Viele Bauprojekte und Strategien für Digitalisierung oder Klimaschutz hat man im Vorjahr im Rathaus angeschoben. In den kommenden beiden Jahren soll ein Großteil davon umgesetzt werden.

Holzwickede

, 12.01.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

In rund acht Monaten wird es ernst und entscheidet sich bei den Kommunalwahlen, wer bestenfalls im Jahr 2021 ins neue Rathaus einziehen wird. Bürgermeisterin Ulrike Drossel strebt eine zweite Amtszeit an – nicht verwunderlich, dass sie in einem Neujahrsgrußwort an die Holzwickeder eben die Projekte hervorhebt, die man im Rathaus als gelungen erachtet.

Vieles davon ist noch in der Mache, also wollte diese Redaktion von der Verwaltungsspitze um Bürgermeisterin Drossel und ihrem Beigeordneten Bernd Kasischke wissen, in welchen Bereichen demnächst konkrete Maßnahmen anstehen.

Bildung braucht mehr Platz – vorerst wohl in Containern

Die Offene Ganztagsbetreuung braucht mehr Platz – den bekamen Nordschule und Paul-Gerhardt-Schule. Letztere durch einen eigenen Neubau in 2019. Bevor im nächsten Schritt die Planungen mit einem Neubau für die Dudenrothschule und Lösungen für die Aloysiusschule weitergehen, richtet sich der Blick zunächst auf das Clara-Schumann-Gymnasium.

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Der 2019 vorgestellte Schulentwicklungsplan sieht einen Erweiterungsbau für das CSG vor. Das Gymasium ist Schule des Gemeinsamen Lernens; will Kinder mit Behinderung genauso fördern wie hochbegabte Schüler. Hinzu kommt die Rückkehr von G8 zu G9 – das braucht Platz.

„Wir werden den benötigten Raumbedarf zum neuen Schuljahr mit einer provisorischen Lösung decken“, kündigt Kasischke an. Dabei wird es wohl auf eine Containerlösung hinauslaufen. Im Laufe des Jahres müsse dann geklärt werden, wie eine endgültige Raumlösung aussehen kann.

Schulen, Klimaschutz, Digitalisierung – diese Lösungen strebt man im Rathaus an

Der DRK-Ortsverein soll im Laufe des Jahres 2021 ein neues Zuhause im einstigen Feuerwehrgerätehaus an der Schwerter Straße in Hengsen finden. © Greis

Ein OGS-Neubau für die Dudenrothschule wird wohl 2021 konkret: Mittlerweile ist geklärt, dass der DRK-Ortsverein aus dem Pavillon an der Dudenrothschule in das einstige Feuerwehrgerätehaus an der Schwerter Straße in Hengsen zieht. „Der Umbau soll dann schnell erfolgen und das DRK will sich mit hohem Eigenengagement beteiligen, was wir natürlich begrüßen“, sagt Kasischke.

Keine Sorgen bei den Kosten für das Rathaus

Entspannt sind Drossel und Kasischke beim Blick auf die Kosten für das Rathaus. Im nächsten Schritt wird der Rohbau hochgezogen. „Die Kostenermittlung wird stetig fortgeschrieben. Wir sind da im Plan“, sagt Kasischke. Maximal 19,53 Millionen Euro soll das Gesamtprojekt letztlich kosten. 60 Prozent davon werden über Fördergelder gedeckt.

Um- und Anbau des Rathauses stehen weiterhin für Mitte 2021 im Kalender. Dann soll das Rathaus übrigens nicht nur analog, sondern auch digital auf dem neuesten Stand sein. „Das Onlinezugangsgesetz verpflichtet uns, bis Ende 2022 nahezu alle Verwaltungsleistungen auch digital anzubieten“, sagt Bernd Kasischke.

Meldeauskünfte, eine Mülltonne bestellen, den Hund anmelden – für eine Gemeinde der Größe Holzwickedes würden rund 100 Prozesse zusammenkommen, die der Bürger auch online erledigen können muss. „Dabei geht es ja nicht nur um ein paar Formulare. Da gehört eine komplexe digitale Infrastruktur dazu, die den sicheren Datenaustausch oder das sichere Bezahlen über diverse Anbieter ermöglicht“, sagt Kasischke.

Schnelles Internet auch in den Randgebieten

Das zugehörige Digitalisierungskonzept hat man bereits zur Hand und ist bemüht, mit Eröffnung des neuen Rathauses parallel im Internet auch die entsprechenden Services anbieten zu können.

Flächendeckend schnelles Internet – das soll im Laufe des Jahres ebenfalls umgesetzt werden: Nach dem symbolischen Spatenstich für eine Glasfaserleitung an der Langscheder Straße im Süden der Gemeinde erhofft sich die Verwaltungsspitze, dass die tatsächliche Verlegung im Laufe des ersten Halbjahres beginnt.

Schulen, Klimaschutz, Digitalisierung – diese Lösungen strebt man im Rathaus an

Gesetzt wurde der Spatenstich für den Glasfaserausbau im November. Bis die Kabel konkret verlegt werden, dürften noch einige Monate vergehen. © Marcel Drawe

Fertig sein soll bis Sommer 2020 indes das Klimaschutzkonzept mit konkreten Maßnahmen. „Wir hatten bislang vier Veranstaltungen innerhalb der Verwaltung und zuletzt auch mit Beteiligung der Politik“, sagt Drossel. In einem nächsten Schritt wolle man auch die Ideen der Holzwickeder hören und plant dafür ein Café mit Bürgerbeteiligung. „Ein Termin steht hier aber noch nicht“, so die Bürgermeisterin.

Emscherfood und Holzwickeder Sommer

Den gibt es wiederum aber für die zweite Auflage des Emscherfood-Festivals, das für den 20. und 21. Juni im und um den Emscherquellhof angesetzt ist. Nach einer Pause im Vorjahr soll es am letzten Augustwochenende auch wieder einen Holzwickeder Sommer geben. „Auch wenn das keine politische Veranstaltung ist, werden die Kommunalwahlen zwei Wochen später sicher eine Rolle spielen und sich die Parteien entsprechend präsentieren“, sagt Ulrike Drossel.

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Die Kleinkunstbühne wird wiederum erstmals am Samstag, 14. März, öffnen. Dann spielt die Band „Max im Parkhaus“ um Sänger Kim Friehs auf. „Wir planen weiterhin bis zu sechs Veranstaltungen für die Kleinkunstbühne im Jahr und bemühen uns, vor allem den Menschen vor Ort passende Künstler zu bieten“, so Bernd Kasischke.

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