Es mutet an wie eine Idylle. Auf einer Weide am Luftschachtweg leben nicht nur zwei Herdenschutzhunde. Dort grasen ein Bulle, zwei Pferde, fünf Schafe. Hühner laufen umher. Doch wieder einmal wurde diese Idylle zerstört.

Holzwickede

, 13.12.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schwerter Landwirtin Tatjana Janke steht fassungslos vor einem Teil ihres etwa 150 Meter langen Zaunes, wartet auf das Eintreffen der Polizei. Vandalen haben den aus zwei Teilen bestehenden elektrischen Schutzzaun an zwei Stellen zerschnitten. Wieder einmal. Der Außenzaun, etwa ein Meter hoch, ist an mehreren Stellen kaputt. Und damit haben die Unbekannten auch den Strom vom Innenzaun getrennt. Das Schlimme daran: Auf der Weide leben Tiere. Genau gesagt zwei Hunde, Pferde, Schafe, ein Bulle und Hühner.

Ein Bulle, Pferde, Schafe, Hühner und Hunde dürfen nicht in Frieden leben

Der Zaun wurde wieder an mehreren Stellen durchtrennt. © Privat

Tatjana Janke kann nur Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Und darauf hoffen, dass jemand etwas gesehen hat. „Überall am Zaun sind Warnschilder“, erklärt die Tierfreundin, dass so jeder sehen könne, dass hier Tiere leben, die keine Tiere aus dem Streichelzoo sind. Tiere, die angeschaut aber auch auf keinen Fall gefüttert werden dürfen. Am Zaun weisen Schilder darauf hin, dass es sich um einen Elektrozaun handelt.

Immer wieder gab es Zwischenfälle auf der Weide von Tatjana Janke

Es ist nicht das erste Mal, dass der Zaun zerschnitten wurde. Seit 2006 hat Janke die etwa 6000 Quadratmeter große Weide gepachtet. Und immer wieder hat es Zwischenfälle gegeben.

„Meine Tiere sind keine Sofatiere.“
Tatjana Janke, Landwirtin

Tiere wurden mit Farbe besprüht, Zaunteile umgetreten. Die Täter blieben jedes Mal unentdeckt. Diesmal kann Tatjana Janke auch nur schätzen, wann die Tat geschah. Am Mittwochabend um 18 Uhr hat sie die Weide verlassen. Als sie am Donnerstag um 10 Uhr am Morgen wiederkam, sah sie die Zerstörung. Den Zaun kann die Landwirtin noch einmal flicken. „Das kann man aber nicht auf Dauer machen“, erklärt sie, dass dadurch die Leitfähigkeit verloren gehe. Und ohne Strom geht es nicht, dann würden sich die Tiere selbstständig machen können.

Ein Bulle, Pferde, Schafe, Hühner und Hunde dürfen nicht in Frieden leben

Die Hunde Boril und Rizha passen auf.

„Meine Tiere sind keine Sofatiere“, betont Janke, dass die Hunde auf die gemischte Herde aufpassen. Wachte bis Oktober lediglich der Rüde Boril, so läuft nun die sechs Monate alte Hündin Rizha an seiner Seite. Schmusetiere sind die beiden nicht, sie schlagen an, wenn sich jemand dem Zaun nähert. Und das soll auch so sein. Den oder die Täter konnten sie auch diesmal nicht von der Tat abhalten.

Jetzt wünschen sich Tatjana Janke und ihre Tiere nur eins: In Ruhe gelassen zu werden, damit wieder Frieden einzieht auf der idyllischen Weide.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bahnhof Holzwickede
Unerwarteter Zug: Neues Bahnhofsdach soll schon 2020 eine Gestalt annehmen
Hellweger Anzeiger Hilfsorganisation für Kinder
Ziel erreicht: Kinderglück hat sich vom Verein zur Stiftung entwickelt
Hellweger Anzeiger Digitalisierung
(K)ein großer Wurf: Warum Schulen für die Digitalisierung einen langen Atem brauchen
Meistgelesen