Ein Bolzplatz für Maulwürfe und Wildsäue – aber nicht für Freizeitkicker

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Der Bolzplatz für Freizeitkicker in Opherdicke hat eigentlich alles: eine gute Größe, stabile Tore und sogar einen Ballauffangzaun. Dumm nur: Der Rasen selbst taugt nicht für einen guten Kick.

Holzwickede

, 23.01.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Montanhydraulikstadion, der Sportplatz am Schulzentrum und die Haarstrangsportanlage – drei große Sportanlagen mit Fußballplätzen finden sich in Holzwickede. Ob nun Natur- oder Kunstrasen: Die Hauptplätze sind nur für den Trainings-, Spiel- und Schulbetrieb freigegeben.

Wer mal eben eine Runde pöhlen will, kann auf einen der Bolzplätze in der Gemeinde ausweichen. Nicht nur bei Kindern und Jugendlichen beliebt ist die Multisportanlage am Parkplatz an der Kirchstraße. Die Kombination aus Fußball- und Basketballfeld kommt auch bei erwachsenen Freizeitsportlern an.

Ein Bolzplatz für alle – zumindest in der Theorie

Auch für Hengsen und Opherdicke gibt es in der Theorie einen Ort, um nach Lust und Laune zu kicken. Neuwertige Tore und Ballauffangzaun –zumindest für Fußballer bietet der Bolzplatz neben Haarstrangsportanlage und dem Parkplatz an der Unnaer Straße eigentliche perfekte Bedingungen.

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Eigentlich. Denn wirklich bespielbar ist der Platz nicht. Das verhindern einerseits zahlreiche Maulwurfshügel. Zudem ist der Bolzplatz auch bei Wildschweinen beliebt. Nachdem im März vergangenen Jahres eine Rotte den Platz auf der Suche nach Nahrung umgrub, wurde der zwar laut Matthias Aufermann zwischenzeitlich vom Baubetriebshof glattgezogen. Der Fachbereichsleiter Schule, Sport, Kultur sagt aber auch: „Die Wildschweine waren in der Zwischenzeit wohl schon wieder zugange.“

Das Areal ist nicht eingezäunt und deshalb noch für eine weitere Nutzergruppe interessant: Hundebesitzer lassen ihre Vierbeiner hier gerne frei laufen. Mit dem kürzlich sanierten Parkplatz nebenan ist die Fläche dafür sogar noch beliebter geworden. „Dabei habe ich extra ein Schild anbringen lassen, dass das keine Hundefreilaufwiese ist“, sagt Ortsvorsteherin Petra Kittl (SPD).

Ein Bolzplatz für Maulwürfe und Wildsäue – aber nicht für Freizeitkicker

Im März 2019 pflügten Wildschweine den Bolzplatz um. © Marcel Drawe

Sie erinnert sich, dass Tore und Auffangzaun erst vor etwas mehr als zwei Jahren aufgestellt wurden. „Kinder und Jugendliche sollen auch ohne Vereinszugehörigkeit und abseits von Training und Wettbewerb eine Möglichkeit zum Spielen haben“, sagt Kittl. Im jetzigen Zustand sei das aber nicht möglich.

Grüne bringen einen Kunstrasenplatz ins Spiel

Den Bolzplatz am Haarstrang offiziell zum Thema machen – das wollen wiederum die Grünen im nächsten Planungs- und Bauausschuss am 4. Februar. „Die unebene Rasenfläche bietet keine Möglichkeit, mit Spaß und verletzungsfrei zu kicken“, sagt Fraktionschef Friedhelm Klemp. Das sei auch auf dem Bolzplatz am Montanhydraulikparkplatz ähnlich, hier würde aber auch die Lage abseits der Gemeindemitte die niedrige Frequentierung bedingen.

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Im Gegensatz dazu würde die Anlage am Haarstrang häufig genutzt – wenn es die Platzbedinungen zulassen. Um konstant gute Verhältnisse zu gewährleisten, möchte man im Ausschuss einen Kunstrasen in die Diskussion einbringen. Im ersten Schritt müsste der Ausschuss dafür stimmen, dass die Verwaltung mögliche Kosten und Fördermittel prüft. „Dann könnte man fundiert darüber entscheiden“, so Klemp.

HSC-Jugendleiter ist skeptisch

Nach Ansicht der Grünen würde ein Kunstrasen die gesamte Sportanlage aufwerten, Freizeitkickern mehr Qualität bieten und auch den Minikickern des HSC quasi eine eigene „Arena“ für Training und Spiele bieten.

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HSC-Jugendleiter und CDU-Ratsherr Frank Spiekermann ist skeptisch: „Der Verein nutzt die Fläche jetzt auch nicht. Weder für Training noch für Spiele. Aus HSC-Sicht war es damals verwunderlich, dass dort überhaupt Tore aufgestellt wurden.“

Wie kam es dann zu Toren und Ballauffangzaun? „Das war ein Wunsch der Politik“, sagt Matthias Aufermann. Nicht zuletzt die Junge Union hatte sich einst dafür eingesetzt, dass die Bolzplätze der Gemeinde aufgewertet werden. Nur Wildschweine und Maulwürfe schienen dereinst weder Fraktionen noch Verwaltung auf dem Schirm zu haben.

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