Drogenanbau sollte Schulden abbauen und Ehe retten

von Sylvia Mönnig

Holzwickede

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Mit den Erträgen einer Marihuana-Plantage erhoffte sich ein 38-jähriger Holzwickeder, den Schuldenberg abbauen und seine Ehe damit retten zu können. Statt Gewinn und trauter Zweisamkeit landete er auf der Anklagebank.

Seinen Gläubigern schuldete der Mann aus Holzwickede insgesamt etwa 25 000 Euro. Die Last drückte. Hinzu kam die Trennung von seiner Frau, die offenbar von ihr ausging und mit der er sich nicht abfinden konnte. Die Verbindlichkeiten sah er mit als Grund für das Ende ihrer Beziehung. Also wollte er quasi zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen.

Die erste Ernte war enttäuschend

In seiner Wohnung richtete er die Plantage ein, beschaffte sich dafür Zubehör und die entsprechenden Setzlinge. Nach einer ersten, eher enttäuschenden Ernte versuchte er es ein zweites Mal. Doch diesmal machte ihm die Polizei einen Strich durch die Rechnung. Bei einer Durchsuchung wurden 72 Pflänzchen konfisziert, die später schätzungsweise um die 1,8 Kilo Marihuana-Ernte erbracht hätten. Auch befanden sich 300 Gramm aus der ersten Ernte, Zubehör und knapp 500 Gramm Amphetamin in der Wohnung des Mannes.

Im Prozess vor dem Unnaer Amtsgericht legte der 38-Jährige die Karten nun sofort auf den Tisch. Offen sprach er von seinen Schulden, den Problemen mit der Trennung und der Hoffnung auf ein Happy End auf breiter Front. Die Setzlinge und das Equipment habe er von zwei Bekannten erhalten, für einen von ihnen habe er auch das Amphetamin gelagert – quasi aus Gefälligkeit. Namen wollte er aus Angst vor Repressalien nicht preisgeben. Mittlerweile habe er sich mit der Trennung abgefunden und arbeite seine Schulden Stück für Stück ab. „Ja, es war mir eine große Lehre. Ich habe großen Mist gebaut“, betonte der bis dato vollkommen unbescholtene Holzwickeder und fügte hinzu, dass so etwas nie wieder vorkommen werde.

Der Richter sieht keinen eiskalten Dealer vor sich

Das nahm ihm das Gericht ab und ging bei Anbau und Handel mit Marihuana von einem minderschweren Fall aus. Der Angeklagte sei eben nicht der eiskalte, gewinnorientierte Dealer, sondern habe seine Schulden abbauen und seine Ehe retten wollen. Auch sei er sich seines Fehlers sehr bewusst, so die Überzeugung von Schöffenrichter Jörg Hüchtmann. Der Fall endete mit einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung.

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