Ehrenamtler brechen weg: Kann Holzwickede eine zeritfizierte Fairtrade-Town bleiben?

dzFair Trade

Das Fairtrade-Projekt in Holzwickede befindet sich in der Schwebe. Ehrenamtler brechen weg, die Steuerungsgruppe ist geschrumpft. Und schon im August steht die Rezertifizierung an.

Holzwickede

, 09.01.2019 / Lesedauer: 3 min

„Das kann nicht auf ein paar Schultern liegen“, sagt Christian van Bremen, Vorsitzender des Aktivkreises Holzwickede, über das Fair-Trade-Projekt in der Gemeinde. Seit 2013 ist Holzwickede eine zertifizierte Fairt-Trade-Town, doch um das Projekt und um die Steuerungsgruppe ist es still geworden. Während die Steuerungsgruppe sich sehr engagiert und auch Erfolge erzielt habe, passiere von sich aus zu wenig, so van Bremen. „Das ist schade.“ Erst vor wenigen Wochen gab die Gruppe „Fairer Handel Liebfrauen“ bekannt, dass sie aufhört.

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Van Bremen ist selbst Teil der Steuerungsgruppe, konnte aus persönlichen Gründen aber an den letzten Treffen nicht teilnehmen. Van Bremen ist da nicht der einzige. Von anfangs neun Mitgliedern, sind laut der Gleichstellungsbeauftragten Manuela Hubrach nur noch vier aktiv. Aus alters- oder gesundheitsbedingten Gründen würden die Ehrenamtler wegbrechen, so Hubrach, die der Steuerungsgruppe vorsitzt. Viele Aktionen und Projekte hat sie selbst auf den Weg gebracht, „aber das ist nicht der Sinn der Sache.“

Rezertifizierung als „Fairtrade-Town“ steht dieses Jahr an

Im August stehe die Rezertifizierung als „Fairtrade-Town“ an, in zwei bis drei Monaten werde man einen entsprechenden Antrag stellen, so Hubrach. Vorher möchte sie mit der Steuerungsgruppe, die die Fair-Trade-Aktivitäten koordiniert, sprechen und auch mit dem Verwaltungsvorstand. Derzeit sei noch „alles in der Schwebe“ und möglicherweise finde sich eine neue Gruppe, so Hubrach. Und auch van Bremen ist zuversichtlich, dass es um eine Rezertifizierung nicht allzu schlecht steht. „Die Anforderungen für eine Zertifizierung sind nicht gigantisch. Es kann noch einmal klappen.“ Van Bremen, Besitzer der Rathausapotheke, habe selbst Fair-Trade-Kosmetik im Sortiment und auch die Lebensmittel-Einzelhändler seien gut aufgestellt. Komplizierter sei es hingegen bei Lokalen, die fair gehandelten Saft oder Eis anbieten könnten. Es sei schwer in diesem Bereich Fuß zu fassen.

Um eine zertifizierter Fairtrade-Town zu bleiben, muss Holzwickede fünf Kriterien erfüllen: Das erste Kriterium ist ein entsprechender Ratsbeschluss und mindestens zwei servierte fair gehandelte Produkte bei öffentlichen Sitzungen der Politik. Die zweite Anforderung einer mindestens dreiköpfigen Steuerungsgruppe sollte immer noch erfüllt sein und auch die Kriterien drei und vier – Produkte aus fairem Handel in Einzelhandelsgeschäften, Floristen etc. sowie in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Vereinen – dürften weitgehend erfüllt werden. Nummer fünf fordert die Öffentlichkeitsarbeit und die Verbreitung des Fair-Trade-Gedankens. Bisher ist in diese Richtung schon viel passiert – nur brechen immer mehr Leute weg, die den Gedanken weitertragen und unterstützen.

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