Die erste Hochzeit in der Freien Evangelischen Gemeinde ist eine ganz besondere

dzHappy End für die Liebe

Es war die erste Trauung in den Räumen der FEG an der Hauptstraße und sie war besonders: Die Aserbaidschanerin Aygün Nuriyeva und der Afghane Isaq Hassani gaben sich vor Gott das Ja-Wort.

Holzwickede

, 26.01.2020, 13:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sprachen nicht dieselbe Sprache und träumten von einer gemeinsamen Zukunft: Als sich Aygün Nuriyeva und Isaq Hassani vor gut drei Jahren in der Flüchtlingsunterkunft an der Bahnhofstraße kennenlernten, wusste zumindest Aygün sofort: „Das wird mein Mann.“

Dass das nicht so dahergesagt war, zeigte sich schon daran, dass die beiden im Holzwickeder Norden eine gemeinsame Wohnung fanden, nachdem sie ihre Aufenthaltsgenehmigungen sicher hatten und an der Bahnhofstraße ausziehen durften.

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Schon vor einem halben Jahr war klar, dass die beiden heiraten würden. Einzig: Wichtige Dokumente aus den Heimatländern ließen auf sich warten. Anfang des Jahres war es dann aber so weit. Standesamtlich konnte das Paar bereits am 10. Januar heiraten. Am Samstag um 17 Uhr waren Isaq und Aygün dann auch vor Gott Mann und Frau.

„Dass die erste Trauung in unserer Gemeinde eine aserbaidschanisch-afghanische wird, das hätten wir auch nie gedacht“, sagt Jürgen Herrmann aus der Gemeindeleitung. Neben Pastor Rolf Cyrus war auch dessen Frau an der Zeremonie beteiligt, steuerte auch die Schoko-Nuss-Hochzeitstorte bei. Isaqs Bruder Arif und der Iraner Abouli Tagizadeh übersetzten zwischenzeitlich einige Passagen in die jeweiligen Landessprachen Farsi und ins Aserbaidschanische.

Mit viel Hilfe aus der Glaubensgemeinde

„Die Gemeinde und Erika, was sie für uns getan haben – da sind wir sehr dankbar für“, sagt Isaq Hassani am Abend. Er und seine Frau wissen, dass ihre Hochzeitsfeier in der Form nicht ohne die Hilfe der Gemeindemitglieder und von Freunden machbar gewesen wäre.

Aber der Samstagabend zeigt auch, wie die quirlige Aygün und der stets in sich ruhende Isaq Menschen verschiedener Herkunft und verschiedenen Glaubens zusammen bringen: FEG-Mitglieder, Arbeitskollegen, Lehrer, Geflüchtete – sie alle freuen sich für das Paar und zeigen, dass man sowohl zu Klassikern von Udo Jürgens als auch Hits aus Aserbaidschan tanzen kann.

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Neben der Hochzeit hat Isaq Hassani mittlerweile auch beruflich einen großen Schritt geschafft: War er vor sechs Monaten noch auf der Suche nach einem Praktikumsplatz, hat er den mittlerweile bei einem Schwerter Metallbauer gefunden. Seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration kann er im Anschluss mit den letzten Prüfungen abschließen.

Die Anfangsjahre in Deutschland und Holzwickede waren sicher nicht einfach für die beiden, aber das Beispiel von Aygün und Isaq zeigt, dass die Menschen ihren Weg finden und gehen. Und ein bisschen Hilfe aus der Gemeinde verdient haben.

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