Felix Sprenger, Holzwickedes neuer Klimamanager, möchte die Verkehrswende vorantreiben. Wichtige Bausteine sind die Förderung von Radfahrern und E-Mobilität. © Udo Hennes
Interview

„Einer, der gerne sofort anpackt“: Neuer Klimamanager will Verkehrswende

Felix Sprenger ist jung und kommt frisch aus dem Studium. Mit seiner Offenheit überzeugte er die Gemeindeverwaltung sofort. Im Interview spricht er über seinen Corona-Start als Klimamanager und die ersten Projekte.

25 Jahre jung ist er und gerade mit dem Geographie-Studium fertig geworden – Holzwickedes neuer Klimamanager. Umso größer war die Freude von Felix Sprenger, dass nur vier Tage nach seinem Bewerbungsgespräch die Zusage der Gemeinde folgte. Anfang Juni ist er gestartet. In Holzwickede möchte sich der Klimamanager vor allem für nachhaltigere Mobilität einsetzen, wie er im Interview erklärt.

Sie haben die neue Stelle direkt nach dem Studium angetreten. Wie waren die ersten Tage im neuen Job?

Aufregend: Zuletzt habe ich ein Dreivierteljahr an meiner Masterarbeit geschrieben. Und das in der Corona-Zeit. Ich war also sehr viel zuhause. Jetzt wieder einen komplett strukturierten Alltag zu haben, ist etwas ganz anderes. Auch in der Verwaltungsarbeit muss ich mich jetzt erst einmal zurechtfinden. In meinem Fachbereich bin ich aber gut aufgenommen worden und hatte sehr schöne erste Tage.

Wie kann man sich Ihre nächsten Arbeitsschritte in der Gemeinde vorstellen?

In den kommenden Tagen muss ich vor allem mein Netzwerk aktivieren. Dazu gehört auch der Austausch mit anderen Klimamanagern aus dem Kreis Unna. Jeden zweiten Freitag besprechen sich alle Klimamanager im Kreis zum Stand der Dinge.

In vielen Kommunen ist es die Aufgabe der Klimamanager, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Die Gemeinde Holzwickede hat es anderes herum gemacht. Erst gab es das Konzept, jetzt kommen Sie als Manager dazu. Schränkt Sie das ein?

Nein, ganz im Gegenteil. Ehrlich gesagt, hat mich die Stelle genau aus diesem Grund besonders interessiert. Als ich nach meinem Studium online auf Jobsuche ging, habe ich ähnliche Stellen in anderen Städten gefunden. An dem Angebot aus Holzwickede gefiel mir vor allem, dass ich sofort an die Umsetzung gehen kann. Ich bin einer, der gerne sofort anpackt.

Was sind die größten Baustellen, mit denen Sie es in den nächsten Jahren zutun haben, und wo liegen die Potentiale in Holzwickede?

Die Bereiche mit dem größten Entwicklungspotential sind die Haushalte und die Mobilität. Als ich zum ersten Mal in Holzwickede war, sind mir direkt viele große Parkflächen aufgefallen. Auf nicht einer davon kostete das Parken Geld. Das Auto scheint ein großes Gut für viele Holzwickeder zu sein. Mehr Menschen zum Fahrradfahren zu bewegen, hat auch etwas mit der öffentlichen Wahrnehmung zu tun. Die Gemeinde hat aus diesem Grund auch in diesem Jahr wieder am kreisweiten Stadtradeln teilgenommen. Dadurch sollen die Bürger nicht nur CO2 sparen, sondern es soll ihnen auch klargemacht werden, dass viele Wege innerhalb der Gemeinde auch mit dem Rad gut und schnell zu erreichen sind. Hier möchte ich weiter ansetzen.

Gibt es etwas, das Sie in Ihrer Zeit als Klimamanager besonders gerne umsetzen möchten? Eine Art Herzensprojekt?

Das gibt es tatsächlich. Die Idee ist mir während meiner Zeit am Alfred-Wegener-Institut in Bremen begegnet. An vielen VHS-Standorten in Deutschland gibt es inzwischen Kurse, in denen Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz sensibilisiert werden. Einen ähnlichen Kurs würde ich in den nächsten ein bis zwei Jahren gerne in Holzwickede etablieren.

Was könnte jeder Bürger im Alltag zum Beispiel für den Klimaschutz tun?

Genau zu diesem Punkt mit den Bürgern in Kontakt zu treten, ist mein Ziel. Es gibt drei große Bereiche, in denen jeder etwas tun kann: Das sind Mobilität, Energie und Ernährung. Warum sollte man zum Beispiel sonntags die Brötchen vom Bäcker unbedingt mit dem Auto holen, wenn man auch mit dem Rad fahren kann? Und warum müssen Playstation und Co. immer auf Standby sein, wenn man die Geräte auch über eine Mehrfachsteckdose ausschalten könnte. Ebenso lohnt es, über Produkte aus der Region nachzudenken.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung

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