Die deutsch-englische Freundschaft mit Portland steht auf der Kippe

dzStädtepartnerschaft

Eine neue Verwaltungsstruktur an der südenglische Küste bringt die Städtepartnerschaft zwischen Holzwickede mit Weymouth und Portland ins Wanken.

Holzwickede

, 29.06.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil die englische Stadt Weymouth und die angrenzende Halbinsel Portland seit diesem Jahr nach einer Strukturreform nicht mehr unter einer gemeinsamen, sondern einer jeweils eigenständigen Verwaltung stehen, muss auch die Städtepartnerschaft mit Holzwickede erneuert werden. Eine Formalie – dachte man zumindest noch Ende April, als eine Reisegruppe des Deutsch-Britischen-Clubs aus England zurückkehrte.

Zur Gruppe gehörte mit Bernd Kasischke auch der Erste Beigeordnete. Zusammen mit Vertretern der Stadt Weymouth, des DBC und der Twinning Society – dem Pendant zum Holzwickeder Partnerschaftsverein – kam man überein, dass man die Partnerschaft fortführen wolle. Gespräche mit Vertretern aus Portland kündigte Kasischke damals an. Man war zuversichtlich, dass man beim nächsten englischen Besuch im September die Partnerschaft formell erneuern wird und auf den Umstand anpasst, dass Weymouth und Portland nun eben als eigenständige Städte für sich stehen.

Lange keine Rückmeldung aus Portland

„Ich habe eine entsprechende Mitteilung in Richtung Portland verfasst und lange keine Rückmeldung bekommen. Dann gab es irgendwann eine Nachricht, dass man aus der Partnerschaft aussteigen möchte“, sagte Kasischke zuletzt im Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Städtepartnerschaften. Zwar müsse sich die Verwaltung der Halbinsel mit rund 13.000 Einwohnern wohl noch sortieren, auch ein neuer Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin wird noch gesucht, dennoch lautete der Tenor laut Kasischke zuletzt: Man habe sich in der Städtepartnerschaft immer außen vor und von Weymouth mitgeschleift gefühlt.

„Das Verhalten der Stadtverwaltung ist einigermaßen befremdlich“, sagt die DBC-Vorsitzende Ilona Lienkamp. Sie vermutet, dass sich Portland übergangen fühlt, weil man in Weymouth ohne Absprache bereits einer Erneuerung der Partnerschaft zugestimmt hat.

Auch in Frankreich ist man ratlos über das englische Verhalten

Irritiert ist man auch in Louviers. Die Franzosen verbindet eine Partnerschaft mit Weymouth und Portland sowie Holzwickede. Laut Jochen Hake vom Freundeskreis Holzwickede-Louviers waren französische Vertreter schon vor Ort, um die Partnerschaft zu erneuern. Anscheinend waren Vertreter aus Portland nicht informiert, fühlten sich übergangen und machten einen Rückzieher. Zwar will der DBC abermals den Kontakt nach England suchen, Ilona Lienkamp forderte aber auch die Gemeindeverwaltung auf, in der Sache aktiv zu bleiben.

Ob man wie geplant im September, wenn englischer Besuch aus Weymouth und Portland ansteht, die Partnerschaft erneuern kann, ist aktuell fraglich. „In Südengland geht das auch durch die Medien, dass sich Portland in der Partnerschaft nicht vertreten gefühlt hat. Auch das liebe Geld könnte eine Rolle spielen. Ich glaube, das Problem liegt eher im Verhältnis zwischen Weymouth und Portland“, sagt Lienkamp.

Leuchtfeuer am Tag der Trennung

Zwar standen beide Städte seit 1974 unter einer Verwaltung, dass man nun aber getrennte Wege geht und jede Kommune für sich in einem neu geordneten Verwaltungsbezirk Dorset aufgeht, scheint so mancher an der englischen Südküste lange herbeigesehnt zu haben: So wurden zum 1. April, als die Trennung in Kraft trat, Leuchtfeuer in Weymouth und Portland entzündet. Ein Ratsherr aus Portland freute sich in dem Zuge darüber, dass Portland seine Unabhängigkeit zurückbekommt und man die Scheidung von Weymouth feiere.

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