Bürgermeisterwahl: Drossel und Wehlack rechnen mit kniffligen Aufgaben im Rat

dzKommunalwahl 2020

Für die Bürgermeisterkandidaten Ulrike Drossel (BBL) und Peter Wehlack (SPD) ist Sonntag der Tag der Entscheidung. Am Montagabend trafen sie in unserem Livetalk erneut aufeinander.

Holzwickede

, 21.09.2020, 19:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor anderthalb Wochen haben die beiden Bürgermeisterkandidaten aus Holzwickede, Ulrike Drossel (BBL) und Peter Wehlack (SPD), auf Haus Opherdicke noch mit ihren zwei Konkurrenten von CDU und Grünen über den richtigen politischen Kurs für die Emscherquellgemeinde gestritten. Am Montagabend trafen die beiden Sieger des ersten Wahlgangs vor der Stichwahl am Sonntag noch einmal aufeinander.

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Drossel und Wehlack sprachen über die Suche nach politischen Mehrheiten, die durch das Ergebnis der Ratswahl schon bald deutlich erschwert sein wird – und die Rolle eines Bürgermeisters, der auf der einen Seite neutral sein soll, auf der anderen Seite in zukünftigen Abstimmungen im Rat aber durchaus das Zünglein an der Waage sein kann.

Die Chancen des Herausforderers: „Karten werden neu gemischt“

Während es im ersten Live-Talk vor der Wahl am 13. September mehr um die politischen Stoßrichtungen ging, so standen diesmal viele Fragen über persönliche Belange auf der Tagesordnung. Zunächst ging es darum, wie die beiden Duellanten ihre Chancen für die Stichwahl einschätzen.

Wehlack, der im ersten Wahlgang rund 27 Prozent der Stimmen eingefahren hatte, hofft bei der Stichwahl auf die Unterstützung von Grünen- und FDP-Wählern und gab sich im Livetalk entsprechend optimistisch: „Die Karten werden neu gemischt“, sagte der Leiter der Kamener Fridtjof-Nansen-Realschule.

Würde im Falle einer Patt-Situation im Rat als Bürgermeister unabhängig von seinem Parteibuch abstimmen: Bürgermeisterkandidat Peter Wehlack (SPD).

Würde im Falle einer Patt-Situation im Rat als Bürgermeister unabhängig von seinem Parteibuch abstimmen: Bürgermeisterkandidat Peter Wehlack (SPD). © Udo Hennes

Amtsinhaberin Ulrike Drossel – 43 Prozent im ersten Wahlgang – sieht sich durch ihr Ergebnis durchaus bestärkt: „Ich denke, es hat gezeigt, dass die Menschen mit unserer Arbeit zufrieden sind.“

Die schwierige Suche nach der Mehrheit

Auch wenn der Chef-Posten in der Gemeindeverwaltung am Sonntag noch vergeben werden muss, die Frau oder der Mann im Bürgermeisteramt muss sich auf knifflige Stimmverteilungen im Rat einstellen – und ein SPD-Mann wie Wehlack oder eine BBL-Frau wie Drossel auch auf unangenehme Entscheidungen gegen „die eigenen Leute“.

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Wehlack sieht darin kein Problem: „Die Idee für Holzwickede ist wichtig. Die Farbe der Idee ist egal“, merkte der Bürgermeisterkandidat der SPD an und deutete dadurch gleichzeitig an, dass er als Bürgermeister durchaus gegen die Linie seiner Partei votieren würde.

Auch während der ersten Amtszeit keine festen Bündnisse im Rat

Ähnlich sieht das Amtsinhaberin Ulrike Drossel, die auch in den vergangenen fünf Jahren auf keine festen politischen Bündnisse bauen konnte: Bisher habe ich auch eine Minderheitenregierung geführt“, betonte Drossel. „Es wird sicher auch um Sachfragen gehen, bei der wir verschiedener Meinung sein werden“, sagte sie weiter. Sie sei sich aber sicher, dass Verwaltung und Politik unter ihrer Führung „weiterhin zusammenarbeiten werden, um gute Entscheidungen im Sinne der Gemeinde zu treffen.“

„Es wird sicher auch um Sachfragen gehen, bei der wir verschiedener Meinung sein werden“, sagte Bürgermeisterkandidatin Ulrike Drossel (BBL) im Livetalk vor der Stichwahl am Sonntag über die neuen Mehrheitsverhältnisse im Rat.

„Es wird sicher auch um Sachfragen gehen, bei der wir verschiedener Meinung sein werden“, sagte Bürgermeisterkandidatin Ulrike Drossel (BBL) im Livetalk vor der Stichwahl am Sonntag über die neuen Mehrheitsverhältnisse im Rat. © Udo Hennes

Zum Abschluss des Live-Duells ging es um private Belange: Drossel, angesprochen auf politische Diskussionen mit ihrem Ehemann, der in Sozialen Netzwerken auch mal meinungsfreudig im Sinne der Ehefrau auftritt, antwortete kurz und bündig: „Wir diskutieren – aber wir streiten nicht.“

Was sich die Kandidaten von ihren Wählern wünschen

Statt final nochmals für die eigene Person beim Wähler zu werben, bekamen die beiden Bürgermeisterkandidaten von Moderator Christian Greis die Gelegenheit, ihre Erwartungen für die nächsten fünf Jahre an die Holzwickeder zu richten. Die Bürger stehen schließlich am Sonntag auch in der Verantwortung, von ihrem Wahlrecht auch Gebrauch zu machen.

Während Drossel an die Menschen appellierte, ihren Müll nicht in der Öffentlichkeit zu entsorgen und ein Netzwerk ankündigte; äußerte Wehlack seinen Wunsch, dass die Menschen auch nach der Corona-Pandemie mit einander ins Gespräch kommen sollten und das ehrenamtliche Engagement bei sportlichen und kulturellen Vereinen möglichst groß bleibt.

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