Einen Zaun aufstellen, um den Schulhof vor Vandalen zu schützen? Dieser Lösungsvorschlag der Gemeindeverwaltung Holzwickede kam bei der Politik nicht gut an. Jetzt überlegt die Gemeinde, Kameras zu installieren. © Marcel Drawe (Archiv)
Schulungsvereinbarung

Dortmund entscheidet mit über Zukunft des Clara-Schumann-Gymnasiums

In dieser Woche sollen die Weichen gestellt werden, damit das CSG künftig dauerhaft mit vier 5. Klassen in ein Schuljahr starten darf. Im ersten Schritt braucht es dafür den Dortmunder Schulausschuss.

Per Sondergenehmigung durfte das Clara-Schumann-Gymnasium in den zurückliegenden Jahren bereits vier Eingangsklassen zum Start eines Schuljahres bilden. Doch die Ausnahmen sind endlich und für eine dauerhafte Vierzügigkeit reichen die Schüleranmeldezahlen aus der Gemeinde eigentlich nicht. Es sei denn: Eine Schülervereinbarung mit einer Nachbarkommune wird getroffen. Die würde Schüler aus einem anderen Ort mit Holzwickedern gleichstellen.

Nach Monaten des Hin und Her, ob das umsetzbar ist und entsprechende Schülerzahlen für die Vierzügigkeit garantieren würde, ist die Lösung nun nahe: Am Mittwoch, 1. Dezember, tritt in Dortmund der Schulausschuss zusammen und bekommt eine Schulungsvereinbarung zwischen der Großstadt und der Nachbargemeinde vorgelegt.

Um die 20 Dortmunder Kinder wechseln jährlich ans CSG

Zwar gilt in NRW das Recht der freien Schulwahl. Wird es an einer Einrichtung aber zu eng, kann ein Schulträger sinngemäß festlegen: Kinder aus der eigenen Kommune haben Platzrecht. Durch die Schulungsvereinbarung werden indes Schülerinnen und Schüler der Emschertal- und der Lichtendorfer Grundschule bei der Platzvergabe wie Holzwickeder Kinder behandelt.

Anhand der Zahlen der vergangenen Jahre ist zu erwarten, dass zunächst rund 20 Dortmunder Kinder ans CSG wechseln. Durch die Schulungsvereinbarung fließen diese Kinder aber eben in die Berechnungsgrundlage zur Zügigkeit ein, anhand der die Bezirksregierung Arnsberg festlegt, wie viele Eingangsklassen gebildet werden dürfen.

Über den Schulalltag informiert das Clara-Schumann-Gymnasium eigentlich über einen Tag der offenen Tür. Dann stellen Lehrer und ältere Schüler den potenziellen Fünftklässlern das Gymnasium vor. Durch die Corona-Pandemie ist das aktuell nicht denkbar – stattdessen gibt es ein interaktives Schulporträt auf der eigenen Webseite. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Neben den Dortmunder Ausschussmitgliedern müssen auch ihre Holzwickeder Pendants die Empfehlung zur Schulungsvereinbarung aussprechen. Hier folgt der nächste Schulausschuss am 8. Dezember. In letzter Instanz müssen Dortmunder Stadt- und Holzwickeder Gemeinderat je am 16. Dezember die Vereinbarung beschließen.

Vereinbarung würde zunächst für fünf Jahre gelten

Sollte das der Fall sein, kann das CSG ab Schuljahr 2022/23 jährlich mit vier 5. Klassen planen. Die Vereinbarung wäre dann vorerst gültig bis zum Schuljahr 2027/28 und würde sich je um ein weiteres Schuljahr verlängern, kündigt keiner der Vertragspartner vor Jahresende die Vereinbarung auf.

Holzwickede verzichtet zudem auf einen Kostenersatz aus Dortmund bei den Schülerfahrtkosten. Der wäre theoretisch möglich: „Wir übernehmen die Kosten aber nach dem Schulträgerprinzip. Wir zahlen die Fahrtkosten für Kinder aus Dortmund jetzt ja auch schon“, so Matthias Aufermann, Fachbereichsleiter Schule, Sport, Kultur. Dass die Gemeinde also zugunsten der Vereinbarung auf Geld verzichte, könne man so nicht sagen.

Unüblich ist der Verzicht auf den Kostenausgleich anscheinend nicht: So besteht seit 2019 zwischen Schwerte und Dortmund eine Beschulungsvereinbarung und hat auch die südliche Nachbarstadt auf den Ausgleich verzichtet. Rund 400 Euro pro Schüler wurden dereinst in einer entsprechenden Vorlage im Schwerter Schulausschuss angeführt.

Durch die Vierzügigkeit versprechen sich Schulträger und -leitung eine breitere Schülerbasis, die wiederum zu einer stabilen Oberstufe samt entsprechender Auswahl an Kursinhalten führt. Auch mit Blick auf einen Schul-Anbau, der in den kommenden beiden Jahren erfolgen soll, dürfte die Zügigkeit des CSG ein maßgeblicher Faktor für die Planungen sein.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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