Die Kita-Frage und Meinungsmache in sozialen Medien

dzBürgermeisterin beim Jahresempfang

Den Jahresempfang der Gemeinde am 3. Oktober nutzte Bürgermeisterin Drossel, um der Politik in der Kita-Frage ins Gewissen zu reden. Auch kritisiert sie die Meinungsmache in sozialen Medien.

Holzwickede

, 03.10.2018, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie blickte zurück und nach vorn, erinnerte an den 50. Geburtstag der Gemeinde, an die Eröffnung des Mehrgenerationenspielplatzes, an den neuen Namenszug „Emscherquellgemeinde“ – an den Anfang ihrer Rede stellte Bürgermeisterin Ulrike Drossel beim Jahresempfang aber das Thema Kita-Neubau.

Es sei ein schwieriges Thema, das Verwaltung, Politik und Bürger gleichermaßen beschäftige. „Viele sprechen von einem Versagen der Politik“, erklärte Ulrike Drossel sodann die Mehrheitsverhältnisse im Rat, die zu den Ereignissen beigetragen hätten. Bis zur Wahl 2014 habe die SPD als größte Partei nur eine weitere Partei für eine Mehrheit benötigt. Seitdem sei alles anders und auch die zweit- und drittstärksten Partei haben seitdem die Möglichkeit, im Rat einfacher eine Mehrheit zu erreichen. Was auf der einen Seite gut sei für die Demokratie, bedeute auf der anderen Seite aber auch, dass noch intensiver diskutiert und für ein Thema geworben werden müsste, um eine Mehrheit zu erlangen.

„Zurück auf Anfang! Jedoch wohin?“
Bürgermeisterin Ulrike Drossel

Mit der Aufhebung des Ratsbeschlusses im Juli und damit der Entscheidung für den Emscherpark als Kita-Standort, habe eine öffentliche Diskussion begonnen, die auch eine „riesige Welle in Facebook-Gruppen nach sich zog“. Dieses Beteiligung in den sozialen Medien halte sie für eine Gefahr: „Dass sich in diesen Plattformen Meinungen durchsetzen, die von niemanden in unserer politischen Landschaft gewollt sind. Hier werden teilweise Meinungen gebildet, durch Polemik entsteht der Wutbürger“, kritisierte Drossel insbesondere jene, die nicht in Holzwickede wohnen und „trotzdem die Stimmung heftig anheizen“.

„Zurück auf Anfang! Jedoch wohin?“ fragte Drossel am Mittwoch in die Runde ihrer 222 Gäste.

Die Kita-Frage und Meinungsmache in sozialen Medien

222 Gäste hörten zu und applaudierten. © UDO HENNES

An die Ratsmitglieder gerichtet, stellte sie fest, dass die Verwaltung bis zur nächsten Wahl immer wieder Vorschläge für einen neuen Standort prüfen könne: „Aber das haben die Kinder nicht verdient“, appellierte sie, dass der Platz von Louviers alle Voraussetzungen für den Kita-Bau erfülle. „Fest steht schon jetzt, dass der Kita-Bau durch die Aufhebung des ersten Ratsbeschlusses verzögert wurde.“ In der kommenden Woche soll es ein Gespräch mit Vertretern aller Parteien geben: „Ich hoffe sehr, dass sich eine politische Mehrheit findet für den letztlich noch verbliebenen Standort auf dem Platz von Louviers, damit der Kita-Bau begonnen werden kann, im Interesse der Kinder und Eltern.“

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