Ein Blick auf die lang ersehnte Rathaussanierung in der sächsischen Partnerstadt

dzColditz

In Holzwickede blicken Politik und Verwaltung voller Vorfreude auf die Fertigstellung des Rathausum- und anbaus. Gleiches gilt in der sächsischen Partnerstadt Colditz. Ein Blick über den Tellerrand.

Holzwickede

, 14.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Umbau des Rathauses in Holzwickede ist das derzeit größte und zugleich teuerste Bauprojekt der Gemeinde. Fast 20 Millionen Euro sind für die Arbeiten vorgesehen. Gut 40 Prozent der Summe trägt die Gemeinde, der Rest wird über Fördermittel finanziert. Im Januar beginnen die Rohbauarbeiten. Bis 2021 soll das neue Rat- und Bürgerhaus dann fertig sein.

In Holzwickedes Partnerstadt Colditz wird momentan ebenfalls am Rathaus gebaut. Auf den ersten Blick wirken die beiden Projekte verschieden, aber der Blick über den Tellerrand hinaus offenbart auch Gemeinsamkeiten.

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In Colditz haben Politik und Verwaltung einer Modernisierung des Rathauses schon lange entgegen gefiebert: Das mehr als 500 Jahre alte Gebäude, das im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört und 1657 neu errichtet wurde, dürfte eines der letzten Rathäuser Sachsens sein, die nach der Wende noch nicht saniert wurden.

Colditzer Rathaus soll bis Ende 2020 saniert sein

Dabei war es schon lange in keinem guten Zustand: Probleme gab es vor allem beim Tragwerk des Gebäudes. Im Zuge der Sanierungsarbeiten, die in diesem Jahr gestartet sind, wurde es zunächst völlig entkernt. „Im Innenbereich gab es einige Schädigungen“, sagt die Colditzer Bauamtsleiterin Kathleen Kunz. Die Arbeiten sollen bis Ende 2020 dauern und schätzungsweise 4,4 Millionen Euro kosten. Gut 1,5 Millionen Euro davon muss die Stadt aus eigenen Mitteln finanzieren.

Ein Blick auf die lang ersehnte Rathaussanierung in der sächsischen Partnerstadt

So soll das neue Rat- und Bürgerhaus in Holzwickede einer Skizze im Jahr 2021 aussehen. © Bez + Kock Architekten

Wie in Holzwickede muss sich auch das Bauamt in der sächsischen Partnerstadt an Auflagen des Denkmalschutzes halten. Wie Bauamtsleiterin Kunz erläutert, betrifft das aber nur jenen Teil des Rathauses in Colditz, an dem sich ein historischer Turm befindet.

Der wird im Zuge der Arbeiten im kommenden Jahr abgenommen und hinterher wieder aufgesetzt. „Wir gehen sehr sensibel mit allem um, was den Denkmalschutz betrifft“, erklärt Kunz. Da steckt der Teufel oft im Detail. Mit der beauftragten Baufirma, die sehr sorgfältig mit dem Thema Denkmalschutz umgehe, sei sie aber zufrieden.

Rathaus in Colditz wird behindertenfreundlicher

Trotz der teils strengen Auflagen sei es gelungen, das Rathaus behindertenfreundlicher zu machen. In beiden Teilen des Gebäudes gab es bisher insgesamt nur eine Treppe, die unverändert bleibt. Es entsteht aber noch eine weitere, mit der auch Rollstuhlfahrer im Rathaus zurecht kommen sollen: „Mit der neuen Treppe können alle Räume barrierefrei erschlossen werden“, sagt die Colditzer Bauamtsleiterin.

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Wie in Holzwickede beobachten die Mitarbeiter der Verwaltung nur aus der Ferne das Geschehen auf der Baustelle. In der Emscherquellgemeinde ist ein Großteil der Verwaltung in den Eco Port umgezogen. In der sächsischen Partnerstadt wurden im Januar ebenfalls die Kisten gepackt: Sie bezogen ein Ausweichquartier, das sich im Zentrum der Stadt befindet. Vor 2021 rechnen die Colditzer Verwaltungsmitarbeiter nicht damit, ihr modernisiertes Rathaus wieder beziehen zu können.

Das Rathaus der Zukunft soll mit wenig Papier auskommen

Und das soll in Zukunft auch möglichst papierfrei werden: Die Stadt Colditz treibt derzeit nämlich parallel die Digitalisierung voran. Schon jetzt sind einige Bürgerservices im Internet möglich. Ein erheblicher Teil der eingehenden Unterlagen wird künftig nur noch digital erfasst. Ein großer Akten-Dschungel soll wie in Holzwickede nicht mehr mit ins neue Rathaus ziehen.

Die beiden Partnerkommunen setzen bei der konzeptionellen Ausrichtung ihrer Rathäuser auf zwei verschiedene, aber gleichermaßen interessante Ansätze. Das neue Rat- und Bürgerhaus soll seinem Namen durch einen Bürgersaal gerecht werden, der für Veranstaltungen genutzt werden kann.

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In Colditz ist nach derzeitiger Planung wiederum ein Raum für Ausstellungen vorgesehen, in dem junge Künstler ihre Werke präsentieren sollen.

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