Ein besonderer Gottesdienst würdigt die alte Sprache

dzPlattdeutsch

Dit un Dat op Platt - das versteht heute kaum jemand. Nur die ältere Generation auf dem Land unterhält sich noch im Dialekt. Und einmal im Jahr ertönt das Plattdeutsche in der Dorfkirche.

von Gabriele Hoffmann

Holzwickede

, 07.01.2019 / Lesedauer: 2 min

Wer zufällig am Sonntagvormittag in die evangelische Dorfkirche kam, der hat wohl kaum ein Wort verstanden. Denn hier hatten sich Mitglieder einer älteren Generation versammelt, die der alten Sprache noch mächtig sind. Der traditionelle plattdeutsche Gottesdienst zum Jahresbeginn lockte etwa 80 Gäste – nicht nur aus der Gemeinde. Diejenigen, die noch Platt küren können, sind weit in der Region verstreut. Der Plattdeutsche Stammtisch von Opherdicke „Fi kürt Platt“ wünscht sich dringend neue, junge Mitglieder. Dieses Kulturgut zu erhalten ist das Ziel der kleinen Gemeinschaft um Doris Haumann. Von den 25 „offiziellen Mitgliedern“ kommen maximal zehn zu den monatlichen Treffen. Und dort wird schon lange nicht mehr nur Platt gesprochen. Gedichte und Geschichten und manches Döneken werden op Platt erzählt, aber ansonsten wird Hochdeutsch gesprochen. Was also jeder verstehen kann, der den plattdeutschen Kreis erst mal kennenlernen möchte.

Umso wichtiger und bei den Älteren beliebt ist der besondere Gottesdienst. Da wird dann wirklich nur Platt gesprochen, gesungen und gebetet.

Erstmals an der Stelle der früheren Opherdicker Pfarrers Christian Bald stand am Sonntag Klaus Steinweg vor dem Altar. In Hengsen geboren, später Pfarrer in Menden-Platte Heide und jetzt im Ruhestand hat er diesmal gepredigt. Die Texte zum Thema „Nicht an der Krippe stehen bleiben“ lasen Agnes Sinn, Lotte Kirchhoff, Doris Haumann, Friedrich Schmidt und – ebenfalls neu im Team – Günter Dresselhaus.

Da zu dem plattdeutschen Gottesdienst immer auch einige katholische Christen kommen, wurde auch ein katholisches Kirchenlied in die alte Sprache übersetzt. Das Vater unser gehört wie selbstverständlich zum Repertoire.

Aus der Kirche wechselten dann zahlreiche Gäste ins evangelische Gemeindehaus. Dort hatten die Mitglieder von „Fi kürt Platt“ für Kaffee und Platenkuchen gesorgt. Hier waren hin und wieder auch einig plattdeutsche Wortfetzen zu hören.

Doris Haumann sorgt sich sehr um die plattdeutsche Sprache und hofft auf jüngere Mitstreiter: „Das Plattdeutsch kann man lernen.“

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