„Ein literarisches Universum in der Sprache der Musik“

dzKammermusik auf Haus Opherdicke

Wer Heinrich Heine mag, dem wird am Donnerstag eine ganz neue Perspektive zur Kunst des Dichters aufgezeigt. Der Unnaer Tenor Hendrik Lücke übersetzt Heines Werke in die Sprache der Musik.

Holzwickede

, 10.10.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Rahmen der Kammermusikalischen Reihe des Kreises Unna tritt Hendrik Lücke am 11. Oktober in Begleitung von Irina Kolesnikova am Klavier auf. Das deutsch-russische Duo ist prädestiniert dafür, die vertonten Gedichte Heines auf die Bühne zu bringen. „Es gibt rund 10.000 Vertonungen von Heine-Gedichten. Er ist der am meisten vertonte Dichter“, sagt Hendrik Lücke. Mit dem „letzten Dichter der Romantik“ verbindet Lücke die Stadt Unna. Während der Dichter 1821 und 1843 auf der Durchreise beim Gastwirt Overweg Station machte und Unna später in „Deutschland. Ein Wintermärchen“ erwähnte, wuchs Lücke in Unna auf.

„Ich hatte bei Roland Pröll Klavierunterricht und habe mit 16 Jahren Sänger am Klavier begleitet. Ich hatte aber schon immer die Sehnsucht, auf der anderen Seite zu stehen“, sagt der 48-Jährige. Nach dem Abitur zieht es Lücke zunächst für anderthalb Jahre als Hilfslehrer in den heutigen Kongo, ehe Unruhen im Land einen weiteren Aufenthalt zu gefährlich machen. Nach seiner Rückkehr studiert Lücke Musikwissenschaft, Französische Literatur und Religionswissenschaft in Hamburg und Wien. Daneben nimmt er Schauspielunterricht und lässt sich zum Tenor ausbilden. „Weil ich meinem Gesang auch durch Ausdruck transparent machen wollte“, sagt Lücke.

Engagement am Thalia-Theater in Hamburg

Zuletzt war der Tenor am Thalia-Theater in Hamburg in „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ von Hans Fallada in einer Inszenierung von Luk Perceval zu sehen, ist ansonsten als Sänger bundesweit unterwegs. Am Donnerstagabend ist er zum dritten Mal auf Haus Opherdicke zu Gast. „Ich liebe natürlich die Gegend und das offene Publikum. Es sind Auftritte in einem kleinen Rahmen, sehr intim und mit direktem Kontakt zum Publikum“, sagt Lücke, der den Abend auch moderierend begleiten wird. „Den Vertonungen von Schubert oder Brahms stellen wir das russische Pendant gegenüber“, sagt Lücke.

Heine sei auch in Russland ein gefragter Dichter gewesen, weiß der Unnaer: „Ich habe keinen russischen Komponisten gefunden, der Heine nicht vertont hat.“ Mit Irina Kolesnikova würde ihm zudem eine Pianistin begleiten, die „den russischen Stil mit der Muttermilch“ aufgesogen habe. „Sie hat viel Erfahrung mit Sängern, ist am Brahmskonservatorium in Hamburg aktiv. Sie hat mir auch Noten aus Moskau besorgt, die es hierzulande nicht gibt“, sagt Lücke. Die Zuhörer dürfen einen abwechslungsreichen Abend erwarten, den Lücke schon allein aufgrund der Vielfalt in Heines Werken verspricht: „Heine gilt als Romantiker, hat sie aber gleichzeitig auch überwunden. Er reflektiert mitunter humorvoll sein eigenes Schreiben und füllt ein ganzes literarisches Universum – von Liebesgedichten bis hin zu experimenteller Lyrik. Wir wollen das in die Sprache der Musik übersetzen.“

Karten für das Konzert kosten 15 Euro und sind entweder an der Abendkasse oder beim Bürgeramt in Holzwickede, Allee 4, in der Buchhandlung Hornung in Unna, Markt 6 und auf Haus Opherdicke, Dorfstraße 29 in Holzwickede zu haben. Bestellungen sind auch im Kulturbereich des Kreises, Tel. (02303) 272141, Fax (02303) 274141 und per E-Mail möglich über sigrid.zielke-hengstenberg@kreis-unna.de
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