Ein exklusiver Einblick in die Geschichte von Vincenz Wiederholt

Historischer Verein

Vincenz Wiederholt ist ein wichtiger Akteur der Wirtschaftsgeschichte. Für viele Holzwickeder ist das Werk aber auch Teil ihres Lebens. Ein Besuch des Historischen Vereins zeigte die Verbundenheit.

Holzwickede

, 12.04.2019, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein exklusiver Einblick in die Geschichte von Vincenz Wiederholt

Der Historische Verein besuchte das Wiederholt-Werk. Fünf ehemalige und langjährige Mitarbeiter zählten zur Besuchergruppe. Die Schnittmenge ist nicht zu überraschend, zählt Wiederholt doch traditionell zu den größten Arbeitgebern der Gemeinde. © Udo Hennes

Gleich fünf ehemalige Mitarbeiter befanden sich unter der Gästegruppe, die dem Stahlröhrenwerk anlässlich des 100-jährigen Bestehens einen Besuch abstatteten. „Ich sehe einige bekannte Gesichter. Das gibt mir die Hoffnung, dass man hier wieder herausfindet“, begrüßte Wiederholt-Geschäftsführer Martin Krämer den Verein mit einem Augenzwinkern zur Werksführung. Tatsächlich schien es gerade die ehemaligen Mitarbeiter sehr zu berühren, wieder ins Werk hineinzufinden. Wiederholt hat noch immer etwas Familiäres. Das Wiedersehen untereinander bot viel Gesprächsstoff. Und auch mit ihren Gastgebern verband den einen oder anderen eine gemeinsame Geschichte. Der Betriebsratsvorsitzende Hans Birk etwa, der den Gästen zusammen mit Dr. Johannes Fien, dem Leiter der Prozessentwicklung, das Werk zeigte, ist bereits in seinem 46. Jahr bei Wiederholt.

Jubiläumsfeier im Dortmunder Stadion

100 Jahre alt ist das Werk, vermutlich schon seit Februar. Genaueres soll im Sommer feststehen. Passend zur offiziellen Geburtstagsfeier, die Wiederholt mit bis zu 700 Leuten im Dortmunder Stadion feiern wird, soll eine Chronik vorgelegt werden. Kreisheimatpfleger Dr. Peter Kracht hat von dem Unternehmen den Auftrag bekommen, die Geschichte von Vincenz Wiederholt niederzuschreiben. „Für uns ist er der beste Mann dafür“, so Geschäftsführer Krämer. Soviel jetzt bereits bekannt ist, wird es es eine Geschichte mit sehr unterschiedlichen Aspekten sein.

Empfang im alten Wohnhaus der Wiederholts

Für „echte, harte Arbeit“, bei der es laut und schmutzig zugehen kann, stehe Wiederholt noch heute, warnte Krämer die Besucher vor dem Rundgang vor. Das Geräusch von Metall, das auf Metall schlägt, kennt in Holzwickede jeder, der ab und an durch den Westen von Rausingen kommt. Aber Wiederholt gehörte auch zu den ersten Unternehmen, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg im sozialen Wohnungsbau engagierten. Zeitzeugen beschreiben Vincenz Wiederholt als einen väterlichen Typus von Unternehmer. Das „Gästehaus“, in dem Krämer, Birk und Dr. Fien den Historischen Verein begrüßten, war einst das Wohnhaus der Wiederholts. Herrschaftlich eingerichtet lebten sie direkt an der Pforte des Werkes. Gründer-Witwe Erna Wiederholt wohnte bis 1969 in dem Gebäude. Nach einer behutsamen Modernisierung versprühen Möbel und Ölgemälde der Familie noch immer den Geist der damaligen Zeit.

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Blicke in die Villa des Chefs zu werfen, dürften sich die Arbeiter auf ihrem Weg zur Schicht vielleicht nicht ausgemalt haben, wie ein Ehemaliger anmerkte. Dafür war die Distanz dann doch zu groß, und insofern war der Empfang für den Historischen Verein im Gästehaus dann noch etwas sehr Exklusives. Für den späteren Rundgang galt dies aber auch. Selbst wer einmal bei Wiederholt gearbeitet hat, findet neben der „echten, harten Arbeit“ auch einen noch weiter fortgeschrittenen Einsatz auf Präzision getrimmter Maschinen vor. Und für die meisten der Besucher war der Blick ins Röhrenwerk ohnehin ganz neu.

Wiederholt setzt verständlicherweise auf Diskretion. Rohre ziehen können viele in der Welt. Rohre ziehen in der Güte, wie es die Kunden des Holzwickeder Unternehmens kennen, ist dagegen eine Herausforderung, und dieses Wissen soll auch geschützt bleiben. Gucken war erlaubt, Fotografieren nicht. Einblicke ins Werk, wie sie nun die Mitglieder des Historsichen Vereins erhielten, sind etwas durchaus Außergewöhnliches - außer natürlich für die 550 Menschen, die dort täglich arbeiten.

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