Kampf gegen die Giftraupe: Das Absaugen an der Massener Straße lief nicht ganz problemlos

dzEichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner macht Holzwickeder Gehwege unsicher. Zwei Fachmänner aus Dortmund kamen am Freitag zur Massener Straße – im Gepäck hatten sie ihre Schutzbekleidung und einen Sauger.

Holzwickede

, 20.07.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Robin Leifels und Tim Wübbena war der Einsatz in Holzwickede reine Routine, als sie am Rand der Massener Straße den ganzen Freitagvormittag über Nester des Eichenprozessionsspinners (EPS) beseitigt haben. Unsere Redaktion war vor Ort und hat sich erklären lassen, worauf es dabei ankommt.

Der Einsatz an der Massener Straße, so erläuterte Leifels, zählte zu den weniger komplizierten in der letzten Zeit. Die befallenen Stellen an den Bäumen lagen nur wenige Meter über der Erde. Was den EPS-Einsatz hingegen sichtbar erschwert hat: Über die Massener Straße führt zurzeit eine Umleitung. Sie war an diesem Freitag recht stark befahren.

Die Massener Straße war wegen eines EPS-Einsatzes auf einer Fahrbahn nur eingeschränkt befahrbar. Weil die Straße momentan als Umleitung fungiert, war sie etwas stärker frequentiert als sonst.

Die Massener Straße war wegen eines EPS-Einsatzes auf einer Fahrbahn nur eingeschränkt befahrbar. Weil die Straße momentan als Umleitung fungiert, war sie etwas stärker frequentiert als sonst. © Carlo Czichowski

Erschwerter EPS-Einsatz: Massener Straße war am Freitag recht stark befahren

Durch die Arbeiten an den Bäumen war eine Fahrspur teilweise nicht befahrbar. Gerade als Lkw-Fahrer oder Landwirte mit ihren großen Fahrzeugen die Stelle passierten, stockte der Verkehr einen Moment lang. Leifels hat´s gelassen genommen: Er stand die ganze Zeit auf der gegenüberliegenden Straßenseite und hat den Autofahrern per Handzeichen Bescheid gegeben, sobald die befahrbare Spur wieder frei ist.

Wübbena hat davon hingegen nicht viel mitbekommen. Seine Aufmerksamkeit galt nämlich den gefährlichen Giftraupen und ihren Nestern. Er stand in einem Korb, den er von einem großen Fahrzeug aus flexibel in die Höhe der Bäume fahren konnte. Den Korb musste er an diesem Tag nicht verlassen.

Das ist nicht immer der Fall: „Wenn die Stellen schwieriger erreichbar sind, dann klettern wir zur Not auch auf die Äste“, sagt Leifels, der während der Absaugung unten an der Straße stand. Wenn er nicht gerade den Autofahrern Hilfestellungen gab, navigierte er seinen Kollegen von Nest zu Nest.

Wenn Tim Wübbena zwischen dem Geäst die Orientierung verliert, dann navigiert Kollege Robin Leifels ihn zum nächsten Nest.

Wenn Tim Wübbena zwischen dem Geäst die Orientierung verliert, dann navigiert Kollege Robin Leifels ihn zum nächsten Nest. © Carlo Czichowski

Raupen-Nester werden erst in eine Plastiktüte gezogen, dann eingesaugt

Die Prozedur ist immer die selbe: Erst zieht Wübbena mit einem Plastikbeutel die grobe Struktur des Nestes mit der Hand vom Baum ab. Anschließend greift er zu einem Sauger, den er an der betroffenen Stelle und drumherum ansetzt und gründlich die Reste beseitigt. Zum Abschluss sprüht er einen Kleber auf die vom Nest befreite Stelle. Sollte es dort noch Brennhaare geben, so werden sie damit fixiert, gelangen kaum noch in die Luft – und stellen dadurch kein Sicherheitsrisiko für Spaziergänger mehr dar.

Wenn Tim Wübbena einen Großteil des Eichenprozessionsspinner-Nestes in der Plastiktüte hat, zückt er einen Sauger. Damit beseitigt er die Reste der Brennhaare.

Wenn Tim Wübbena einen Großteil des Eichenprozessionsspinner-Nestes in der Plastiktüte hat, zückt er einen Sauger. Damit beseitigt er die Reste der Brennhaare. © Carlo Czichowski

Während des gesamtes Einsatzes trug der Fachmann eine Schutzbekleidung, die den ganzen Körper abgedeckt hat, und außerdem auch eine Schutzmaske. „Dadurch merke ich von den Brennhaaren eigentlich nichts“, sagt erklärt Wübbena. Sollte es nach einem Arbeitstag doch irgendwo jucken, dann gönnt er sich eine gründliche Dusche.

Die Gemeinde markiert die betroffenen Bäume, die Fachfirma kann sofort loslegen

Viel Vorbereitung brauchen er und Leifels für solche Einsätze nicht. Die betroffenen Bäume hat die Gemeinde mit einem kleinen Flatterband versehen. Eigene Sauger hat sie bisher nicht angeschafft, muss bei der Beseitigung wegen des vermehrten Aufkommens in diesem Jahr häufiger externe Firmen beauftragen.

Für Leifels und Wübbena von der Firma Baumdienst SKT aus Dortmund war es möglicherweise nicht der letzte Einsatz in Holzwickede. Sie sind seit vielen Wochen im gesamten Kreisgebiet im Einsatz gewesen. Zwar flache die Nachfrage nach Absaugungen so langsam ab, über zu wenig Aufträge können sie sich aber momentan noch nicht beschweren.

Tim Wübbena (links) und Robin Leifels von der Firma Baumdienst SKT aus Dortmund sind seit Wochen auf dem gesamten Kreisgebiet im Einsatz. Am Freitag hatten sie einen Auftrag an der Massener Straße in Holzwickede.

Tim Wübbena (links) und Robin Leifels von der Firma Baumdienst SKT aus Dortmund sind seit Wochen auf dem gesamten Kreisgebiet im Einsatz. Am Freitag hatten sie einen Auftrag an der Massener Straße in Holzwickede. © Carlo Czichowski

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