Die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren kommt

G9 auch am Holzwickeder Gymnasium

Der Landtag hat die Abkehr vom „Turbo-Abitur“ bereits besiegelt. Das Clara-Schumann-Gymnasium ist dabei und wird ab dem Schuljahr 2019/2020 zum Abitur nach 13 Jahren zurückkehren. Das bringt Probleme mit sich.

Holzwickede

, 27.07.2018, 15:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren kommt

Das Clara-Schumann-Gymnasium wird sich vom sogenannten „Turbo-Abitur“ verabschieden.

Das Clara-Schumann-Gymnasium (CSG) Holzwickede wird zum Schuljahr 2019/2020 zum Abitur nach 13 Jahren, also zu G9, zurückkehren. Und das heißt, dass bei einer Verlängerung der Gymnasialzeit die Lehranstalt zum einen mehr Lehrer braucht. Zum anderen aber muss der Raumbedarf geklärt werden. Die Räume sind zwar theoretisch noch vorhanden. Mit dem Wechsel zu G8 wurden am CSG aber auch freigewordene Unterrichtsräume geteilt, um sie anderweitig nutzen zu können. Es kam das Schülercafé hinzu, wurden in frei gewordenen Räumen Differenzierungsräume und Rückzugsräume geschaffen. So hat beispielsweise die Schulsozialarbeiterin Zuhrah Roshan-Appel Anfang 2016 einen Entspannungsraum einrichten können. Sowohl die Gemeindeverwaltung als auch der Förderverein des Clara-Schumann-Gymnasiums haben seinerzeit finanzielle Unterstützung geleistet und die Einrichtung des Entspannungsraums möglich gemacht.

Matthias Aufermann, bei der Gemeindeverwaltung der zuständige Fachbereichsleiter, bleibt aber vor der G9-Rückkehr gelassen: „Es bedarf noch des Beschlusses der Schulkonferenz und der Schulausschuss muss auch noch entscheiden“, ist sich Aufermann aber dennoch sicher, dass das CSG wieder zum alten Verfahren zurückkehren wird. „Das hat die Schulleiterin Helmig-Neumann so kommuniziert“, so Aufermann. Der Landtag NRW hat Mitte Juli mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von CDU und FDP die Abkehr vom achtjährigen „Turbo-Abitur“ besiegelt. Die Umstellung zu G9 startet an öffentlichen Gymnasien im Schuljahr 2019/2020 mit den Fünft- und Sechstklässlern. Schüler, die derzeit ein öffentliches Gymnasium (wie das Clara-Schumann-Gymnasium) besuchen, bleiben aber im G8-Modus. Für sie ändert sich also nichts.

Aufermann denkt, dass das Thema „Rückkehr zu G9“ im September auf der Tagesordnung des Schulausschusses stehen wird. Sollte das nicht so sein, dann bleibt noch eine Dezember-Sitzung, um das Thema zu behandeln.

Zurzeit läuft eine Umfrage, die einen Überblick über die Bedarfe und Kosten geben soll. Wie Aufermann berichtet, hat das Wuppertaler Institut für bildungsökonomische Forschung die Gemeinde Holzwickede bereits im März diesen Jahres per E-Mail angeschrieben und einen Fragebogen zugeschickt. Den habe die Gemeindeverwaltung beantwortet. Eine Rückantwort des Instituts, sagt Aufermann, gibt es noch nicht. Bei der Befragung musste die Kommunalverwaltung allgemeine Informationen angeben. Es ging um eine Liste der Ansprechpartner. Auch eine Auflistung der Raumänderungen musste erstellt werden.

Das Wuppertaler Institut ermittelt, welche Kosten durch die Rückkehr zu G9 für das Land und die Schulträger entstehen. Bislang schätzen die Wissenschaftler die notwendigen einmaligen Ausgaben auf insgesamt rund 518 Millionen Euro. Die Ergebnisse wurden dem Ministerium für Schule und Bildung nun in Form eines Gutachtens vorgelegt. In das Gutachten flossen Daten für die insgesamt 500 öffentlichen G8-Gymnasien von 232 Schulträgern in NRW ein. Was der Abschied von G8 für Holzwickede genau bedeutet und vor allem, welche Kosten auf die Gemeinde zukommen, vermag der Fachbereichsleiter noch gar nicht zu sagen. Da bleibt es spannend.

Fest steht, dass diejenigen, die das „Turbo-Abitur“ für zu stressig für die Schüler empfanden, aufatmen werden. Befürworter werden die Rückkehr sicher nicht so gern sehen.

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