Freie Flächen gibt es noch im Eco Port: Vergeben sind sie dennoch längst. In den kommenden zwei Jahren werden die meisten der zuletzt vermarkteten Flächen auch bebaut.

Holzwickede

, 03.03.2020, 17:17 Uhr / Lesedauer: 3 min

Einen Flug über das Gewerbegebiet Unna/Kamen bietet die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Unna (WFG) auf ihrer Internetseite. Nicht nur nette Spielerei: Aus der Luft sind farblich alle noch zu habenden Flächen markiert. Dazu gibt es die wichtigsten Infos zum Gewerbegebiet von den Quadratmeterpreisen bis zu den nächsten Anschlüssen an Autobahnen (A1 vor Ort), Containerbahnhöfe (Terminal Unna) und dem nächsten Hafen (Lünen).

Ein Rundum-Blick aus der Luft für Interessenten – warum gibt es das nicht für den Holzwickeder Eco Port? „Das hätte sich nicht mehr gelohnt“, weiß Markus Netzel.

Er ist bei der WFG für Entwicklung und Vermarktung von Flächen zuständig und meint das gar nicht abwertend. Es ist nur so: Im Falle des Eco Ports lässt sich im Jahr 2020 feststellen, dass es nicht mehr viel zu vermarkten gibt. Also braucht es auch keine aufwendige Präsentation mehr.

Neubauten und Erweiterungen kündigen sich im Jahr 2020 an

Baustart für die Neubauten der Gatter3-Gruppe war im Vorjahr. Die Fertigstellung dürfte hier nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Baustart für die Neubauten der Gatter3-Gruppe war im Vorjahr. Die Fertigstellung dürfte hier nicht mehr lange auf sich warten lassen. © Greis

Dennoch lohnt ein Blick auf den Holzwickeder Gewerbepark. Vermarktet heißt schließlich nicht: bereits gebaut. 2020 kündigt sich noch das eine oder andere Bauvorhaben an.

Unübersehbar nähern sich die Neubauten der Gatter3-Gruppe im Westen des Eco Ports der Fertigstellung. Neue Büroräume und eine weitere Logistikhalle erweitern den Standort der Unternehmensgruppe, die unter anderen in der Energie- und Logistikbranche aktiv ist.

Clou: Quasi auf dem Dach des Firmengebäudes bringt man ein Fitnessstudio unter. „Das ist eine spannende und begrüßenswerte Entwicklung in einem Gewerbegebiet“, sagt Netzel.

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Gewerbesteuer

Unternehmen sorgen für Geld in der Kasse

  • Die Entwicklungen im Eco Port wirken sich über die Gewerbesteuer auch positiv im Haushalt der Gemeinde aus.
  • Lag der Ansatz bei den Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2014 bei knapp 12,2 Millionen Euro, ging man für 2019 bereits von 15,1 Millionen Euro an Steuern aus.
  • Diesen Ansatz hat die Kämmerei zwischenzeitlich auf 17,6 Millionen Euro nach oben korrigiert.
  • Auch in den kommenden Jahren geht man im Rathaus von einer jährlichen Gesamtsumme zwischen 16,8 Millionen und 17,5 Millionen Euro aus.
  • Die Gemeinde arbeitet mit der WFG zusammen, die Flächen im Gewerbepark über die Jahre treuhänderisch vermarktet hat.

Gegenüber ist seit 2016 wiederum RTG Electronics zu finden. Der Spezialist für elektronische Baugruppen fertigt und bestückt in Holzwickede Leiterplatten für verschiedene Bereiche und wird sich neben der bestehenden Adresse erweitern. Ein Zeitpunkt ist hier aber noch offen.

Eröffnung feierte indes im Januar ein Service- und Vertriebsstandort der Löwen-Gruppe. Der Hersteller von Spielautomaten hat seine Niederlassung von Aplerbeck nach Holzwickede verlegt.

Firmen aus Holzwickede ziehen in den Eco Port

In Nachbarschaft dieses Neubaus soll sich im Laufe des Jahres ein Händler für hochwertige Felgen niederlassen: VIP-Felgen hat seinen Sitz momentan an der Rombergstraße im Nordosten der Gemeinde und plant einen Umzug.

Dicke Felgen wird es auch an der Gottlieb-Daimler-Straße in zentraler Lage im Eco Port zu sehen geben. Auf rund 2700 Quadratmetern gibt es die passenden Autos dann aber gleich dazu: Noch 2020 soll hier Baustart für einen Automobilhändler sein, der sich auf Supersportwagen, Luxusfahrzeuge und Oldtimer spezialisiert hat.

Einen Umzug innerhalb der Gemeinde plant wiederum die Reisner GmbH. Das entsprechende Baufeld werde laut Netzel bereits vorbereitet. Baubeginn ist demnach in Kürze. Die Experten für Kältetechnik sitzen noch an der Schäferkampstraße und ziehen in Nachbarschaft der Fläche, auf der die Westnetz GmbH als Netzbetreiber eine Wasserstoffanlage plant.

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Hier verbleiben noch zwei weitere Flächen, die laut Markus Netzel bereits vergeben sind – Namen nennt man hier aber noch nicht. Den kann die WFG wiederum für weitere 3500 Quadratmeter im Westen des Eco Ports bekannt geben: Der Bauverband Westfalen, aktuell mit Sitz in Dortmund, plant hier eine Schulungsstätte. Der Baubeginn ist auch hier noch 2020 vorgesehen.

Zu vermarkten ist in der Theorie noch eine letzte Fläche über 2000 Quadratmeter. In der Praxis habe man hier aber ebenfalls eine Ansiedlung in Aussicht, die aber noch nicht final ist.

Der Holzwickeder Norden aus der Luft im Sommer 1999: Der Dortmunder Flughafen befindet sich im Ausbau. Mittig im Bild steht das damalige Smart Center. Heute werden hier Wohnmobile verkauft. Gegenüber haben die Arbeiten für das Airport Office Center begonnen.

Der Holzwickeder Norden aus der Luft im Sommer 1999: Der Dortmunder Flughafen befindet sich im Ausbau. Mittig im Bild steht das damalige Smart Center. Heute werden hier Wohnmobile verkauft. Gegenüber haben die Arbeiten für das Airport Office Center begonnen. © Historischer Verein

Nachdem im Jahr 1998 mit dem damaligen Smart Center der Bau des ersten Gebäudes auf den Flächen nördlich der B1 begann, ist absehbar, wann der Eco Port baulich komplett erschlossen sein wird: „Das wird bis Mitte des Jahrzehnts der Fall sein“, sagt Netzel.

Mehr als 1000 Arbeitsplätze im Gewerbepark

Die Arbeiten für den größten Gebäudekomplex unter den angekündigten Ansiedlungen werden dabei wohl erst ab 2022 beginnen: In Nachbarschaft zur Rhenus-Logistikgruppe soll dann bis 2025 ein Laborzentrum für das sogenannte Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Westfalen (CVUA) entstehen.

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Das CVUA vereint seine bisherigen fünf Standorte in Ruhrgebiet und Sauerland in Holzwickede und bringt rund 200 Arbeitsstellen mit sich. Zwischen 80 und 100 Unternehmen, darunter globale Akteure wie Rhenus, aber auch kleine Dienstleister, die sich in den Bürokomplexen vor Ort niedergelassen haben, generieren laut Netzels Schätzung an die 1000 Arbeitsplätze. „Mit dem CVUA wird die Zahl dann definitiv vierstellig sein“, sagt er voraus.

Eine Vision habe man bei der WFG noch, die man sowohl in der Gemeindeverwaltung als auch beim benachbarten Flughafen teile: Südlich des neuen Porsche-Zentrums, das im Laufe des Jahres eröffnen soll, würde man gerne ein Hotel ansiedeln.

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