Im anderen Teil des Gebäudes hört man tagsüber Kinder spielen. Der U3-Bereich der Kita Schatzkiste in Opherdicke ist gesperrt. © Neumann
Kinderbetreuung

Eltern sind frustriert und üben Kritik: „Super-GAU“ in Kita Opherdicke

Schlechte Nachricht für junge Familien: Die Beseitigung des Wasserschadens in der 2021 eröffneten Kita Schatzkiste wird bis ins kommende Jahr dauern. Die halbe Kita bleibt bis dahin gesperrt.

Die Freude war am 21. Mai groß, als Vertreter des Evangelischen Kindergartenwerks im Kreis Unna gemeinsam mit der UKBS feierlich die neu gebaute Kita Schatzkiste an der Unnaer Straße in Holzwickede eröffneten. Im Juni kam dann die Hiobsbotschaft: Im U3-Bereich (rund 450 Quadratmeter) gibt es einen Wasserschaden. Die betroffenen Gruppen sind seitdem wieder im alten Gebäude an der Schwerter Straße untergebracht. Nur die halbe Kita ist derzeit nutzbar.

Nach vielen Untersuchungen in dem gesperrten Kita-Trakt steht nun fest: An dem derzeitigen Stand der Betreuungssituation wird sich bis zum nächsten Frühjahr nichts ändern. In den Herbstferien wird es gar zu weiteren Einschränkungen kommen.

Dann soll für besonders laute und umfangreiche Arbeiten auch der Ü3-Bereich geräumt werden. Die betroffenen Kinder werden während der Ferien stattdessen in der Paul-Gerhardt-Schule in Hengsen betreut. Geht bis dahin alles glatt, können zumindest sie anschließend wieder in den intakten Teil des Neubaus zurück. Die U3-Kinder müssen hingegen abwarten.

Im Zusammenhang mit der Opherdicker Kita musste das Kindergartenwerk der Evangelischen Kirchengemeinde im Kreis Unna bereits mehrere Hiobsbotschaften hinnehmen. Dass jetzt die halbe Kita teilweise saniert werden muss, ist für Hermann Schiefer, Geschäftsführer des Kindergartenwerks, die Schlimmste. © Neumann © Neumann

Die Eltern tappten lange Zeit im Dunkeln

Mitte der Woche hat das Kindergartenwerk bereits die Elternschaft über die jüngsten Erkenntnisse informiert. Bei einem Ortstermin am Freitag informierte der Kita-Träger dann gemeinsam mit dem Bauträger UKBS nun auch die Öffentlichkeit.

Von den Eltern gab es offenbar vor allem Kritik zum bisherigen Kommunikationsverhalten des Trägers. Das berichtete der Sprecher der Elternschaft, Benjamin Bock, der am Freitag ebenfalls vor Ort war. Auch unabhängig vom jüngsten Wasserschaden, so Bock, sei der Start nach der Kita-Öffnung durchaus holprig gewesen.

Eine Stelle an der Decke sei undicht gewesen. Zudem hätten sich Eltern um die Verpflegung der Kinder kümmern müssen. Fürs Frühstück gilt das bis heute, fürs Mittagessen gebe es inzwischen einen Caterer. „Das alles hätte man mit einem Schmunzeln hinnehmen können. Dass jetzt eine halbe Kita gesperrt ist, ist natürlich der Super-GAU.“

Hermann Schiefer, Geschäftsführer des Evangelischen Kindergartenwerks, kann die Kritik nur bedingt nachvollziehen. Er hielt es nicht für sinnvoll, über jede Entwicklung ausführlich zu berichten: „Es ging einige Male hin und her. Es hätte keinen Sinn ergeben, in der einen Woche zu verkünden, dass es nicht mehr lange dauert und alle atmen auf – und gleich in der nächsten Woche heißt es dann wieder, dass es jetzt doch länger dauern wird.“

Mehrere Schichten des Bodens wurden im gesperrten Gebäudeteil sukzessive entfernt. Das Problem mit der Feuchtigkeit ist größer als man zunächst angenommen hatte. © Neumann © Neumann

Halbe Kita bleibt bis Frühjahr 2022 gesperrt, U3-Kinder bleiben so lange in Hengsen

Jetzt herrscht jedenfalls Klarheit: UKBS-Sprecher Martin Kolander erläuterte, dass es sich bei dem Wasserschaden um einen technischen Defekt handelte. Im südlichen Teil der Kita wurde erst nach der Fertigstellung Feuchtigkeit im Boden entdeckt. Das Wasser stamme aus einer schadhaften Wasserleitung und werde als Versicherungsschaden eingestuft, sagt Kolander. Bei den folgenden Untersuchungen, die bis in den September dauerten, habe man dann immer mehr Probleme festgestellt.

Die Folgen des Schadens, der auf einen sechsstelligen Eurobetrag beziffert wird, sind daher weitreichender als zunächst angenommen. Nach den Untersuchungen habe sich eben vor wenigen Tagen herausgestellt, dass fast die halbe Kita betroffen ist. In dem gesamten südlichen U3-Trakt müsse nun der Fußboden samt Fußbodenaufbauten und Estrich rausgerissen und neu verlegt werden.

Über den Autor
Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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Carlo Czichowski

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