In fünf Wochen beginnt die Adventszeit. Noch lange hin? Nicht wenn man die Adventsfenster in der Gemeinde vorbereitet. Ein Duo übernimmt das in diesem Jahr erstmals und sucht Freiwillige.

Holzwickede

, 25.10.2018, 17:11 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer glaubt, dass die Festtage und die vorweihnachtliche Adventszeit noch in weiter Ferne liegen, der liegt ganz offensichtlich falsch: Schließlich liegen in den meisten Supermärkten schon seit Anfang Oktober Spekulatius und Co. für die Kunden aus. Dass in Dortmund zwei Monate vor Heiligabend der Aufbau für den traditionell überdimensionalen Weihnachtsbaum begonnen hat, ist ebenfalls ein sicheres Zeichen, dass so langsam die Festtagspanik einsetzen darf.

Sind die ersten Geschenke schon besorgt? Feiern die Kinder mit den Enkeln bei den Eltern, oder kommen Oma und Opa zu Besuch? Wild, Gans oder Karpfen? Ein echter Tannenbaum oder doch das nicht nadelnde Modell aus Plastik?

Damit die Vorweihnachtszeit nicht zu stressig wird, bereiten in Kerstin Bunge und Brigitte Fechner zwei Ehrenamtlerinnen eine Aktion vor, die dem Weihnachtsstress entgegen wirken soll: die Adventsfenster. Das Duo hat den lebendigen Adventskalender im Frühjahr von Marion Rother und Imke Fechner übernommen, die die Organisation nach acht Jahren abgegeben hatten.

Ehrenamtler suchen noch Freiwillige für die Adventsfenster

Marion Rother (l.) übergab die Organisation der Fenster im Frühjahr an Brigitte Fechner (2.v.l.) und Kerstin Bunge. Pfarrer Michael Niggebaum und seine Kollegin Claudia Brühl-Vonhoff sind froh, dass die Aktion weitergeführt wird. © UDO HENNES

Kerstin Bunge und Brigitte Fechner wollen die Tradition wie gehabt fortführen, sich bei der Organisation der Adventsfenster aber ein stückweit an den Anfängen orientieren. „Früher war es eine Aktion privater Haushalte, zuletzt waren dann auch mal Unternehmen dabei“, sagt Bunge. Man wolle vermeiden, dass die Aktion einen kommerziellen Charakter bekomme.

Dass sich wiederum Institutionen wie Schulen, Kindergärten oder Vereine an den Fenstern beteiligen, sei gewünscht und die beiden freuen sich, dass hier auch entsprechend bereits Fenster vergeben wurden. Traditionell startet auch die 19. Ausgabe der Adventsfenster am 1. Dezember beim Perthes-Haus.

Ehrenamtler suchen noch Freiwillige für die Adventsfenster

Auch in diesem Jahr öffnet sich das erste Adventsfenster zum 1. Dezember am Perthes-Haus. © Borys Sarad

Für die freien Termine würden sich Bunge und Fechner aber wünschen, dass sich Privatpersonen – alleine oder im Zusammenschluss mit Freunden oder Nachbarn – finden, um ein Adventsfenster zu veranstalten. Acht Fenster haben die beiden derzeit noch an folgenden Terminen im Angebot:

Ehrenamtler suchen noch Freiwillige für die Adventsfenster

Die Sterne markieren die Termine, an denen noch Paten für ein Adventsfenster gesucht werden. © Greis, Christian

Bunge und Fechner berichten, dass Unsicherheit ob des Aufwandes rund um die Organisation herrscht. „Es soll kein Wettbewerb entstehen, wer das schönste Fenster veranstaltet. Das ist nicht Sinn der Sache“, sagt Kerstin Bunge.

Dem kann Pfarrerin Claudia Brühl-Vonhoff nur beipflichten: „Advent ist nicht Weihnachten und noch kein Fest. Daher müssen die Fenster auch keinen Festcharakter haben.“ Die Evangelische Kirchengemeinde steht als Träger hinter der Aktion, lässt den Ehrenamtlichen aber freie Hand bei der Gestaltung.

„Natürlich spielt der christliche Hintergrund eine Rolle. Aber die Begegnung mit anderen ist ja im Sinne Jesu“, sagt Brühl-Vonhoff. Daher sei die Aktion ganz im Sinne der Kirche und die Pfarrerin ist stolz, dass es die Adventsfenster schon so lange gibt. Auch seien die Fenster nicht zwingend an den evangelischen Glauben gebunden. Das gilt für Gäste und auch für Veranstalter. „Das gab es zwar noch nicht, aber wenn jemand mit nicht-christlichem Glauben darüber nachdenkt ein Fenster zu übernehmen, könne man auch darüber reden. Denkbar ist viel“, sagt Claudia Brühl-Vonhoff.

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Zumal nicht der Eigennutz im Vordergrund steht: An jedem Fenster werden Spenden für den guten Zweck gesammelt. Während einer Vorbesprechung am 22. November einigen sich alle Teilnehmer auf einen Spendenempfänger. „Das sollte dann ein Projekt, eine Organisation oder ein Verein aus der Gemeinde sein, die das Geld auch gut gebrauchen können“, sagt Brigitte Fechner.

Den Aufwand an Organisation scheuen Bunge und Fechner bislang nicht und auch vor den täglich stattfindenden Fenstern ist ihnen in puncto Zeitaufwand nicht bange: „Es gab in der Vergangenheit die Erwartungshaltung, dass die Organisatorinnen immer dabei sein müssten“, sagt Fechner.

Die beiden neuen Organisatoren machen klar: „Wir versuchen bei möglichst vielen Fenstern dabei zu sein, können uns ja auch abwechseln. Aber auch wir haben mal private Verpflichtungen. Von daher muss ein Fenster auch mal selbstständig ablaufen können“, sagt Kerstin Bunge.

Angst vor dem Aufwand müsse niemand haben und bei Fragen stehen nicht nur die beiden Ehrenamtlerinnen parat: „Bei Bedarf kann man sich auch immer an uns Pfarrer wenden“, sagt Claudia Brühl-Vonhoff.

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