taxis: Holzwickederin bringt ihre Kinder zur Schule, obwohl sie es gar nicht will

dzEltern-Taxis

Immer wieder wird Kritik an bringwütigen Eltern laut, die ihre Kinder sogar manchmal bis ins Schulgebäude begleiten. Eine Mutter aus Holzwickede setzt sich gegen diese Kritik zur Wehr.

Holzwickede

, 20.11.2019, 15:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eltern-Taxis sorgen immer wieder für Diskussionsstoff. Auch am Schulzentrum in Holzwickede verursacht der elterliche Hol- und Bringdienst jeden Morgen ein etwa 20 Minuten dauerndes, kleines Chaos. Und auch wenn die Situation dort nicht so schlimm ist wie in anderen Kommunen des Kreises, stehen die scheinbar bringwütigen Eltern dennoch oft in der Kritik.

Gegen diese Kritik setzt sich Nicole König zur Wehr. Sie wohnt mit ihrer Familie im Holzwickeder Norden und behauptet, dass sie keine andere Wahl hat, als ihre Kinder zumindest am Nachmittag von der Schule abzuholen. Morgens sei die Situation zwar auch nicht optimal, aber bei Weitem nicht so dramatisch, sagt sie.

Linienbus fährt zeitlich ungünstig

Der Grund für ihre regelmäßigen Abholdienste am Nachmittag ist, dass die einzige Buslinie (R51), die ihre Kinder für den Schulweg nutzen könnten, am Schulzentrum äußerst unpassend abfährt: Ihre zwei Mädchen, 15 und 16 Jahre alt, hätten an manchen Tagen je nach Stundenplan um 14.10, 15 oder 15.50 Uhr Schulschluss.

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Der Knackpunkt: Die Linie R51 fährt vom Schulzentrum stündlich ungefähr eine Viertelstunde vor der jeweils vollen Stunde ab. Für Königs Mädchen bleiben daher als Alternativen lange Wartezeiten oder der Fußmarsch nach Hause.

„Fühle mich ja selbst blöd dabei, mit dem Auto vorzufahren“

In Anbetracht der derzeitigen Temperaturen sind das sicher zwei ungemütliche Optionen: „Ich fühle mich ja selbst blöd dabei, immer mit dem Auto vorzufahren, auch aus Umweltschutzgründen. Aber es geht oft nicht anders, gerade im Winter.“

Nach einer passenden Lösung suchend, hat König schließlich ein Schreiben an die VKU gesendet, in dem sie die missliche Lage ihrer beiden Töchter schilderte. In einem Antwortschreiben erklärte die Verkehrsgesellschaft, dass man sich solcher Einzelfälle nicht annehmen würde. Damit die VKU tätig werden könnte, wären mehrere Betroffene nötig.

Busfahrkarten oft nur für den Hinweg zu gebrauchen

„Ich habe das Gefühl, dass Kinder aus Dortmund oder Unna fast schon die besseren Busanschlüsse haben als Holzwickeder Kinder“, sagt König mit Blick auf die Anbindung zum Schulzentrum. Außerdem ärgerlich: Ihre Kinder hätten die Busfahrkarten vorwiegend wegen des Schulwegs angeschafft. Nachmittags ist die Karte oftmals unnötig. Sofern König nicht selbst bei der Arbeit ist, holt sie ihre Töchter eben ab.

Auf Nachfrage erklärte VKU-Pressesprecherin Inga Fransson, dass es für solche Situationen verschiedene Gründe geben kann. In manchen Fällen würden Veränderungen von Unterrichtszeiten der Schulen dazu führen, dass die Buszeiten plötzlich nicht mehr perfekt passen.

Dass es bei Busfahrten grundsätzlich zu längeren Wartezeiten kommen kann, sei nicht gerade ungewöhnlich. Eine Option wäre, dass sich die Mädchen noch für eine halbe Stunde im Schulgebäude aufhalten könnten, bis der Bus dann am Schulzentrum abfährt.

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Im Regelfall wird der Schulträger tätig

Dass die Situation für die Königs nicht gerade einfach ist, kann Fransson durchaus verstehen. Falls es an Schulen gravierende Probleme gebe, sollten sich Eltern allerdings immer erst an die Schule wenden: „Im Regelfall tritt dann der Schulträger an uns heran, sobald es mehrere Betroffene gibt.“ In diesem Fall könnte man über mögliche Änderungen im Fahrplan sprechen.

„Jedes Kind hat einen Anspruch darauf, zur Schule zu kommen“, sagt die VKU-Sprecherin. Das sei in diesem Fall mit der Linie R51 sichergestellt. Für König und ihre Kinder ist das nicht zufriedenstellend. Für sie bleibt vorerst der elterliche Abholdienst die beste Variante. Ansonsten müssten sie eben warten. Entweder an der Haltestelle auf den Bus oder bis sich noch weitere Betroffene bei der Schule melden.

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