Der Emscherweg führt umständlich über Rausingen in das und aus dem Gemeindegebiet. Es gibt eine naheliegende Alternative, die einst keine war, mittlerweile aber doch eine werden könnte.

Holzwickede

, 19.06.2019, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist immer noch eine Gerade. Wer den Emscherweg zwischen Schäferkamp- und Gartenstraße verbinden und dabei keinerlei Eigentumsverhältnisse, Wasserschutzgebiete oder sonstige Einschränkungen berücksichtigen müsste, würde wohl einfach eine Linie parallel zum Bahndamm ziehen.

Genau das würde sich Friedhelm Klemp wünschen und eine kleine Radtour mit dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen zeigt, dass sein Wunsch auch unter Holzwickedern auf Gegenliebe stößt. So kommt man am Aschenpatt schnell mit einem Kleingärtner ins Gespräch, der das nur begrüßen kann, wenn von der Gartenstraße aus südlich des Bahndamms ein Radweg angelegt würde. Aktuell versperren Tor und Zaun den Zutritt zu einem Areal der Emschergenossenschaft. Im weiteren Verlauf müsste ein Radweg an einem Feld entlang führen. Luftlinie müsste ein Radweg hier keine 500 Meter überbrücken.

Im Gegensatz zur derzeit offiziellen Routenführung des Emscherweges, die von Sölde kommend ab Schäferkampstraße gen Norden rund um das Wiederholt-Betriebsgelände die Rausinger Straße zur Gartenstraße führt, wäre das eine Wegersparnis von gut einem Kilometer. Auch würden so Steigungen vermieden, die Radfahrer in beide Richtungen bewältigen müssen. Viel wichtiger aber: Ohne die Schleife durch das Rausinger Gewerbegebiet wäre der Weg sicherer und würde die schönere Route bieten. „Ich finde schon, dass das Eingangstor für Radfahrer in die Gemeinde nicht durch ein Gewerbegebiet führen sollte“, sagt Friedhelm Klemp.

Eine klare Routenführung für den Emscherweg in und aus Holzwickede ist gefordert

Für Radfahrer ist die Schäferkampstraße nicht attraktiv: Parkende Autos, keine Markierungen und mit großen Lkw muss man jederzeit rechnen. © Greis

Zumal es entlang der Schäferkamp- und der Rausinger Straße keinerlei Markierungen oder gar Radstreifen gibt. Radfahrer müssen die Straße nutzen, was aufgrund parkender Lkw und Autos riskant ist, oder auf einen einseitigen Gehweg ausweichen. „Die Lösung, die ich mir wünsche, war bereits vor Jahren in der Diskussion. Damals wiegelte die Emschergenossenschaft ab“, sagt Klemp. Auch vor dem Hintergrund der Radwege-Anbindung an den künftigen Wohnpark Emscherquelle müsse man nun aber aktiv werden.

Wenn Klemp seine Wunschvorstellungen erläutert, denkt er übrigens nicht alleine an die Radfahrer: „Es heißt ja Emscherweg und nicht Emscherradweg. Ich denke, eine direkte Verbindung ist auch für Fußgänger attraktiver. Wer will schon durch ein Gewerbegebiet spazieren?“

Eine klare Routenführung für den Emscherweg in und aus Holzwickede ist gefordert

Grüne Wiese: Zwischen Gartenstraße und Schäferkampstraße würde ein Radweg auch an diesem Feld entlang führen. © Greis

Bekannt ist, dass Gemeinde und Emschergenossenschaft seit gut einem Jahr im Austausch stehen, um die Wegeführung des Emscherweges zu verbessern. Und anscheinend hat sich die Meinung beim Wasserwirtschaftsverband mittlerweile geändert. „Es gibt mittlerweile eine Vorentwurfsplanung, die Friedhelm Klemps Vorschlag entspricht“, sagt Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch. Vorstellbar ist die Lösung durchaus – nur stellen sich vorher eben die Fragen zu Eigentumsverhältnissen, etwaiger Ausgleichs- oder benötigter Wasserrückhalteflächen. Uwe Nettlenbusch ist aber zuversichtlich, dass sich in den kommenden ein bis zwei Jahren hier etwas tut.

Gartenstraße

Bauamt will Löcher schnell schließen

Wer auf der Gartenstraße mit dem Rad unterwegs ist, muss im Bereich der Bahnunterführung aufpassen: Schlagloch-Alarm. Im Bauamt hat man die Löcher bereits auf dem Schirm: „Da ist aber eine größere Maßnahme nötig, da reicht der Asphaltkocher des Baubetriebshofes nicht aus. Das müssen wir extern vergeben“, sagt Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch, der den Schaden aber noch über den Sommer beheben lassen will.
Eine klare Routenführung für den Emscherweg in und aus Holzwickede ist gefordert

Im Bereich der Bahnunterführung ist auf der Gartenstraße wegen einiger dicker Schlaglöcher Slalomfahren angesagt. © Greis

Das gilt auch für den Abschnitt der Schäferkampstraße ab Bahnunterführung gen Süden bis zur Sölder Straße auf Höhe des künftigen Wohnparks. Das Teilstück soll überplant werden. Ein Radweg ist dann angedacht, der durch das Wohngebiet führen soll. „Zusammen mit einer direkten Verbindung von der Gartenstraße wäre das die optimale Anbindung an den Emscherquellhof. Und wenn die Landskroner Straße einen Radweg bekommt, dann ist man über Hengsen und Opherdicke auch schnell auf dem Ruhrtalradweg“, sagt Klemp. Dass der Landskroner Radweg erst in einem zweiten Schritt nach der eigentlichen Sanierung der Straße realisiert werden soll, ist für den Grünen-Fraktionschef ein Unding: „Da müssen wir uns auf Kreisebene vehement einbringen, dass das in einem Zug gemacht wird.“

Zuspruch bekommt Friedhelm Klemp auch von der Holzwickeder Ortsgruppe des ADFC. „Wir können das nur unterstützen. So könnte man als Radfahrer auch die Sölder Straße umfahren. Und der Weg durchs Gewerbegebiet ist für Radfahrer einfach nicht prädestiniert“, sagt Ortsgruppen-Sprecher Uli Lohenstein. Eine Direktverbindung zwischen Garten- und Schäferkampstraße hat es in anderer Form einst sogar schon gegeben: „Wenn ich an meine Jugend denke, dann war da einst ein Trampelpfad, den die Arbeiter von Wiederholt und Künstler früher immer genutzt haben.“

Rad- und Wanderweg

Von der Quelle bis zur Mündung

Rund 100 Kilometer lang ist der Emscherweg, der sowohl für Radfahrer als auch Wanderer ausgewiesen ist. Er führt von der Quelle des Flusses in Holzwickede bis zur Mündung in den Rhein in Dinslaken durchs Ruhrgebiet. Weitere Informationen zu Rastmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten sowie GPS-Tracks finden sich unter www.emscher-weg.de.

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